Raumwelten

Standpunkt

15.6.2011 von Martin Biebel

ca. 2:35 Min
Vergleich
VG Wort Pixel
  1. Vergleichstest: Camcorder mit 2D und 3D
  2. Aiptek i2
  3. JVC GS-TD1
  4. Panasonic HDC-TM 900 EG
  5. Sony HDR-TD10
  6. Standpunkt

So sehen Sie 3D

Um selbstgemachtes dreidimensionales Fernsehen zu genießen, braucht es ein paar Vorkehrungen an den verwendeten Displays und etwas Wissen über die neuen Signale. Dann ist der Spaß garantiert.

Die Probanden wurden im Test via HDMI an einen Panasonic TXP42GT30 Plasma angeschlossen und zeigten dort sofort und automatisch ein vollformatiges 3D-Bild an, das sich mit der entsprechenden Brille begutachten lässt. Generell sollte die Wiedergabe via HDMI an jedem TV klappen, der für 3D ausgelegt ist, denn die Signale werden in den Cams decodiert und entsprechend der HDMI-1.4-Norm ausgegeben.

Stereoscopic Player
Der Stereoscopic Player zeigt am PC alle erdenklichen 3D-Videoformate, und er bereitet sie für die Ausgabe auf entsprechenden Grafikkarten oder Projektoren auf. Ein unerlässliches Werkzeug - und praktischer als die mitgelieferten Tools der Hersteller.
© Video Homevision

Anders sieht es bei der Direktwiedergabe via Speicherkartenschlitz aus, der in manchen modernen TVs oder Blu-ray-Playern integriert ist. Von Karte kann bislang nicht Hersteller übergreifend gelesen werden. Neueste Produktlinien können allenfalls die eigenen 3D-Signale verstehen.

Das liegt daran, dass die Hersteller die beiden Datenströme für die beiden Augen unterschiedlich codieren: Entweder sie werden als Side-by-Side-Signal nebeneinander übertragen oder per MVC-Codierung (Multi Video Codec) ineinandergeschachtelt.

Dabei wird dem Hauptdatenstrom (base view) ein datenreduzierter zweiter Strom für das rechte Auge beiseite gestellt und nach der Decodierung mit dem Hauptstrom verzahnt. Diese Trennung ist auch der Grund, warum ein 3D-Player automatisch ein 2D-Bild liefern kann, da er den Hauptstrom wie bisher als MPEG-4-Datei liest.

In unserem Test sahen wir kaum Schärfeunterschiede zwischen MVC und Side-by-side-Signalen, die prinzipbedingt die halbe Auflösung gegenüber einem MVC-Signal bieten. Das könnte daran liegen, dass die Camcorder 50i-Signale aufzeichnen, die Fernseher nicht verstehen, da sie auf den 24p-Standard geeicht sind, den die Blu-ray über den entsprechenden Player ausgibt. Die Schnittstelle verhandelt dann mit dem Camcorder über das passende Ausgabeformat und wählt eine Side-by-Side-Darstellung.

Anzeige am PC

Die Darstellung am PC klappt am besten per Stereoscopic Player, den es bei 3dtv.at gratis zum Download gibt. Damit lässt sich auf alle Side-by-Side-Aufnahmen sofort und fließend zugreifen. Allerdings nur für fünf Minuten: Wer die Längenbegrenzung aufheben möchte, zahlt an die Software-Schmiede 39 Euro.

Player und Formate
Player und Formate
© Video Homevision

Alle erdenklichen Wiedergabemodi sind möglich, sogar die Farben können an die verwendete Anaglyphenbrille angepasst werden. Wer schon NVIDIA 3D Vision in den Rechner integriert hat, kann auch diese Grafiklösung ansteuern und nutzt dann eine Active-Brille.

Auch für Projektionen legt der Stereoscopic Player das richtige Signal auf den Ausgang. Der Nutzer kann auch seine 3D-Filme zu YouTube hochladen. Dort werden sie anaglypisch, also mit Rot-Grün-Brille wiedergegeben. MVC-Dateien versteht aber auch YouTube noch nicht.

Per Videoschnitt lassen sich 3D-Filme erstellen, sofern es sich um AVCHD-Dateien im Side-by-Side-Verfahren handelt. Die meisten Schnittprogramme sind in ihrer jüngsten Version 3D-fähig. Das bedeutet, dass sie die Side-by-Side-Szenen richtig entzerrt darstellen können und ein paar Titeleffekte und Übergänge integriert sind, die ebenfalls mit Side-by-Side-Encodierung funktionieren.

MVC ist derzeit ein Fremdwort, MAGIX will aber bald damit auf den Markt kommen. Gegenwärtig warten alle Hersteller auf die Freigabe des Codecs durch den Codierspezialisten MainConcept.

Standpunkt

Die Modelle reichen von "braucht doch keiner" über "mal sehen" bis zu "muss man haben". Wer 3D ernst nimmt, kommt mit dem Sony am weitesten. Bestes Bild und bestes Display sorgen für beste Ergebnisse. Die Weiterbearbeitung der Dateien ist aber noch schwierig und bedarf außer einer Prise Enthusiasmus eines schnellen Rechners.

Wer jetzt schon in sehr hoher Qualität loslegen möchte, liegt bei JVC richtig, da hier die Format-Wahlfreiheit gegeben ist. Filmer, die sich noch entscheiden wollen, ob 3D wirklich etwas für sie ist, machen mit dem Vorsatz von Panasonic nichts falsch. Und wer mit 3D nur angeben und ein bisschen Spaß haben will, der greife zum 160 Euro billigen Aiptek i2.

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