Phantom Sound

Standpunkt

3.1.2012 von Michael Jansen und Andreas Frank

ca. 1:35 Min
Vergleich
  1. Zehn Soundbars im Vergleichstest
  2. Bose CineMate 1 SR
  3. Harman/Kardon SB16/230
  4. Libratone Lounge
  5. Panasonic SC-HTB15
  6. B&W Panorama
  7. Philips HTS7111
  8. Samsung HW-D570
  9. Pioneer HTP-SLH600
  10. Canton DM 90.2
  11. Yamaha YAS-101
  12. Standpunkt

Bis zur HDMI-Version 1.3 war die Übertragung von digitalen Bild- und Tondaten nur in eine Richtung möglich. Mit dem Audiorückkanal (ARC) von Version 1.4 lässt sich nun der Dolby-Digital-Ton als Bitstream oder PCM-Stereo zum AV-Receiver schicken, also über das HDMI-Kabel, das normalerweise die Bilddaten eines DVD- oder Blu-ray-Players zum Display transportiert.

Interessant ist diese Funktion, wenn TV-Geräte über einen integrierten Digital-Tuner verfügen und dessen Audiodaten zurück an einen angeschlossenen AV-Receiver oder einen Soundbar geleitet werden sollen. Damit hat der Anwender weniger Kabelsalat, denn er erspart sich eine in diesen Fällen bisher erforderliche zusätzliche digitale Audioleitung als optisches oder koaxiales Kabel.

Allerdings hat der ARC tatsächlich nur die Funktion zu erfüllen, die bisher über den Digitalkanal (S/PDIF, Koax oder optisch) erledigt wurde. HD-Audio-Formate wie Dolby Digital Plus, TrueHD oder DTS-HD lassen sich nicht via ARC übertragen. Bei HD-Audio-Formaten würde der Digital-Tuner diese am HDMI-Ausgang in Dolby Digital umwandeln.

Voraussetzung für diesen erweiterten Funktionsumfang ist, dass alle verbundenen Komponenten den Audio-Rückkanal unterstützen. In diesem Test sind lediglich Panasonic, Philips, Pioneer und Samsung mit einem HDMI Audio Return Channel ausgestattet.

Aus dem Messlabor

Die beste Tonalität schaffen die Soundbars von Canton, Yamaha, Libratone, B&W und Bose. Damit sind sie auch die Besten im Test, was die klangliche Ausgewogenheit betrifft. Canton und B&W zeigen zudem, dass ordentliche Bässe auch ohne externen Subwoofer möglich sind. Auch Harmans Kombi beherrscht extreme Pegel, Pioneers Duo dagegen weniger. Bose hat die Messlatte für Tiefbass sehr hoch gelegt - hier konnte keiner der Probanden mithalten.

Fazit

Eines haben die Soundbars gemein: Plug&Play. Schneller kann man den TV-Ton kaum aufpeppen. Dass die Tonqualität trotz aller virtuell erzeugter Räume nicht an die eines 5.1-Systems mit fünf diskreten Schallquellen heranreicht, lässt sich verschmerzen. Die Soundbars liefern immerhin eine deutlich verbreiterte Bühne, die perfekt zum Großbild passt und dezentes Kino-Feeling aufkommen lässt.

Die Klangqualität einiger Probanden vermag Heimkino-Freaks vielleicht nicht zu begeistern, dürfte aber für die meisten Nutzer ausreichen. Wer bereit ist, über 1.000 Euro für einen Soundbar von Bose, Canton, B&W oder Libratone auszugeben, wird vermutlich auf seine Stereoanlage verzichten können.

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