Digitale Fotografie - Test & Praxis
Bildqualität

RAW-Test 2018: Sony Alpha 7 III

© Josef Bleier

Die Sony Alpha 7 III.

Die dritte Generation der Sony A7 lockt mit gehobener Ausstattung, darunter ein spritzwassergeschütztes Magnesiumgehäuse, ein  Bildstabili sa tor nach dem „5-Achsen“- Prinzip und ein hochwertiger elektronischer Sucher mit 786 432 RGB-Bildpunkten und 0,78- facher  Vergrößerung. Das Display mit 307 200 RGB-Bildpunkten ist verstellbar und berührungsempfindlich. Die Touch-Funktionalität beschränkt sich im Wesentlichen auf den AF (ohne Auslösung) und das Aktivieren der MF-Lupe per Doppelklick mit dem Finger.

Mit 693 Phasen- und 425 Kontrast-AFFeldern kombiniert die A7 III das Beste aus den AF-Systemen der A9 und der A7R III. Im AF-C-Modus kann jetzt auch der Autofokus mit Augenerkennung für das AF-Tracking genutzt werden, und der Joystick zum Anwählen von AF-Punkten ist ohnehin seit der A9 Standard bei den A7-Modellen. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit beträgt 0,33/0,35 s bei 300/30 Lux, und Serien schafft die A7 III mit guten 10 B/s.

Bildqualität RAW / JPEG​

© ColorFOTO

Die A7 III zeigt im RAW-Format bei ISO 100 eine leicht verbesserte Auflösung gegenüber JPEG. Die Dead-Leaves-Kurven verlaufen deutlich flacher. Sie zeigen aber, dass Sony auch im RAW-Format die niedrigkontrastigen Frequenzen verstärkt.

Die Sony A7 III ist mit einem überarbeiteten CMOS-Sensor ausgestattet, die Neue kann sich sowohl bei JPEG als auch bei RAW etwas verbessern. Großen Auflösungszuwachs sollte man aber nicht erwarten. Bei ISO 100 sind es nicht einmal 100 LP/BH. Die Werte für die Dead Leaves liegen bei ISO 100 ca. 200 LP/BH unter denen der hoch- und niedrigkontrastigen Messungen von JPEG-Aufnahmen. Bei ISO 1600 wendet sich das Blatt. Wie schon bei der A7R III ist dies aber kein Problem, sondern eine Lösung für aggressive Signalverarbeitung der JPEG-Files.

Zwar bleiben auch auf den RAW-Bildern Kontrastanhebung sowie Kantenverstärkung erhalten, speziell bei niedrigen Kontrasten, sie sind aber nicht in dem Maße ausgeprägt wie auf den JPEG-Bildern. Im direkten Vergleich mit dem JPEG-Format wirken die RAW-Aufnahmen ausgewogener, zeigen eine bessere Dynamik und Zeichnung, insbesondere in den Bereichen mit niedrigen Kontrasten. Bei ISO 100 nimmt das Rauschen im Vergleich zu JPEG nur leicht zu und ist in der Praxis irrelevant. Bei ISO 1600 hängt das Rauschen von den Konvertierungseinstellungen ab.

Am stärksten ausgeprägt ist es bei L1 (2,3 VN). Das ist nicht viel, manche Motive können es durchaus vertragen. In der LR3-Einstellung sinkt es auf den gleichen Wert wie beim JPEG. Dank KB-Formats und „nur“ 24 MPAuflösung hat die A7 III genügend  Reserven für Aufnahmen bis ISO 1600. Wie stark man gegen das Rauschen vorgeht, ist eine persönliche Sache: Zwar gehen durch das Entrauschen Details verloren, doch selbst in der LR3-Einstellung sind die Bilder immer noch gut.

Fazit

© ColorFOTO

Diese springen im Bereich der niedrigen bis mittleren Frequenzen kurz über die 1,0-Grenze und erreichen Werte bis fast 1,2 – das ist für RAW viel. Das Rauschen ist insgesamt niedrig.

Sonys Vollformatkamera der 2000-Euro-Klasse agiert auf Augenhöhe mit den Profimodellen A7R III und A9 und hat praktisch alles, was man sich als ambitionierter Fotograf wünscht: vom High-End-Hybrid-AF über den integrierten Bildstabilisator bis hin zum SD-Karten-Doppelschacht. Auch die Bildqualität kann überzeugen. Zwar verbessert sich die Auflösung nur ein wenig, aber dafür verschwinden die hässlichen Kantenaufsteilungen und übertriebenen Kontraste. Außerdem hat die Sony das Rauschen gut im Griff.

© colorfoto

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