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Alles eine Preisfrage?

Test : 5.1-Lautsprecher

Sie wollen endlich mal Heimkino-Klang genießen und stellen sich doch bestimmt zuerst die Frage: Wie viel muss ich ausgeben, um angemessenen Wohlklang bei dezenter Optik zu bekommen? Genau das haben wir uns auch gefragt.

Wer sich zum ersten Mal dem Thema Heimkino nähert, wird sicherlich nicht gleich eine High-End-Beschallung für mehrere Tausend Euro in die engere Wahl nehmen. Und Sie sind wahrscheinlich auch nicht der Typ Käufer, der mal eben ein Set an der Supermarktkasse mitnimmt, nur weil es gerade zum Schnäppchenpreis angeboten wird.

Nein, Sie informieren sich offensichtlich in Fachmagazinen und definieren Ihre Preisvorstellung, selektieren Gutes von weniger Gutem, um dann gezielt einkaufen zu gehen. Vermutlich haben Sie dann auch festgestellt, dass es in den Preisklassen von 500 bis 2.000 Euro einen guten bis sehr guten Gegenwert gibt.

Wir haben uns diese Preisklassen einmal näher angeschaut und vier Sets auf Her(t)z und Nieren untersucht. Unser Ergebnis: Das Klangerlebnis steigt wie erwartet mit dem Preis der Produkte - aber eben nicht linear. Das soll heißen: Man bekommt schon für wenig Geld viel geboten. Wer jedoch etwas mehr Klangqualität sucht, der muss deutlich tiefer in die Brieftasche greifen.

Für viele Neueinsteiger dürften Subwoofer-Satelliten-Sets nicht nur wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, sondern auch wegen der einfachen Wohnraum-Integration die richtige Wahl sein. Wegen der Subwoofer dürfen die Satelliten nämlich ruhig schrumpfen.

Der Grund: Die Tieftonarbeit erfordert große Chassis und mithin große Gehäuse, und diese Aufgabe übernimmt der Subwoofer. Satelliten der 1-Liter-Klasse reichen bei sorgfältiger Chassis-Wahl und Gehäuseabstimmung bis mindestens 150 Hertz hinunter - und das mit angemessenem Pegel. Also muss der Subwoofer auch bis 150 Hertz hinaufspielen können.

Grundsätzlich gilt: Eine Subwoofer-Satelliten-Trennung sollte idealerweise bei 80 bis 100 Hertz liegen, so dass sich der Bass als eigenständige Schallquelle nicht orten lässt. Je höher der Subwoofer also spielen muss, desto wahrscheinlicher ist es, dass man seinen Standort ausmacht. Die Klangortung wandert dann je nach Musikinhalt vom Satelliten zum Subwoofer.

Solange der Bass im Frontbereich zwischen den Satelliten aufgestellt wird, ist dieses Thema untergeordneter Natur. Dann entsteht selbst bei einer Trennung von 150 Hertz der Eindruck, das Geschehen komme ausschließlich aus den Satelliten - und so muss es sein.

Gute Kompromisse

Die Boxen-Hersteller müssen also immer einen Kompromiss wählen: Zu kleine Satelliten intonieren nicht weit genug mit angemessenem Pegelpotenzial hinunter, zu große Satelliten straft der Kunde mit Nichtachtung. Die Erfahrung zeigt, dass eigentlich erst schuhkartongroße Satelliten sauber mit ordentlichem Pegel bis 80 Hertz musizieren können und somit das optimale Format darstellen.

In unserem Test haben wir es also mit Kompromisslösungen zu tun. Machen wir mal ein paar Größenvergleiche: Die mit knapp einem Liter Bruttovolumen kleinsten Satelliten kommen von Boston Acoustics, die mit 4,5 Liter größten von Quadral.

Die Schallwandler von ELAC liegen am unteren und die von Canton am oberen Ende im Vergleich. Bei den Subwoofern gilt die gleiche Rangordnung: Die Volumina reichen von 33 Litern bei Boston bis zu 50 Litern beim Bass von Quadral, die Bestückung der Subwoofer von 20-Zentimeter-Chassis bei Boston und Canton bis zu 25er-Treibern bei ELAC und Quadral.

Diese Unterschiede spiegeln sich jedoch nicht zwingend im Preis wider. Obgleich ELACs Set kaum größer ist als das 500 Euro teure Boston, ist es mit 2.000 Euro die teuerste Beschallung im Test. Es sind also eher die technischen Details, die Materialwahl und die Gesamtqualität, die den Preis bestimmen. Jeder Hersteller hat zudem seine eigene Vorstellung, ob fünf identische Satelliten zum Einsatz kommen sollen oder vier gleiche und ein etwas potenterer Center.

Beides hat Vor- und Nachteile: Fünf gleiche Schallwandler erzeugen eine homogene Rundumbeschallung, Sets mit eigens entwickeltem Center und zwei Tieftonmembranen anstatt nur einer klingen zumeist weniger homogen im Frontbereich, sind dafür aber pegelfester.

Da die überwiegende Toninformation im Heimkinobetrieb via Center abgestrahlt wird, ist dieses Konzept auch sinnvoll. Letzterem vertrauen Canton und Quadral, fünf identische Satelliten zeichnen dagegen die Sets von Boston und ELAC aus. Also viele Variablen, wenn man sich die Sets genauer anschaut.

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