WISO, Taxando, Taxfix & Co.

Steuererklärungs-Apps im Vergleich: Klartax, Steuerbot, Steuererklärung.de & Co.

Inhalt
  1. 6 Steuererklärungs-Apps im Vergleich
  2. Steuererklärungs-Apps im Vergleich: Klartax, Steuerbot, Steuererklärung.de & Co.

KLARTAX: Günstig, aber umständlich

Eigentlich ist die DATEV auf Software und IT-Dienstleistungen für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte und deren Mandanten spezialisiert. Mit KLARTAX wagt sich das Unternehmen nun in den Bereich der Privatnutzer vor.

Bei der zunächst recht aufwendigen Abfragerunde zeigt sich schnell, dass nur kinderlose Alleinstehende, die ein Arbeitnehmer-, Azubi oder Beamtengehalt beziehen, wirklich ihre Steuererklärung mit der App machen können; alle anderen bekommen die Möglichkeit, einen Steuerberater in der Nähe zu suchen.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

KLARTAX fragt zu Anfang alle möglichen Konstellationen und Einkommensarten ab, muss dann aber fast immer passen.

Die Bedienung der App lässt zu wünschen übrig. Plastisch zeigte sich das im Test bei der Suche nach der Rubrik für das Eintragen der Lohnbescheinigungsdaten. Dazu muss in der Rubrik Steuern zu Bescheinigungen und Pauschalen gewechselt und darin dann auf Für Steuer erfassen geklickt werden.

Nach dem Tippen in das leere Worum geht’s?-Feld erscheint die Möglichkeit, Bescheinigung oder Pauschale auszuwählen. Zumindest ist der Preis von 19,99 Euro für die Abgabe recht günstig. Dafür muss nach der elektronischen Übermittlung noch eine komprimierte Steuererklärung unterschrieben und per Post versendet werden.

© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

PC Magazin Testnote: ausreichend

Details: KLARTAX

  • Internet: www.klartax.de
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 19,99 €
  • mögliche Steuerjahre: 2019 und 2020
  • Gesamtwertung: 41 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: ausreichend
  • Preis/Leistung: befriedigend
  • Funktionen (60 max.): 21 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 15 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 5 Punkte

Fazit: KLARTAX

Nur für einfachste Fälle geeignet, Bedienung und Einreichung der Erklärung umständlich, zumindest preislich günstig.

Steuerbot: Zur Erstattung chatten

Steuererklärung in 20 Minuten – das stellt Steuerbot in Aussicht. Dafür wird der Benutzer im Rahmen eines Chats durch die App geführt. Nicht selbsterklärend ist, dass Fehleingaben nach Tippen auf die Antwort geändert werden können. Ansonsten führt das Programm sehr durchdacht und verständlich durch die Eingaben.

Die Pendlerpauschale für Fahrten zur Arbeitsstätte werden anhand der Adressen, Kalenderdaten und Abwesenheitstage automatisch berechnet. Auch die wegen der Corona-Pandemie im Heimbüro verbrachten Tage werden berücksichtigt und gleich für die Homeoffice-Pauschale gespeichert.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

Mit Steuerbot wird die ungeliebte Steuererklärung in einer kurzweiligen Unterhaltung mit dem Chatbot erstellt.

Das Einreichen der Steuererklärung kostet 29,95 Euro. Besteht keine Abgabepflicht, und beträgt die zu erwartende Erstattung nicht mehr als 100 Euro, fallen keine Kosten an. Stellt sich erst später heraus, dass der Erstattungsbetrag unter der 100-Euro-Grenze liegt, wird der Kaufpreis zurückerstattet.

Insgesamt wird der Vorgang durch den Bot recht kurzweilig, auch wenn der Zeitraum von 20 Minuten ziemlich optimistisch angesetzt ist und vielleicht in ganz besonders einfachen Fällen zutrifft.

© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

PC Magazin Testnote: gut

Details: Steuerbot

  • Internet: www.steuerbot.de
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 29,99 €
  • mögliche Steuerjahre: 2017 bis 2020
  • Gesamtwertung: 75 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: gut
  • Preis/Leistung: gut
  • Funktionen (60 max.): 45 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 21 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 7 Punkte

Fazit: Steuerbot

Nett gestaltete App mit kurzweiligem Chat, Gratisangebot kann auch geringe Rückerstattungen attraktiv machen.

