Anonym und sicher surfen

VPN-Test 2020: 9 Client-Anbieter im Vergleich

Im Internet ist man heute zahlreichen Gefahren ausgesetzt. VPN-Dienste versprechen Abhilfe und wollen ein sicheres und anonymes Surfen im Netz ermöglichen. Welcher VPN-Dienst dabei den besten Job macht, verrät Ihnen unser Vegleichstest.

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VPN-Dienste zur Anonymisierung im Vergleichstest

Anbieter versprechen im Grunde genommen alle exakt dasselbe: Surfen Sie absolut sicher und ohne Spuren zu hinterlassen, schauen Sie die US-Version von Netflix, und tauschen Sie Dateien per Filesharing. 

Oft sitzen die Anbieter in Ländern wie Panama oder auf den Jungferninseln, die Preismodelle ähneln sich und Englisch ist fast immer die Sprache der Wahl. Gründe für den Einsatz eines VPNs gibt es genug, und dabei muss es sich nicht um den illegalen Austausch urheberrechtlich geschützter Dateien handeln. 

Viele sensible Dinge werden heute im Internet erledigt, etwa Homebanking, Einkäufe oder Buchungen unterschiedlichster Art. Ein VPN bietet durch seinen Datentunnel schlicht und einfach ein gutes Stück mehr Sicherheit. 

Das gilt vor allem für Angriffe durch Hacker und andere Kriminelle, weniger jedoch für staatliche Behörden, Geheimdienste und ähnliches. Denn auch, wenn die VPN-Anbieter auf ihren Webseiten verkünden, man verfolge eine No-Log-Policy, muss das noch lange nicht stimmen. 

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Die Software von CyberGhost gibt es im Online-Softwarehandel in virtuellen Pappboxen.

In der Vergangenheit gab es diverse Fälle von Kooperationen von VPN-Anbietern mit staatlichen Behörden, und man darf davon ausgehen, dass dieses auch in Zukunft passieren wird. Einige Länder sind, was Daten betrifft, besonders sammelfreudig, und so sollte man bei der Wahl des eigenen VPN-Anbieters zunächst einmal dessen Sitz als wichtiges Kriterium in die Entscheidung einbeziehen.

Von den 5 Eyes, den 9 Eyes oder den 14 Eyes haben Sie eventuell schon gehört, und einige Internet-Nutzer ziehen es vor, einen VPN-Dienst zu wählen, der sein Hauptquartier in keinem der Länder dieser Allianzen hat.

Ob es andererseits unbedingt Hongkong sein muss, wie im Fall von PureVPN, ist allerdings mindestens ebenso fraglich. Dieser Anbieter ist in unserem Vergleich im Mittelfeld gelandet und überzeugt an sich durch ein gutes Gesamtpaket, ein großes Länderangebot und einen fairen Preis. Allerdings steht PureVPN seit längerem im Verdacht, tatsächlich nicht in Hongkong beheimatet zu sein, sondern der Firma Gaditek aus dem pakistanischen Karachi zu gehören. 

Gaditek wiederum wird vorgeworfen, PureVPN durch zahllose gekaufte Tests im Internet zu bewerben. Zudem kursiert im Web das Gerücht, PureVPN habe dem FBI auf dessen Anfrage Log-Dateien überlassen, obwohl der Anbieter die Log-Dateien seiner Nutzer angeblich überhaupt nicht speichert.

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Surfshark veröffentlicht auf seiner Webseite, wie viele Behördenanfragen es bislang gab.

All das können wir nicht überprüfen, aber Informationen wie diese könnten für den einen oder anderen durchaus bedeutsam sein. Und schließlich sollten in diesem Zusammenhang auch Anbieter aus der neutralen Schweiz nicht per se als zuverlässige Dienstleister angesehen werden. Auch da gibt es diverse Gerüchte.

ExpressVPN ganz vorn 

Auf den ersten Plätzen unserer Marktbetrachtung liegen mit ExpressVPN und Nord-VPN zwei sehr bekannte Anbieter, dahinter folgen mit Cyberghost und Surfshark zwei weitere Schwergewichte der Branche. Sowohl ExpressVPN als auch Surfshark sind auf den Britischen Jungferninseln beheimatet, die, trotz das Namens, nicht zum Territorium der 14 Eyes gehören.

In der Konsequenz sind die beiden Anbieter daher nicht verpflichtet, Nutzerdaten auf Nachfrage an westliche Geheimdienste zu übergeben. Surfshark führt auf seiner Seite sogar eine Liste der Behördenanfragen, die man bisher erhalten habe. Gesamtzahl bis heute: null.

NordVPN mit Sitz in Panama ist in einer ähnlichen Lage, auch wenn in letzter Zeit Gerüchte aufgekommen sind, das Unternehmen sei irgendwie mit dem US-Unternehmen CloudVPN verbandelt. NordVPN hat allerdings abgestritten, dass die Geschäftsbeziehungen einen Einfluss auf die Sicherheit der Nutzerdaten habe.

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Einfach zu bedienen, gute Leistung, aber ein hoher Preis: ExpressVPN ist der klare Sieger.

Ein gutes VPN ist nicht umsonst 

Ein guter VPN-Dienst muss zwar kein Vermögen kosten, doch umsonst sind Sicherheit und Komfort kaum zu haben. Zwar gibt es​ durchaus auch Gratis-Angebote im Web, doch sind die immer mit einer Volumenbegrenzung verbunden und oft mit anderen Einschränkungen, etwa einer gedrosselten Geschwindigkeit oder der Beschränkung auf wenige Server. 

Das mag zum Beispiel für eine kurze Urlaubsreise ausreichen, um vom Ausland aus deutsches Fernsehen anzusehen, aber eine Dauerlösung ist das für wenige Anwender. Der Testsieger ExpressVPN ist der teuerste Anbieter im Testfeld, bietet aber auch den größten Gegenwert. Er leistet sich keine gravierenden Schwächen, sitzt auf den Jungferninseln und hat trotzdem eine ausgezeichnete Website in deutscher Sprache. 

NordVPN mit seiner herausragenden Software und der großen Anzahl an Servern ist ebenfalls eine gute Wahl. Cyberghost bietet sogar noch mehr Server und verkauft seine Software über Softwarehändler im Web. Das schafft Vertrauen. Die US-Variante von Netflix kann übrigens jeder unserer Kandidaten auf den Bildschirm zaubern, wobei das Ganze ein bisschen an die Geschichte vom Hasen und Igel erinnert: Hat Netflix einen Server gesperrt, poppt ein anderer auf.​

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