4 OLED-Fernseher im Vergleich

Sony KD-65A8 im Test

11.8.2020 von Roland Seibt

ca. 3:30 Min
Vergleich
VG Wort Pixel
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Sony KD-65A8
Der Sony KD-65A8 hat einen Preis von 3.000 Euro (UVP).
© Sony / Screenshot & Montage: video Magazin

Pro

  • Android 9
  • Acoustic Surface
  • Audio-Einmessung
  • IMAX Enhanced

Contra

  • wenig Gaming-Boni

Fazit

Video-Testurteil: sehr gut (89%)

Sony war mit dem legendären Design-TV „A1“ 2017 in den OLED-Markt gestartet. Mit Android als Betriebssystem war es anfangs nicht leicht, doch in der vierten Generation und mit genügend Rechenpower liefert der neue A8 jetzt eine großartige Vorstellung ab.

Erst wenn man sich den Test des Monats unserer Ausgabe 6/2017 anschaut, in dem Sonys KD-65A1 sowohl als Highlight als auch in puncto Innovation ausgezeichnet wurde, erkennt man, wie schnell und gut sich die Technik hier weiter entwickelt hat. Nebenbei wird einem bewusst, dass Features, für die man damals 5.500 Euro ausgeben musste, nun für gut den halben Preis besser funktionieren.

Upgrade auf Acoustic Surface+

Fangen wir aber mit Sonys Alleinstellungsmerkmal an, das damals wie heute absolut fasziniert. Der OLED-TV besitzt als klassische Lautsprecher nur unterstützende Woofer, die sich hinten im Korpus verstecken. Alles oberhalb des Bassbereichs wird durch akustische Schwingungen des Panels selbst erzeugt. "Acoustic Surface" nennt Sony die Technologie, die durch zwei Aktuatoren den Schirm zur Schallwandlung nutzt.

Die weiterentwickelte Variante hat noch ein "+" im Namen sowie einen Centerkanal, ist aber der teureren 9er-Serie vorbehalten. Klanglich muss sich die Lösung absolut nicht vor den in den meisten TVs verbauten Downfiring-Lösungen verstecken. Harmonie und Maximaldynamik sind beeindruckend – vor allem, wenn man sieht, dass außer der Bildfläche halt nichts zu sehen ist.

Gerade für Dialoge ist es passend, wenn sie direkt aus den Mündern der Akteure zu kommen scheinen. Bei Actionszenarios oder Musik fällt hingegen die schmale Basisbreite auf. Die Wandler sitzen nicht am Rand, sondern auf 1/4 und 3/4 der TV-Breite.

Sony KD-65A8 Seite
Durch die Standfüße können Kabel recht dezent nach hinten geführt werden. Der Korpus ist vergleichsweise hoch, um Platz für Sound-Aktuatoren und Woofer zu erhalten.
© Josef Bleier

Die Räumlichkeit bleibt also hier recht begrenzt, wenngleich durch die Atmos-Algorithmen einiges an virtuellem Surround zugeschaltet werden kann.

Das Beste der Welten

Android als Betriebssystem war beim A1 noch ein Graus. Damals lag es in der Version 6 vor, reagierte zäh und versteckte entscheidende klassische TV-Features tief in unübersichtlichen Menüs.

Was die Oberfläche betrifft, hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden, da auch Google eingesehen hat, dass noch nicht jeder ausschließlich streamt, Apps oder die Sprachsuche nutzt. Eigentlich hatte sich von Android 8 zur Version 9 hier nichts Entscheidendes mehr getan, doch nun hat Sony für seinen Teil viele TV-relevante Funktionen neu aufgesetzt.

So wurde die Erstinbetriebnahme deutlich stringenter und verständlicher gestaltet, wenngleich jetzt viel mehr Screens mit Detailinformationen durchzuklicken sind.

Die Sendersuche klappt nun viel besser, die Sortierung erst recht. Nun muss nicht mehr jeder, der einen PC besitzt, auf Sonys kostenlos herunterladbares Tool "Channel Editor" ausweichen, um ordentliche Gesamt- und Favoritenlisten zu erstellen.

Wie in den Screenshots zu sehen ist, wurde auch der Programmführer überarbeitet und den vielen Bildeinstellungen hübsche Erklärbilder zur Seite gestellt. Das war für die Tester schon überraschend.

Sony KD-65A8 Programmfuehrer
Der neue Programmführer liefert mehr Daten auf einen Blick als alle Konkurrenten. Bei längerem Testzeitraum hätten die Empfehlungen vielleicht gepasst.
© Screenshot / Video Magazin

Innovationen in Qualität

Dolby Vision und -Atmos adaptierte Sony erst nach Einführung des A1, und kennt sich hier jetzt bestens aus. Aber obwohl beim A8 ein Lichtsensor als Hardware vorhanden ist, war Sony nicht so schnell wie Panasonic oder LG bei der Umsetzung von Dolby Vision IQ oder dem erweiterten Filmmaker-Modus. Laut Aussage auf der CES braucht man Letzteres ja gar nicht, da Sonys Kinomodus bereits vollumfänglich genormte Qualität liefere.

Auch wenn es etwas kleinlich wirkt, können wir diese Aussage jedoch gern widerlegen, denn in der Bildvariante "Kino" wird wie bei Sony üblich ein leicht zu kaltes, aber überbuntes Bild geliefert. Akiviert man allerdings den Modus "Anwender", stimmt sofort alles, was die Natürlichkeit von Farben und Kontrasten betrifft – und man schaut wie ein "Filmmaker". Dies war dann wohl auch die Betriebsart, in der die offizielle Zertifizierung zu "IMAX Enhanced" durchgeführt wurde.

Netflix calibrated Mode

Für Streamingfreunde leistet der "Netflix calibrated Mode" Ähnliches. Am Bild des Sony gibt es dann auch absolut nichts zu meckern.

Im Vergleich zum alten A1 hat sich übrigens der Füllfaktor des Panels erheblich erhöht. Eigentlich spricht das für eine verbesserte Lichtausbeute, die aber wahrscheinlich zum Wohl der Lebensdauer wieder begrenzt wurde. 300 Nits sind im SDR-Bereich absolut sinnig, in HDR liefert der Dynamikmodus bis zu 768.

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Android mit Google Assistant

Android steht für Vielfalt und Zukunftssicherheit im App-Bereich. Selbstredend versteht sich Sonys TV mit jedem Android-Smartphone, kann dessen Bildschirm spiegeln oder mittels Chromecast Streams abspielen.

Per Google Assistant kommt man in den Genuss der ausgereiften Sprachsuche. Aktiviert man Apps von Amazon Alexa oder der Calman Autokalibration, erweitert sich die Featureliste des Geräts. Für ganz Verspielte lassen sich auch Plex oder gar Kodi einbauen, wodurch sich unzählige neue Optionen bieten.

Lokale Dienste wie HD+, Sky Deutschland oder der VoD-Dienst Videociety haben es bei Sony etwas schwerer. Hier braucht man Zusatzhardware. Insgesamt ein tolles Gerät für Interaktive.

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