Steuererklärung.de: Umfangreich, aber nicht billig

Doch es geht noch schneller, wenn man dem Versprechen der wundertax GmbH glaubt. Deren App Steuererklärung.de soll den ganzen Vorgang sogar in 15 Minuten ermöglichen. Ein Assistent führt durch die einzelnen Punkte. Relevante Bereiche werden vorab ausgewählt, das spart Zeit.

Auch innerhalb der Rubriken erscheinen optionale Unterpunkte, etwa für Bewerbungskosten oder erhaltene Corona-Soforthilfen, erst durch Aktivierung der entsprechenden Checkbox im Verlauf.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

Die Benutzerführung von Steuererklärung. de ist durchdacht und vermindert unnötige Abfragen im Interview.

Die Navigation ist aber durchaus auch verbesserungsfähig. Es gibt keinen Zurück- Button, vorangegangene Bereiche lassen sich nur über ein Menü aufrufen. Wer die Navigation des Smartphones nutzt, läuft Gefahr, dass bereits eingegebene Daten verschwinden und erneut eingetragen werden müssen.

Mit Anleitungen und Tipps zeigt sich das Programm zuweilen sparsam. Der Preis für die Abgabe einer einzelnen Steuererklärung beträgt happige 34,95 Euro. Wer drei oder vier Abgaben im Paket bucht, kommt mit 29,99 Euro pro Einreichung weg.

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PC Magazin Testnote: gut

Details: Steuererklärung.de

  • Internet: www.steuererklaerung.de
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 34,95€
  • mögliche Steuerjahre: 2017 bis 2020
  • Gesamtwertung: 79 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: gut
  • Preis/Leistung: gut
  • Funktionen (60 max.): 51 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 21 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 7 Punkte

Fazit: Steuererklärung.de

Umfangreiches Angebot bei hohem Preis, Navigation in manchen Punkten verbesserungsfähig, wenig Hilfetexte und Tipps.

Taxando: Optional mit Expertenrat

Die Berliner Taxando GmbH geht mit ihrer gleichnamigen App einen speziellen Weg. Neben der Standard-Variante für 33,80 Euro pro Abgabe gibt es zu einem Preis ab 99 Euro auch Unterstützung durch einen Steuerberater. Für bestimmte Einkunftsarten ist allerdings lediglich die teure Variante möglich.

Direkt angezeigt wird das aber nur für Einnahmen aus selbstständiger Arbeit. Geht es beispielsweise um Vermietung oder Kapitaleinkünfte, muss für diese Erkenntnis auf einen Info-Button getippt werden, sonst erfährt man erst später, dass es teuer wird.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

Taxando bietet für einen Preis ab 99 Euro Unterstützung durch einen Steuerberater. Doch es kann auch teurer werden.

In einem unserer Testfälle wären es 279 Euro gewesen bei einer voraussichtlichen Nachzahlung von 115 Euro. Die Bedienung geht ansonsten recht leicht von der Hand; auch, weil dank Vorauswahl nur relevante Bereiche durchlaufen werden.

Wer nicht mehr als 1000 Euro Werbungskosten und keine ausländischen Einkünfte hat, kann außerdem gratis wegkommen, dann aber keine Ausgaben geltend machen. Zudem muss in diesem Fall eine unterschriebene Zusammenfassung der Steuererklärung per Post versendet werden.

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PC Magazin Testnote: befriedigend

Details: Taxando

  • Internet: www.taxando.de
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 33,80 €
  • mögliche Steuerjahre: 2017 bis 2020
  • Gesamtwertung: 64 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: befriedigend
  • Preis/Leistung: befriedigend
  • Funktionen (60 max.): 35 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 21 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 8 Punkte

Fazit: Taxando

Insgesamt teuer, gehobener Tarif mit Steuerberater oft schon bei leichten Abweichungen vom Standard nötig.

Taxfix: Gründlich, aber langwierig

Als Besonderheit stellt Taxfix heraus, dass Lohnsteuerbescheinigungen einfach fotografiert werden können und dann automatisch erkannt werden. Allerdings müssen die Angaben hinterher Punkt für Punkt nachkontrolliert werden. Viel Arbeit lässt sich also nicht sparen.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

Die zahlreichen Abfragen in Taxfix könnten durch mehr Vorauswahlmöglichkeiten vermindert werden.

