Digitale Fotografie - Test & Praxis
Vergleichstest

Huawei Mate 20 Pro vs. Pixel 3 XL und iPhone XS: Kamera-Apps

Apple iPhone Xs

Statt JPEG nutzt das iPhone das Apple-Bildformat HEIC. Wir haben die Dateien mit dem iMazing HEIC Converter in JPEGs umgewandelt. RAW-Fotografie ist nur mit Fremd-Apps möglich. 

Wir haben die DNGs mit Lightroom aufgenommen. Diese App erlaubt nicht nur DNG, sondern auch manuelle Kontrolle von ISO, Belichtung und MF mit Peaking. Die beim Apple mitgelieferte Kamera-App sieht mit den schlanken Symbolen gut aus. Leider leidet die Erkennbarkeit unter der Ästhetik. 

Mit drei Video- und vier Fotomodi (Foto, Porträt, Quadrat, Panorama) ist die App übersichtlich. Das wichtigste Aufnahme programm ist der Foto-Modus. Damit kann man auf Blitzeinstellungen, Live (für bewegte Bilder), Selbstauslöser und Bildstile zugreifen. Zoomen ist bis 2fach optisch möglich, darüberhinaus digital. 

Über längeres Drücken aufs Display ruft der Fotograf die Belichtungskorrektur auf. ISO und Zeit bestimmt die App.

© Apple / Screenshot & Montage: ColorFoto

RAWs macht das iPhone nur mit einer Fremd­App wie z. B. Lightroom mit Zugriff auf beide Kameras und vielen Einstellungen (links). Der Kamerawechsel ist auch in der iPhone­App mög­lich, ebenso das digitale Zoomen bis Faktor 10. Als Format steht aber nur HEIC zur Verfügung (rechts).

Google Pixel 3 XL

Die Foto-App präsentiert sich grundsätzlich gut strukturiert mit kräftigen, weiß auf schwarz dargestellten Symbolen. Dank hoher Kontraste sind sie gut erkennbar. Aus Fotosicht ist „Kamera“-Mode das wichtigste Programm. Nur damit sind DNG-Aufnahmen möglich. Leider erlaubt das Pixel 3 XL keine Zugriffe auf ISO oder Zeit und zeigt weder diese Werte noch ein Histogram an.

Man kann auf Timer, HDR, Bildformat, Motion-Funktion, Weißabgleich und Blitz zugreifen. HDR ist wichtig, denn nur mit aktiviertem HDR+ kann man DNGs aufnehmen. Pixel berechnet aus einer Aufnahmeserie ein Endbild – sowohl im JPEG- als auch im DNG-Format. 

Ohne HDR erhält man deutlich schlechtere Ergebnisse mit weniger Zeichnung sowie ausschließlich JPEGs. Desweiteren bietet das Pixel 3 XL als Modi Porträt, Video, Panorama, Zeitlupe sowie Goole Lens.

© Google / Screenshot & Montage: ColorFoto

Die Kamera­App des Pixel ist sehr übersichtlich. Es mangelt aber an Möglichkeiten zur manuellen Kontrolle (links). Neben dem Kameramodus gibt es noch je ein Pro­gramm für Porträts und Panorama (rechts).

Huawei Mate 20 Pro

Die Foto-App des Mate 20 Pro zeigt sich eng mit der des P20 Pro eng verwand, ist aber überarbeitet. Im Vergleich zum P20 Pro sind die Symbole schlanker geworden – das wirkt eleganter, ist aber teilweise auch schlechter erkennbar. Die App bietet eine Fülle unterschiedlicher Programme: Blende, Nacht, Porträt, Foto, Video, Pro sowie zwölf weitere unter „Mehr“, darunter Panorama, Monochrome, HDR und Zeitlupe sowie die Möglichkeit, drei zusätzliche Programme nachzuinstallieren. 

Die Vielfalt ist einerseits großartig, andererseits kann sie verwirren. Fotografen empfehlen wir den Pro-Modus mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten und unbedingt der aktivierten DNG-Funktion. Im Pro-Modus blendet das Mate 20 Pro eine weitere, etwas dunkler unterlegte Leiste ein. Sie zeigt die regulierbaren Parameter an: Belichtungsmessmethode, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit, Belichtungskorrektur, AF-Modus (AF-S, AF-C, MF) und Weißabgleich.

Wer mag, kann die Belichtung manuell steuern oder ISO/ Zeit-Shift wählen. Huawei führt dann entweder die Zeit bei vorgewählter Empfindlichkeit oder den ISO-Wert bei vorgewählter Zeit nach. Die Steuerungsoptionen sind deutlich zahlreicher als beim Pixel oder iPhone. Wenn RAW aktiviert ist, wechselt man im Pro-Modus exakt von Kamera zu Kamera mit jeweils voller Auflösung. 

Dabei zeigt die App per Zoomfaktor, welche Optik gerade aktiv ist: 0,6 steht für f16 mm KB mit 20 MP, 1x für die Hauptoptik mit 27 mm KB und 40 MP und 3x für 81 mm KB und 8 Megapixel. 

© Huawei / Screenshot & Montage: ColorFoto

RAW­Aufnahmen sind nur im Pro­ Modus (links) möglich. Die App gewährt viele Zugriffe auf wichtige Einstellun­gen. Für die SW­ Fotografie gibt es einen Monochrom­ Modus (rechts).

Parallel zu DNG erhält man auch ein JPEG mit eingestellter Auflösung. Ist RAW nicht aktiv, arbeiten Foto- und Pro-Modus gleich und erlauben das Zoomen erst, wenn die Auflösung der Hauptkamera auf maximal 10 MP steht. Optisch zoomt man bis Faktor 3. 5fach- und 10fach-Zooms werden digital gebildet. Wer ohne aktiviertes DNG die Hauptkamera auf 40 MP stellt, verliert nicht nur die Zoomfunktion, sondern erhält bei wenig Licht ein mit 10 Megapixeln aufgenommenes und auf 40 Megapixel interpoliertes JPEG. Wir empfehlen daher, immer DNG zu aktivieren.

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