Smart Home

Philips Hue, Ikea & Co: Smarte Beleuchtung im Vergleich

Mit smarter Beleuchtung passen Sie Helligkeit und Lichtfarbe Ihrer Lampen automatisch an und sorgen damit für ein besonderes Ambiente. Wir vergleichen vier Systeme: Philips Hue, Ikea Trådfri, Pearl Luminea und Nanoleaf Light Panels.

smarte beleuchtung

© Philips

Mit smarter Beleuchtung wie Phlips Hue können Sie das Ambiente in Räumen variabel beeinflussen.

Smarte Beleuchtung lässt sich ohne großen Aufwand in jede Wohnung holen: Alte Lampen durch Funklampen ersetzen, und schon kann man loslegen. Auf Knopfdruck ändern die vernetzten Leuchtmittel dann Helligkeit und Lichtfarbe, reagieren auf gesprochene Kommandos und lassen sich oftmals auch in das Smart Home integrieren.

Vom Glühbirnen-Ersatz über Leuchtstreifen bis hin zu Garten-Laternen und Wandpaneelen ist die Auswahl an smarten Lampen groß. Was aktuelle Systeme leisten und für welche Anwendungsszenarien sie sich am besten eignen, zeigen wir am Beispiel von vier aktuellen Smartlicht-Systemen. Mit dabei sind Ikea Trådfri, Nanoleaf Light Panels, Pearl Luminea und Philips Hue.

Ikea Trådfri

Das Smartlicht-System Ikea Trådfri beeindruckt durch seine große Produktauswahl. Aktuell sind 26 verschiedene Artikel erhältlich. Zum Sortiment zählen Lampen für die E14- und E27-Sockel, Leuchtmittel für Halogen-Spotlights (GU10) sowie LED-Streifen. Eine Besonderheit sind die bis zu 60 Zentimeter breiten und 90 Zentimeter langen LED-Lichtpaneele (Floalt) für die Wand- und Deckenmontage sowie bis zu 80 x 40 Zentimeter große LED-Leuchttüren (Surte und Jormlien).

Praktisches Extra: der sogenannte Treiber, ein Transformator, der auch nicht-smarte Lampen in das Trådfri-System einbindet.

Intelligente Beleuchtungssysteme im Vergleich

© Ikea

Die bis zu 60 cm breiten und bis zu 90 cm hohen Floalt-Lichtpaneele von Ikea.

Das smarte Leuchtsystem von Ikea ist vergleichsweise günstig. Los geht es schon ab 7 Euro für eine GU10-Lampe, während man für 10 Euro eine 1.000 Lumen helle E27-Lampe bekommt. Käufer haben es jedoch nicht leicht, weil Ikea seine Trådfri-Produkte über diverse Webseiten verteilt und sie mit wenig aussagekräftigen Beschreibungen garniert. Nur durch genaues Hinschauen erfährt man beispielsweise, ob eine Lampe zu unterschiedlichen Farbtemperaturen wechseln oder auch farbig leuchten kann.

Eher unklar bleibt auch, welche Komponenten man eigentlich benötigt, um loszulegen. Am schnellsten klappt der Einstieg in Trådfri mit einem der drei Starter-Sets. Sie kosten zwischen 25 und 35 Euro und bestehen aus LED-Lampe und Funkfernbedienung. Letztere funktioniert je nach Set entweder als klassische Fernbedienung, Dimmer oder Bewegungsmelder.

Mit allen drei Varianten können bis zu 10 Lichtquellen gesteuert werden. Hält man die Fernbedienung an eine Lampe und drückt den Pairing-Schalter, wird diese automatisch in das System übernommen.

Das 30 Euro teure Gateway braucht man, um Trådfri netzwerkfähig zumachen. Erst dann funktioniert auch die Trådfri-App für Android und iOS, die dank guter Schritt-für-Schritt-Anleitungen die Installation und Konfiguration leicht macht. Über die Trådfri-App lassen sich Lampen Räumen wie dem Wohn- oder Schlafzimmer zuordnen und zeitgesteuert ein- und ausschalten, wahlweise zu fest definierten Uhrzeiten oder bei Sonnenaufgang als Aufweckfunktion. Zusätzlich kann man per App aus bis zu 20 Farbtönen wählen statt maximal 9 über die Fernbedienung.

Über das Internet lässt sich Trådfri nicht steuern, sondern bleibt auf das WLAN beschränkt – es sei denn, man verwendet die Lampen zum Beispiel mit Philips Hue weiter. Mit Amazon Alexa, Apple HomeKit und Google Assistant unterstützt das Smartlicht-System von Ikea die drei aktuell beliebtesten Sprachassistenten.

