Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemkameras im Vergleich

Sony A6600 vs. Fujifilm X-T4: Bildqualität und Test-Fazit

Inhalt
  1. Sony A6600 und Fujifilm X-T4 im Test-Duell
  2. Sony A6600 vs. Fujifilm X-T4: Bildqualität und Test-Fazit

© Hersteller / Montage: Weka Media Publishing

Sony A6600 vs. Fujifilm: Wir vergleichen im Test die beiden spiegellosen APS-C-Systemkameras.

Bildqualität

Trotz des gleichen Sensor- und Bildprozessors löst die X-T4 bei ISO 160/400 überraschenderweise knapp 100 LP/BH weniger auf als die X-T3. Bei höheren ISO-Einstellungen sind die Auflösungswerte weitgehend vergleichbar. Bei den Dead-Leaves und beim Rauschen liegt die X-T4 knapp vorn.

Auch gegenüber der Sony A6600 fallen die Unterschiede nicht allzu bedeutend aus. Bei den Siemens-Sternen, also bei Strukturen mit monochromem Helligkeitsverlauf, kann Fujiflm überholen und erreicht bei ISO 160/400 mit 2150 LP/BH etwa 200 LP/BH mehr als Sony. Auch bei höheren Empfindlichkeiten bleibt der Auflösungsvorteil von Fujiflm von ca. 100 LP/BH erhalten.

© Screenshot & Montage: ColorFoto

Die Gradationskurve von JPEGs lässt sich in Lichtern und Schatten separat anpassen, wobei jetzt auch halbe EV- Werte möglich sind.

Anders bei farbigen Dead-Leaves: Diese gibt Sony klarer wieder, zum Teil aufgrund stärkerer Kontrastanhebung und Schärfung, zum Teil dank geschickterer Kantenbehandlung. Bei Farbstrukturen setzen beide Kameras auf ein ähnliches Rezept: Sie heben die Kontraste kaum über den Wert 1,0, halten dieses Niveau künstlich aber länger.

Sony geht hier aggressiver als Fujifilm vor. Bei hochkontrastigen Strukturen und kleinen ISO-Werten erreicht Sony einen Vorsprung von rund 200 LP/BH und einen

Maximalwert von fast 1400 LP/BH. Mit steigenden ISO-Werten wächst der Vorsprung sogar. Für Strukturen mit niedrigen Kontrasten ist der Unterschied bei niedrigen ISO-Stufen kräftiger – bis zu 380 LP/BH (ISO 100) zugunsten von Sony.

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Auffällig sind auch die Unterschiede in der Kantenbehandlung. Beide Hersteller greifen hier aggressiv ein – Fujifilm noch etwas stärker als Sony. Die Sony-Profile deuten auf schmalere, die von Fujifilm auf breitere Linien hin.

Das Rauschen beider Kameras ist vergleichbar, die Artefakte sind bei Sony aber stärker ausgeprägt. Der Unterschied ist auch in den Bildern sichtbar. Die Aufnahmen aus der Fujifilm sind schon ab ISO 400 etwas weniger pixelig. Nennenswert fällt das jedoch erst ab ISO 800 auf.

Im direkten Vergleich wirken Sony-JPEGs bei niedrigen Empfindlichkeiten schärfer und detailreicher. Die Aufnahmen aus der X-T4 sind stets leicht diesig. Der X-Trans-Sensor kommt nicht mit allen Strukturen perfekt klar.

Bei höheren Empfindlichkeiten trüben aber zunehmende Artefakte den guten Sony-Eindruck, sodass die Kameras sich annähern. Für beide gilt: Die JPEG-Signalverarbeitung ist zu aggressiv. Die RAWs wirken natürlicher und ausgewogener. Auch hier schlägt sich Sony insgesamt etwas besser, trotz des stärkeren Rauschens bei höheren ISO-Werten.

Unterm Strich liefern beide Kameras überzeugende Bilder, doch Sony kann mit dem klassischen Bayer-Sensor aus den Motiven in der Regel noch etwas mehr Details herauskitzeln. Den Vorsprung, den X-Trans-Sensoren einst hatten, kann die jüngste 26-MP-Generation gegenüber den aktuellen 24-MP-Bayer-Sensoren nicht mehr halten.

Fazit

Wer einfach nur Bildqualität möchte, fährt mit der Sony A6600 besser. Ihr Vorsprung ist – bei JPEGs – nicht gewaltig, aber sichtbar. Die AF-Funktionen sind bei beiden Kameras stärker geworden – hier mag Sony einen kleinen Vorteil haben.

Die klaren Stärken der Fujifilm X-T4 sind Sucher, Display sowie Bedienung und Handhabung. In allen diesen Punkten ist die X-T4 technisch und konzeptionell weiter. Zudem ist Fujifilms Angebot an Objektiven vielfältiger und bietet Fotografen somit mehr Optionen – und das ist vielleicht das wichtigste Argument. Punktsieg für X-T4.

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