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Mit 3D-Klang

Sony HT-ZF9 im Test

© Sony

Pro

  • Raumklang
  • Musik-Performance
  • Detailwiedergabe

Contra

  • Decken-Effekte

Fazit

video-Testurteil: gut (79 von 100 Prozent), Preis/Leistung: sehr gut

Eine Investion von 1500 Euro für ein Soundbar-Subsystem will gut überlegt sein. Praktischerweise setzt Sony nun neben seinem Flaggschiff-Modell auf eine etwas abgespecktere und somit fast um die Hälfte günstigere Version einer Soundbar mit 3D-Klang. Die HT-ZF9 kommt nämlich ganz ohne die typischen Upfiring-Lautsprecher aus, die traditionell am rechten und linken Ende der Soundbar eingelassen sind.

Vielmehr überlässt der Hersteller die Verarbeitung des 3D-Sounds dem internen Signal-Decoding, das sonst ja auch für den virtuellen Surround-Sound auf horizontaler Ebene zuständig ist. Eben dieser DSP nennt sich Vertical Surround Engine und sagt eigentlich schon alles aus, was man wissen muss. Jegliches Material, sei es auch zweikanaligen Ursprungs, wird mittels Upscaling auf 7.1.2 hochgerechnet. Das Mittendrin-Erlebnis soll sich also auf die horizontale und vertikale Ebene ausbreiten. Wie gut das in der Praxis funktioniert, dazu später mehr.

Schlank und rank

Mit einer Länge von einem Meter, einer Höhe von 6,4 Zentimetern, einer Tiefe von 10 Zentimetern und einem Gesamtgewicht von 3 Kilogramm fällt die Soundbar um einiges kleiner und kompakter aus als so manch anderes Modell auf den folgenden Seiten. Allerdings sind dafür auch nur drei Breitband-Speaker verbaut. Trotz Kunststoff macht das Gerät aber dank seinem gebürsteten Design und schicken Bedienelementen an der Oberfläche mehr her, als man annehmen dürfte.

Dazu gesellt sich ein Frontfire-Sub, der mit seinen Maßen von  19 x 38 x 39 Zentimetern weder sonderlich groß noch auffällig klein ausfällt. Das Display gibt die wichtigsten Informationen preis und ist auch bei angebrachter, magnetischer Grill-Abdeckung zum Schutz der Treiber gut ablesbar.

Hilfe beim Einrichten

Ein Einrichtungsassistent erleichtert die ersten Schritte wie Netzwerkeinbindung, Quellenanschluss oder Pegel-Justage. Das kennen wir schon vom Top-Model HT-ST5000. Überhaupt heimst die Sony Soundbar hier einige Pluspunkte für das anschauliche On-Screen-Menü ein, wie es in dieser ansprechenden Form sonst kein Modell im Testfeld bietet.

Insgesamt drei HDMI-Buchsen finden wir an der Rückseite. Das sollte für den Normalgebrauch völlig ausreichen. Wir schließen also Zuspieler und Fernseher an und legen los.

© Sony

Technik-Enthusiasten nehmen die Abdeckung ab. Dann kommen die drei Chassis sowie das schicke Display gut zur Geltung.

Gelungene Täuschung?

Zunächst testen wir mit Klassikern wie Mad Max. Bereits im Kino-Modus stellt sich ein räumliches Erlebnis ein und die Stimmen sind aus verschiedenen Richtungen wahrnehmbar. Der Subwoofer spielt ausreichend tief und druckvoll. Aktivieren wir schließlich besagten DSP, bleibt das erhoffte Aha-Erlebnis allerdings aus. Nur minimal weitet sich die Klangbühne. Bei traditionellem 5.1-Content kommt der 3D-Effekt schon etwas mehr zum Tragen. Das Durchspielen der 5.1.2-Testtöne auf der Atmos-Demo-Disc lässt uns beim Anspiel der Höhenkanäle nur eine minimale Änderung zwischen aktivierter und deaktivierter Vertical Surround Engine feststellen: Wir nehmen das Signal bei aktiviertem Modus etwas weiter außen wahr. Beide Male schafft es der Klang aber nicht bis an die Decke, sondern „nur“ ein gutes Stück über die obere TV-Kante. Doch das beherrschen auch die meisten Modelle hier im Test nicht besser.