In unserem Test wurde außerdem die Lohnsteuer in die Spalte für den Bruttoarbeitslohn eingetragen. Wenigstens schlug die Plausibilitätsprüfung Alarm. Der Interview-Modus ist grundsätzlich gut gemacht, jedoch teilweise etwas langwierig, weil zahlreiche Abfragen durchlaufen werden, die vorher leichter hätten ausgefiltert werden können. Andererseits werden dabei sehr viele Punkte berücksichtigt.

Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, kann die App bis zu einer erwarteten Erstattung von 50 Euro gratis nutzen. Alle anderen zahlen eine Pauschale von nicht gerade billigen 39,99 Euro pro Einreichung.

© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

PC Magazin Testnote: befriedigend

Details: Taxfix

  • Internet: www.taxfix.de
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 39,99 €
  • mögliche Steuerjahre: 2017 bis 2020
  • Gesamtwertung: 61 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: befriedigend
  • Preis/Leistung: ausreichend
  • Funktionen (60 max.): 38 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 15 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 8 Punkte

Fazit

Etwas hakeliger Interview-Modus, Fotografieren der Lohnsteuerbescheinigung praktisch, aber nicht immer zuverlässig.

WISO Steuer Phone: Umfangreiches Gesamtpaket

Die Smartphone-App des bekannten Softwareangebotes von Buhl Data kann standalone genutzt werden, ist aber dennoch in das Komplettpaket des Hauses integriert. Als einzige App im Test deckt WISO Steuer Phone alle Steuerarten ab.

Wer also die 28,99 Euro für den Kauf investiert, kann mit der Lizenz auch die Web- und Desktop-Version nutzen. Sogar ein nahtloser Wechsel während der Bearbeitung ist möglich. Eine Lizenz ist außerdem gültig für bis zu fünf Steuererklärungen desselben Steuerjahres.

© Screenshots / Montage: PC Magazin

Wer den automatischen Steuerabruf von WISO Steuer Phone nutzt, kann einiges an Arbeit und Zeit sparen.

An einem Assistenten arbeitet das Unternehmen noch, doch auch die Direkteingabe geht dank übersichtlicher Eingabemasken gut von der Hand. Immerhin lassen sich die relevanten Rubriken schon im Vorfeld filtern, und die eingegebenen Daten werden laufend auf Plausibilität geprüft.

Wer es besonders einfach haben möchte, nutzt die Möglichkeit des Steuerabrufs. Dabei werden alle dem Finanzamt bereits vorliegenden Daten zu Gehalt, Renten, Versicherungen und dergleichen abgerufen und direkt an den entsprechenden Stellen eingetragen. Einfache Steuerfälle können damit fast schon erledigt sein.

© PC Magazin / Weka Media Publishing GmbH

PC Magazin Testsieger

Details: WISO Steuer PhoneSteuer Phone

  • Internet: www.buhl.de/steuer
  • Preis Abgabe für ein Steuerjahr: 28,99 €
  • mögliche Steuerjahre: 2019 und 2020
  • Gesamtwertung: 90 Punkte
  • PC Magazin-Testurteil: sehr gut; "Testsieger"
  • Preis/Leistung: sehr gut
  • Funktionen (60 max.): 60 Punkte
  • Benutzerführung (30 max.): 21 Punkte
  • Bedienung allgemein (10 max.): 9 Punkte

Fazit: WISO Steuer Phone

Gute Gestaltung, großer Leistungsumfang, hohe Arbeitsersparnis bei Nutzung des Steuerabrufs möglich

Fazit

Die Steuererklärungs-Apps bieten teils interessante Ansätze, um eine Alternative für Steuerbürger zu sein, die am liebsten das Smartphone nutzen oder gar kein anderes Gerät besitzen. Gut ist, dass sich alle Kandidaten ohne Weiteres kostenlos testen lassen, auch wenn dafür jedes Mal die Daten neu eingegeben werden müssen.

Expertenmeinung: Heiko Bauer, Autor PC Magazin

Viele Steuerbürger schenken dem Fiskus Geld, weil sie den Aufwand für die Steuererklärung scheuen oder sie sich nicht zutrauen. Besonders hier können Apps einen guten Beitrag leisten, sofern sie leicht zu bedienen sind und die wichtigen Funktionen, zumindest für einfache Steuerfälle, mitbringen.

Da alle getesteten Apps bis zur Abgabe gratis sind, geht kein Geld verloren, wenn es doch komplizierter und ein Desktop-Programm die bessere Wahl ist. Vorteilhaft ist dann eine App wie WISO Steuer Phone, bei der ein nahtloser Wechsel möglich ist.

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