Sicher surfen im Internet

VPN-Apps im Test - Wer liefert den besten Schutz?

VPN-Apps liefern zahlreiche Vorteile für das Surfen im Web per Smartphone. Doch welcher Hersteller bietet die beste App? Dieser Test verrät's.

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Wir haben die VPN-Apps verschiedener Hersteller getestet, um die beste unter ihnen zu finden.

Dass der Einsatz von VPN-Apps gerade auf Smartphones sinnvoll ist, wird bei einem Blick auf die Einsatzszenarien sehr schnell ersichtlich. Anders als PCs oder Tablets kommen Smartphones meist außerhalb des eigenen WLAN-Netzes zum Einsatz, das in der Regel recht gut vor Gefahren von außen geschützt wäre. Wenn aber in Cafés, im Geschäft oder im Flughafen öffentliche WLAN-Hotspots verwendet werden, könnten Datenverkehr und IP-Adresse von anderen Anwendern abgefangen und ausspioniert werden.

Bei normalen Surfaktivitäten mag das verkraftbar sein, aber inzwischen gehört das Banking per Smartphone ebenso zum täglichen Leben wie der Einkauf auf Online- Plattformen. Hier für eine hohe Sicherheit zu sorgen und die eigene IP-Adresse zu verbergen ist von großer Bedeutung. Ein zweiter Faktor, der für den Einsatz einer VPN-App auf Smartphones spricht, betrifft das Geoblocking. Smartphones werden selbstverständlich auch zum Ansehen von gestreamten Videos verwendet, und gerade hier ist das Geoblocking ein Ärgernis.

Wer auf Inhalte aus anderen Ländern zugreifen möchte, der kommt in vielen Fällen am Einsatz eines VPN-Dienstes schlicht nicht vorbei. Und schließlich ist es eventuell auch nicht jedem Surfer Recht, dass sein eigener Provider jeden seiner Schritte im Internet exakt nachverfolgen kann und somit weiß, welche Webseiten besucht und welche Suchanfragen gestellt werden.

Welche VPN-App ist die beste?

Kooperation mit staatlichen Behörden

An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass Sie als VPN-Anwender Ihre Surfdaten dann jemand anderem anvertrauen, nämlich dem Anbieter Ihrer VPN-App. Der kann, wenn er denn möchte, die Daten loggen und speichern für den Fall, dass irgendwann zum Beispiel eine staatliche Behörde Einsicht verlangt, weil ein Verdachtsfall eingetreten ist. Dazu sei gesagt, dass fünf der sechs Anbieter in diesem Vergleichstest eine strikte No-Log-Policy verfolgen und nach eigenen Angaben keinerlei IP-Adressen oder Surf- Logs aufzeichnen.

Die einzige Ausnahme ist Hotspot Shield: Hier werden zwar Surf-Logs gespeichert, doch sind diese anonymisiert und keinem konkreten Nutzer zuzuordnen. Bleibt die Frage: Können Sie den Anbietern in dieser Hinsicht wirklich vertrauen? Das kann Ihnen niemand wirklich zuverlässig beantworten, aber Sie sollten zumindest im Hinterkopf behalten, dass es in der Vergangenheit mehrere Fälle von Kooperationen zwischen VPN-Diensten und staatlichen Behörden gegeben hat.

Sind Sie allerdings weder ein Drogendealer noch ein sonstiger Krimineller, dürfte die Gefahr, zum Ziel staatlicher Fahndungsmaßnahmen inklusive einer Abfrage von Logdateien eines VPN-Anbieters zu werden, eher zu vernachlässigen sein. Dennoch halten es manche Nutzer für besser, sich eher einen Anbieter auszusuchen, der weder auf EU-Gebiet noch in den USA oder in Großbritannien angesiedelt es.

Dieses trifft auf zwei der sechs von uns getesteten Anbieter zu: NordVPN hat seinen Sitz in Panama, ProtonVPN in der Schweiz. Die anderen befinden sich in Rumänien (CyberGhost), auf den Britischen Jungferninseln (Express VPN), in Großbritannien (Hidemyass) oder mit der Schweiz und den USA in zwei Ländern (Hotspot Shield).

Preis/Leistung der VPN-Apps

Die von uns gemeinsam mit unserem Testpartner AV Comparatives überprüften VPN-Apps sind allesamt nicht kostenlos, aber immerhin gibt es meist eine kostenlose Testphase. Die reicht aus, um festzustellen, ob einem die Oberfläche taugt und die Nutzung zusagt. Alternativ können Sie erst einmal für einen Monat zahlen und sich danach für ein längeres und dann deutlich preiswerteres Jahrsabo entscheiden. Zwar sind auch kostenlose VPN-Apps auf dem Markt, doch raten wir von deren Verwendung ab.

Kostenlos ist nämlich kaum etwas, und schon garnicht dann, wenn Server in aller Welt betrieben werden. Das kostet jede Menge Geld, das auf irgendeinem Wege wieder hereingeholt werden muss. Das kann durch eingeblendete Werbung geschehen, was für manche akzeptabel ist, oder eben durch die Nutzung Ihrer Daten. Wird die Werbung dann persönlich und richtet sie sich nach ihren Vorlieben und Interessen, sollten Warnlichter brennen. Was die Nutzung der Apps betrifft, so sind diese allesamt unkompliziert, übersichtlich und einfach zu benutzen.

In der Regel werden vom Nutzer bestimmte Voreinstellungen vorgenommen, etwa zum automatischen Start der App beim Start der Internetverbindung. Zudem können Sie auswählen, welchen Server in welchem Land Sie jeweils verwenden möchten.

All das geht schnell von der Hand und wird Ihr Surferlebnis keinesfalls beeinträchtigen. Was allerdings langsamer wird, ist die allgemeine Up- und Download-Geschwindigkeit. Bei Hidemyass beispielsweise bricht die Download-Rate um 82 Prozent ein, während NordVPN als performanteste App die Downloads nur um 18 Prozent verlangsamt.

Letztlich sind im Bezug auf die Geschwindigkeit nur NordVPN und ExpressVPN zu empfehlen, bei allen anderen Apps geht der Speed spürbar in den Keller. Alle getesteten Apps bieten übrigens split tunnelling und einen Kill Switch. Beim split tunnelling kann der Nutzer über ein Menü auswählen, welche Apps den VPN-Zugang automatisch nutzen sollen und welche nicht. Das verhindert ein unnötiges Ausbremsen bei der Verwendung von Apps, die keine VPN-Sicherheit benötigen.

Der Kill Switch beendet eine Verbindung zum Beispiel zu einer Webseite automatisch, sollte die VPN-Verbindung unterbrochen werden. Das Feature verhindert damit, dass die echte IP-Adresse von dieser Webseite ausgelesen wird. IPv6 ist im VPN-Bereich derzeit übrigens (noch) nicht relevant, da alle Seiten im Web nach wie vor über IPv4 erreichbar sind und das für viele Jahre auch weiter bleiben werden.

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