Digitale Fotografie - Test & Praxis
Smartphone-Kameras

BQ Aquaris X Pro im Kamera-Test

© BQ

Das Gehäuse aus hochwertigem 3D-Glas wirkt auf den ersten Blick edel, der relativ breite Kunststoffrahmen und die Metallfassung machen aber die Unterschiede zur Highend-Klasse deutlich.

Im neuen Topmodell Aquaris X Pro für knapp 400 Euro verbindet BQ einmal wieder eine sehr gute Ausstattung mit einem günstigen Preis. Beim X Pro hat der Hersteller nochmals an den Details gefeilt, hat die Ecken gerundet und den Kunststoff auf der Rückseite gegen Glas getauscht. So erinnert das X Pro bereits beim ersten Eindruck eher an ein Highend- Gerät als an ein Mittelklassemodell. Damit liegt es haptisch sehr angenehm in der Hand, das Glas fühlt sich hochwertig und robust an, birgt aber den Nachteil, dass es durch die glatte Oberfläche nicht unbedingt sicher auf rutschigen Unterlagen liegen bleibt – was auch für das Note gilt. Etwas altbacken wirkt eventuell der relativ breite Rahmen, der das Display einfasst. Dank IP52-Zertifizierung ist das Gehäuse gegen Staub und Tropfwasser geschützt, wobei das eigentlich nach mehr klingt als es ist, denn für wirklich zuverlässigen Schutz bei Nässe und Schmutz bedarf es im Grunde dem Schutz nach IP64 oder besser noch mehr.

Auf der Rückseite findet sich der gut positionierte Fingerabdrucksensor, am oberen Rand ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für den Kopfhörer und unten sind Lautsprecher und ein USB-2.0-CAnschluss angebracht. On/Off-Schalter und Lautstärkeregler liegen rechts und auf der linken Gehäuseseite versteckt sich ein recht stabiler Hybrid-Schlitten: Man kann damit entweder zwei SIMKarten nutzen oder eine SIM-Karte und eine microSD-Karte einsetzen, um den internen Speicher des Geräts nochmals zu erweitern.

Größe und Auflösung des Bildschirms können überzeugen. Das Note 8 bietet hier natürlich mehr, aber das 5,2 Zoll große Display des X Pro mit ordentlicher Full-HD-Auflösung ist im Alltag voll in Ordnung. Auch die Leuchtkraft ist sehr gut und selbst bei schrägem Einfallswinkel ist das Display gut lesbar. Wahlweise lassen sich ein Lese- Nachtmodus oder erhöhte Helligkeit aktivieren, um auch bei Sonnenschein die Anzeige noch gut erkennen zu können. Dann ist das BQ heller als das Samsung. Schade jedoch, dass dann die automatische Helligkeitsanpassung nicht mehr läuft, die schnell geringe Unterschiede im Umgebungslicht kompensiert. Hier sollte BQ nachbessern, denn im Test reagierte die Umstellung ein wenig träge.

© Colorfoto

Zum Repertoire der Nachbesserungsarbeiten gehören ein Stapel an Filtern, eine Beschneidungsfunktion und die Feinsteuerung von Farbe, Kontrast und Sättigung.

Dank der allgemeinen guten Erreichbarkeit der Tasten und Softkeys geht die Bedienung des X Pro schön leicht von der Hand. Der Kameramodus startet schnell über den Fingersensor oder optional, indem man zweimal die ON/ OFF-Taste drückt. In der Kamera steckt der 2L7-Sensor von Samsung, der wahrscheinlich auch im Samsung Galaxy S7 verbaut wurde. Lediglich Blende 1,8 fällt etwas kleiner aus (Galaxy: Blende 1,7). Sie reicht aber allemal aus, um auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch gute Qualität zu erreichen. Im Vergleich fehlt dem BQ aber der optische Bildstabilisator, den das Note 8 bei beiden Optiken bietet.

Gesteuert werden Foto- und Filmaufnahmen über die BQ-eigene Software. Diese ist in vier grundlegende Bereiche gegliedert: Panorama, Kamera, Video und Motion. Letztere teilt sich nochmals in Zeitlupe und Zeitraffer. In der Foto-Einstellung kann man zwischen automatischer Aufnahme, manuellen Einstellungen und neun Szenen wählen. Im unteren Bereich finden sich Zugriffsbuttons für Blitz, Selbstauslöser, Gittereinblendung, HDR-Funktion und allgemeine Einstellungen. Speziell für Aufnahmen mit hohen Dynamikwerten bietet das X Pro neben einer klassischen HDR-Funktion das neue „Multi-Image-Processing“ (HDR+). Im Prinzip handelt es sich dabei um eine nochmals verstärkte HDR-Funktion. Damit werden vor dem eigentlichen Auslösen zehn Bilder aufgenommen, wovon die Software wiederum sechs zu einem optimalen Bild zusammensetzt.

Profis werden vor allem den manuellen Modus zu schätzen wissen, in dem sämtliche Parameter wie Weißabgleich, ISO-Wert oder Belichtungszeit separat definiert werden. Ebenso besteht hier die Möglichkeit, manuell zu fokussieren, sodass man noch etwas mit der Tiefenschärfe spielen kann. Allerdings führt auch das BQ die ISO-Werte nicht ​nach, wenn man die Verschlusszeit variiert. Wer die ISO-Zeit verändert, bekommt automatisch angepasste Zeiten – sofern er das will.​

Die nachträglichen Kamerafunktionen sind ebenso übersichtlich gehalten und beschränken sich auf diverse Filter, die Anpassung von Helligkeit, Farben und Sättigung sowie auf das Beschneiden und Drehen der gespeicherten Aufnahmen. Als ungewöhnlich fällt auf, dass man durch die Einzelbildvorschau per Fingerwisch nach links zurück und nicht vorblättert – daran kann man sich aber letztlich schnell gewöhnen.​

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links -

Neuerscheinungen in der Übersicht -

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights -

Mehr zum Thema

Smartphone-Kamera

Die Kamera des LG G6 besitzt ein Ultraweitwinkel-Objektiv. Ob sie uns mit dieser Ausstattung überzeugen kann, lesen Sie in unserem Test.
Apple, Samsung und Co.

Wer baut das beste Smartphone für Fotografen: Asus, Apple, HTC, Huawei, LG oder Samsung? Wir testen die Smartphone-Kameras im Labor.
Smartphone

Asus schickt mit dem ZenFone 4 Pro ein Smartphone mit klarem Fokus ins Rennen. Im Test schauen wir uns die Kamera mit mehreren Brennweiten an.
Smartphone-Kameras im Vergleich

Huawei und Samsung legen bei ihren neuen Topmodellen besonderen Wert auf die Kameras. Doch welches macht die besseren Fotos?
Albelli, Cewe, myFujifilm und Pixum

Auch aus Smartphone-Fotos können Sie kinderleicht Fotobücher erstellen. In unserem Test vergleichen wir Bücher von Albelli, Cewe, myFujifilm und Pixum