Nanoleaf Light Panels

Die Nanoleaf Light Panels gehören zu den aktuell teuersten Smartleuchten, die man sich ins Haus holen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass sie mit einer Lichtstärke von nur 100 Lumen keine konventionelle Beleuchtung ersetzen können. Dennoch lohnt sich die Anschaffung, denn Nanoleaf erzeugt eine Lichtatmosphäre, an die kein anderes Smartlicht-System herankommt. Die Nanoleaf-Panels sind kompatibel zu Amazon Alexa, Google Assistant, IFTTT und Apple HomeKit und lassen sich damit zum Beispiel auch mit Philips Hue kombinieren.

Intelligente Beleuchtungssysteme im Vergleich

© Nanoleaf

Mit den Nanoleaf Light Panels formt man bis zu 30 dreieckige Lichtpaneele zu einer geometrischen Lichtfigur, die mit dem optionalen Rhythm-Modul sogar direkt auf Sprache und Musik reagiert.

Das kleinste Light-Panels-Set für 210 Euro enthält 9 dreieckige LED-Panels, die eine Kantenlänge von 25 Zentimetern besitzen und jeweils 210 Gramm leicht sind. Abgesehen von den Ecken und einem schmalen Rand kann jedes Panel vollflächig in einer von 16 Millionen Farben leuchten und lässt sich in Farbtemperaturen von 1.200 bis 6.500 Kelvin schalten.

Der Clou: Über Kontakt-Pins an jeder Seite kann man die Panels frei in Reihenfolge und Form zusammenstecken und damit beliebige geometrische Strukturen erzeugen. Reichen die Dreiecke nicht für die Wunsch-Form aus, greift man zum Erweiterungsset für 65 Euro, das drei weitere Panels enthält. Insgesamt lassen sich bis zu 30 Panels von einem Controller steuern, der an eine beliebige freie Stelle gesteckt wird.

Die Kontaktaufnahme mit dem Controller erfolgt per Android- und iOS-App über das 2,4-GHz-WLAN. Mit der App stellt man die Farben der Nanoleaf-Panels ein. Für eindrucksvolle Lichtstimmungen sorgen dabei die Szenen, welche die Pads in vordefinierten Farben und Dimmzuständen leuchten lassen – je größer die Panel-Struktur, desto eindrucksvoller. Die Farbmuster kann man auch selbst kreieren, was jedoch ein wenig Einarbeitungszeit erfordert. Abkürzen lässt sich die Bastelei, indem man über die App eine der zahlreichen, von der Community entwickelten Panel-Szenen installiert.

Geradezu spektakulär wird der visuelle Eindruck mit dem 60 Euro teuren Rhythm-Modul. Das reagiert auf Umgebungsgeräusche mit einer entsprechenden Panel-Beleuchtung. Welche Farben wie schnell und in welchem Muster erscheinen sollen, legt man im Rhythm-Tab der App fest. Passend zur Musik oder zum Spiel erfolgt der Lichtwechsel dann etwa schnell und mit grellen Farben oder langsam und harmonisch.​

Das zweite interessante Zubehör ist die Fernbedienung Remote (60 Euro), die die ungewöhnliche Form eines 12-seitigen Würfels besitzt. Jede der 12 Seiten lässt sich programmieren und löst eine Aktion wie Aktiviere Farbmuster X aus.

Pearl Luminea

Pearl zeigt mit seiner Luminea-Serie, dass smarte Beleuchtung nicht viel kosten muss. Los geht es mit 13 Euro teuren Lampen für die GU10-Fassung, die weißes oder warmweißes Licht und eine Dimmer-Funktion bieten. Zwei Euro mehr bezahlt man für Luminea-Leuchtender Fassungen GU10, E14 und E27, bei denen sich auch die Farbtemperatur im Bereich zwischen 2.700 (warmweiß) bis 6.500 Kelvin (tageslichtweiß) einstellen lässt.

Ebenfalls 15 Euro kosten die bunten RGB-Versionen mit 16 Millionen Farbtönen. Komplettiert wird das Luminea-Sortiment von 2 und 5 Meter langen LED-Streifen (28 bis 47 Euro), die sich zum Beispiel um Bilderrahmen oder Möbel drapieren lassen und dort für Lichtakzente sorgen.

Intelligente Beleuchtungssysteme im Vergleich

© Pearl

Kaum teurer als eine Standard-LED: Die RGB-fähige E14-Smartlampe ​von Pearl (Best.Nr: NX-4462-911) ​kostet lediglich 15 Euro.

