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Sony VPL-HW20

Der kleine Luxus

Mit dem VPL-HW20 präsentiert Sony die dritte Evolutionsstufe des kleinsten SXRD-Modells. Die Japaner versprechen High-End-Tugenden zum Vernunftspreis.

Sony bringt mit dem VPL-HW20 die neueste Evolutionsstufe des HW10, der als erster preiswerter LCoS-Projektor gilt. Die Grundkonstruktion stammt vom Qualia 004, der mehr als das Zehnfache kostete.

Der HW20 arbeitet mit der zweitneusten Generation der SXRDLCoS-Chips. Die neueste, auf kurze, für 3D ausgelegte Schaltzeiten optimierte Version ist dem VPL-VW90 (Heft 3/11, ab Seite 48) vorbehalten. Doch auch gegenüber den im Vorgänger HW15 verbauten Bilderzeugern haben die Entwickler den Kontrast verbessert, indem sie den Pixelabstand auf 0,2 Mikrometer verringerten. In Kombination mit weiterentwickelten Filtern kommt nun auch fast 25 Prozent mehr Licht auf die Leinwand.

Alles beim Alten

Optimale Einstellungen

Kontrast: 90Helligkeit: 50Farbe: 48Farbton: 50Schärfe: minErweit. Blende: Auto1Farbtemperaturbenutzerdef.: 3Verstärkg. R/G/B: 11/0/-1Vorspanng. R/G/B: 5/0/1Gammakorr.: Gamma3Farbraum: normalRCP: ausOverscan: ausFarbsystem: Auto

Optisch und mechanisch blieb mehr oder weniger alles beim Alten. Das Flundergehäuse sorgt für einen großen Querschnitt im Kühlluftstrom, der entsprechend langsam und daher leise fließen darf. Das Anschlussfeld sitzt seitlich und versenkt, was oftmals ein Verlegen und Verstecken der Kabel erleichtert. Das Objektiv im Linsensystem ist dem des Topmodells bauähnlich. Doch die teure elektrische Verstellung musste einer mechanischen mit Stellringen weichen.

Das gilt auch für den sehr weit verstellbaren Lensshift, der neben dem vertikalen auch einen horizontalen Versatz ausgleichen kann, was über im Deckel versenkte Regler verstellbar ist. Das Objektiv liefert zudem eine pixelscharfe, verzerrungsarme Abbildung.

Testurteil:

Sony VPL-HW20

€ 2.950; www.sony.de

+ ruhiges Bild, natürliche Farben+ flexibles, scharfes Objektiv+ digitale Konvergenzkorrektur- kein DeepColor

Gesamtwertung: sehr gut 78 %

Preis/Leistung: sehr gut

Elektronisch blieb ebenfalls alles beim Alten: Die BRAVIA-Engine kümmert sich ordentlich um De-Interlacing und die Skalierung. Die Sony-Algorithmen sind dabei so abgestimmt, dass sie immer ein artefaktarmes Bild liefern, das allerdings manchmal etwas weich wirkt; dafür ist es angenehm ruhig.

Genial ist Sonys einzigartige elektronische Konvergenz-Einstellung, die mit 0,1 Pixel Genauigkeit arbeitet und damit trotz unvermeidbarer Herstellungstoleranz bei 3-Chip-Projektoren knackscharfe Pixel liefert. Leider merkt man dem Sony-Board sein Alter insofern an, als es kein DeepColor versteht.

Grosser Farbraum

Auch der Sony arbeitet mit einem übergroßen Farbraum, der sich aber auf Videonorm umschalten lässt. Farbe und Gamma treffen nach Kalibrierung ebenfalls exakt die Norm. Auch mit abgeschalteter adaptiver Iris liefert der Sony tiefes Schwarz und exzellenten In-Bild-Kontrast bei kräftigen und realistischen Farben. Bei diesem plastischen Bild kommt schon dezentes High-End-Feeling auf.

Pixel-Schieber

Pixel-Schieber

© Video Homevision

Pixel-Schieber

Konvergenz war schon zu Röhrenzeiten eines der größten Probleme für die Bildschärfe. Nur 1-Chip-DLP-Projektoren kennen das nicht. Sobald man Bilder mit mehreren Bilderzeugern zusammensetzt, muss man diese zur Deckung, zur Konvergenz bringen.

Das gelingt mechanisch nie perfekt, gute Projektoren bieten aber entsprechende elektronische Helfer, die dies zumindest pixelgenau nachregeln können. JVC bot vor Jahren als erster Hersteller eine pixelweise Verschiebung an, Sonys Technik kann digital sogar 0,1-Pixel-weise das Bild genau justieren. Hier im Bild haben die Tester die Konvergenz einmal absichtlich verstellt.

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