Mobiles Gaming

XMG-Gaming-Notebooks im Duell: AMD vs. Intel

Im Notebook-Bereich hat Intel seit Jahr und Tag die Nase vorn. Doch nun bläst AMD auch in diesem Segment zum Angriff auf den „Dominator“. Wie AMD abschneiden, lesen Sie in unserem Test.

© Schenker, Intel, AMD / Montage: PC Magazin

Das Duell: AMD vs. Intel

Es schien ein aussichtsloser Kampf zu sein für den Chip-Hersteller AMD aus dem kalifornischen Santa Clara. Während man dem vom Umsatz und in der Mitarbeiterzahl zehnmal größeren Konkurrenten Intel, dessen Hauptquartier im selben Ort gerade einmal 500 Meter entfernt liegt, im PC-Bereich mit der Einführung der Ryzen-CPUs ein heißes Rennen um die Vorherrschaft um die besten Prozessoren am Markt liefern kann, sah es im Notebook-Sektor seit jeher ganz anders aus.

Zwar hatte AMD auch dort leistungsfähige und preiswerte Prozessoren im Portfolio, doch die Gegenstücke des Konkurrenten von nebenan waren stets den einen Schritt voraus. Letztlich kamen AMD-CPUs daher zumeist in preiswerteren Notebooks zum Einsatz, in denen eine flache Bauweise und lange Akkulaufzeiten weniger wichtig sind.

Doch all das dürfte sich mit der Einführung der mobilen Ryzen-4000-Prozessoren zu Beginn dieses Jahres endgültig geändert haben. Diese 8-Kern-CPUs stellen für AMD einen gewaltigen Entwicklungsschritt im Notebook-Segment dar, und erstmals lässt AMD den ungeliebten Nachbarn gleich in mehreren entscheidenden Bereichen hinter sich.

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Da wäre zunächst einmal die Fertigung in einem 7-Nanometer-Prozess zu nennen, die durch eine Kooperation mit dem Taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC ermöglicht wird. Zum Vergleich: Intels Ice-Lake-CPUs werden in 10 Nanometern gefertigt, die Comet-Lake-Prozessoren wie der Core i7-10750H aus diesem Vergleichstest gar mit 14 Nanometern.

Während AMD damit acht Kerne in der CPU unterbringen kann, arbeiten im Intel-Chip nur deren sechs. Die AMD-CPU unterstützt DDR4-RAM mit 3200 MHz, das Intel-Gegenstück lediglich solchen mit 2933 MHz. Durch die schmaleren Leiterbahnen erzeugt die AMD-CPU potenziell weniger Abwärme und sorgt für einen geringeren Stromverbrauch, weil die Lüfter weniger gefordert werden.

Folglich sollte damit auch die Akkulaufzeit länger sein. Und schließlich ist auch noch der Kaufpreis ein Argument, denn der AMD-Prozessor ist unterm Strich ein gutes Stück billiger als das Intel-Silikon.

© Schenker

Rechts oberhalb der Tastatur befindet sich ein Netzschalter und ein Schalter für die Energieprofile.

Zwei Brüder im Duell All diese Unterschiede und Vor- und Nachteile existieren natürlich zunächst einmal nur auf dem Papier. Die CPU-Hersteller geben ihre Spezifikationen und eigene Benchmarkergebnisse heraus, aber ein neutraler Vergleichstest ist bei Notebook-Prozessoren schwierig, weil sich die übrigen Komponenten zumeist deutlich voneinander unterscheiden.

Deshalb haben wir uns an Schenker Technologies in Leipzig gewandt, die im Rahmen ihrer XMG-Notebook-Reihe zwei Gaming-Boliden im Portfolio haben, die bis auf die Prozessoren, das Mainboard und den Arbeitsspeicher absolut identisch sind. Beide bieten das exakt selbe Gehäuse mit identischem Bildschirm, die gleichen SSDs und Akkus, die identischen Grafikkarten von Nvidia und jeweils ein Windows 10 Pro.

Ideale Voraussetzungen also für ein Duell unter Brüdern, die sich letztlich nur durch ihre Prozessoren unterscheiden. Preislich gibt es hier dagegen einen durchaus beträchtlichen Unterschied. In den von uns getesteten Ausstattungsvarianten, die sich wie gesagt bis auf die CPU wie ein Ei dem anderen gleichen, kostet das AMD-basierte Notebook 1339 Euro und die Intel-Variante mit 1422 Euro. Das sind immerhin 83 Euro mehr. Ob dieser Aufpreis gerechtfertigt ist oder nicht, zeigt Ihnen dieser Test.

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