Wechselt man viel zwischen TV-Sendungen, Filmen und Musik, macht die Auto Sound-Funktion einen guten Job. Sie passt den DSP für die jeweiligen Inhalte an. Für Musik-Content sollte man in jedem Fall auf den zugehörigen Sound-Modus umstellen und die Vertical Surround Engine deaktivieren. Dann ergibt sich ein in sich stimmiges Gesamtbild. Die Instrumente werden mit viel Detailreichtum wiedergegeben und bilden einen schönen Rahmen, in deren Mittelpunkt der Gesang steht. Die Stimme wird hier (bei nicht aktiviertem Centerkanal) dennoch akkurat mittig platziert und löst sich von den Abmessungen der Soundbar.

Die Höhen lassen sich im Gegensatz zum Subwoofer-Pegel (Ideal-Einstellung 6 oder 7) zum aktuellen Zeitpunkt nicht manuell justieren. Schade, da sie für unseren Geschmack bei einigen Standard-Testtiteln wie beispielsweise Adeles Hello etwas zu aggressiv im Vordergrund stehen, sodass wir die Lautstärke reduzieren müssen, um Verzerrungen vorzubeugen.

Netzwerkerin

Unsere Testfiles (FLAC, ALAC, etc.) spielt die HT-ZF9 ohne Probleme ab. Für Dateien im mp3 Format oder dergleichen steht der Sony-eigene Upscaler DSEE-HX bereit, den wir schon von früheren Soundbars sowie AV-Receivern kennen und schätzen gelernt haben. Denn ein Mehrwert an Auflösung und Brillanz ist tatsächlich zu vernehmen, ohne dabei unnatürlich oder künstlich zu klingen.

Apropos Musikzuspiel: Mittels der jüngst überarbeiteten Song-Pal-App, die jetzt passenderweise in Music Center umgetauft wurde, haben User Zugriff auf zahlreiche Streaming-Services sowie die Hits am Handy oder auch die im Heimnetz gespeicherten Dateien. Als äußerst praktisch erweist sich dabei auch die eigens dafür angebrachte Music Service Taste an der Fernbedienung.

Google Chromecast ermöglicht die Interaktion mit dem Google Assistant. Hat man einen Google Home oder vielleicht sogar Sony LF S50G zu Hause stehen, spielt die HT-ZF9 per Sprachbefehl Lieder ab und reagiert auf Lautstärke-Änderungen. Cool! Andere Geräte lassen sich auch via Multiroom koppeln. Wer möchte, kann das 3.1-System dann mittels zweier Rear-Speaker einfach und ohne lästige Kabelstrippen zum „echten“ 5.1-Setup erweitern.

© Sony

Neu ist die Vertical-Surround-Engine-Taste, die prominent in der Mitte platziert ist. „Home“ führt ins anschauliche On-Screen-Menü.

Anschluss-Vielfalt

An der Rückseite verbergen sich so einige Buchsen, allen voran zwei HDMI-Eingänge sowie der HDMI Ausgang mit Audio-Rückkanal (ARC) zum Anschluss an den Fernseher. Achtung: Sperrigere Kabel bereiten größere Schwierigkeiten beim Anschließen, weshalb man je nach Verfügbarkeit zu Hause in ein neues investieren muss. Dem Lieferumfang liegt nämlich ein Toslink-Kabel zur digital-optischen Verbindung bei. Die Weiterleitung von UHD-Signalen inklusive HDR10- Metadaten funktioniert dank HDCP 2.2 Kompatibilität tadellos. Unsere Tests bringen außerdem zum Vorschein, dass sich die ZF9 auch auf Dolby Vision versteht. Cool! UHD-Player oder Gaming-Konsolen können wir also ohne Bedenken direkt an der Bar anschließen.

Via USB oder Aux-In können wir Musik- sowie Bildinhalte zuspielen. Die LAN-Buchse ermöglicht die Integration ins Heimnetzwerk, alternativ steht auch die Wireless-Variante über WLAN zur Verfügung.

Fazit

Sony spricht mit der HT-ZF9 eine neue Zielgruppe an. Jene, wie man so schön sagt, „Early Adapter“, die sich für neue Trends wie 3D-Sound begeistern können, aber vielleicht nicht das nötige Kleingeld oder ausreichend Stauraum mitbringen. Bild- und tontechnisch ist sie mit 4K/HDR/Dolby Vision/HLG, Hi-Resolution Audio und zahlreichen Streaming-Features bestmöglich ausgestattet. Und gut klingen tut sie obendrein!

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