Für die bis zu 1.050 Lumen hellen Pearl-Lampen zahlt man zwar etwas mehr als für die LEDs von Ikea Trådfri, muss aber keine Folgekosten einkalkulieren. Im Gegensatz zu Ikea und Philips braucht es für die Luminea-Produkte kein Gateway zur App-Steuerung, da sie auf ZigBee verzichten und stattdessen wie Nanoleaf direkt mit dem WLAN-Router im 2,4-GHz-Band kommunizieren. Entsprechend einfach ist die Inbetriebnahme – Lampe einstecken, einschalten und mit der Elesion-App für Android und iOS ins drahtlose Netzwerk einklinken. Dann nehmen die Luminea-Lampen auch Sprachkommandos via Amazon Alexa und Google Assistant entgegen.

Die Pearl-App übernimmt gleichzeitig die Rolle der Fernbedienung und bietet neben Standards wie einem Timer und einer Gruppierungs-Funktion etwas mehr Einstellungen als die recht spartanische Ikea-App. So erlaubt Elesion bei RGB-Lampen eine stufenlose Anpassung der Farbe per Farbkreis und bietet acht vordefinierte Lichteinstellungen, von denen drei mit einem automatischen Farbwechsel für Stimmung sorgen. Zudem unterstützt die App IFTTT und erlaubt damit das Programmieren von Aktionen nachdem Wenn-Dann-Schema. Beispiel: Wenn Sonnenuntergang, dann schalte alle Lampen auf 100 Prozent Helligkeit.

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Philips Hue

Bereits seit 2012 ist Philips Hue auf dem Markt und damit eines der ältesten Smartlicht-Systeme. Hue hat der Konkurrenz nicht nur seine lange Entwicklungszeit und Reife voraus, sondern überzeugt auch durch große Produktauswahl, einfache Bedienung und eine unerreicht hohe Vielseitigkeit. Zum einen, weil sich Hue per Amazon Alexa, Apple HomeKit und Google Assistant via Stimme steuern lässt. Zum anderen achten viele Drittanbieter darauf, dass ihre Produkte eine Verbindung zur Philips Hue Bridge herstellen können. Sie bildet das Herzstück jeder Hue-Installation und kontrolliert alle Smart-Home-Komponenten, was nicht nur lokal, sondern auch über das Web funktioniert.

Intelligente Beleuchtungssysteme im Vergleich

© Philips

Intelligente Beleuchtungssysteme im Vergleich

Das fast beliebig erweiterbare Hue eignet sich besonders gut für Nutzer, die ihre eigenen vier Wände automatisieren wollen. Haben sie schon passende Geräte im Einsatz, stehen die Chancen gut, dass sie mit Hue weiter funktionieren.

Das gilt natürlich auch für Philips-Produkte: Beispielsweise lassen sich Ambilight-Fernseher mit Hue koppeln, um die Farben des TV-Bilds mit dem Wohnzimmerlicht zu synchronisieren. Die Kompatibilität schließt auch die unterschiedlichen Produktgenerationen der Hue-Lampen mit ein. Auch die LEDs der ältesten, 2012 erschienenen Generation laufen problemlos neben der jüngsten Lampen-Generation aus dem Jahr 2017.

Kompatibilität: Philips Hue günstig erweitern

© Philips

Leuchtmittel: Die Philips Hue Bridge steuert bis zu 50 ZigBee-kompatible Lampen und Leuchten.

Wie bei Ikea ist auch bei Philips der Einstieg in die Smartlicht-Welt nicht ganz leicht, was aber weniger an unklaren Beschreibungen liegt, sondern an der großen Produktvielfalt. Orientierung bieten die drei Produktkategorien White, White Ambiance und White and Color Ambiance, in die Philips seine LED-Streifen und bis zu 806 Lumen hellen Lampen und Leuchten (Sockel GU10, E14 und E27) einteilt.

Während die White-Leuchtmittel nur grundlegende Funktionen wie Schaltzeiten und Dimmen beherrschen, kommt bei White Ambiance eine stufenlos einstellbare Farbtemperatur für weißes Licht dazu. Dasselbe für farbiges Licht mit 16 Millionen Farbtönen gibt es mit White and Color Ambiance.


Für den Einstieg empfehlen sich die Starter-Kits, weil sie neben jeweils 3 Lampen auch die Hue Bridge und eine Fernbedienung umfassen. Beispielsweise kostet das White and Color Ambiance-Starter-Kit 140 Euro, eine einzelne White-Lampe rund 20 Euro.​

Fazit

Wer einen günstigen Ersatz für konventionelle Beleuchtung sucht, ist mit Ikea Trådfri oder Pearl Luminea am besten bedient. Die auf das WLAN beschränkte Trådfri-App bietet aber wie ihr Pearl-Gegenstück kaum Lichteinstellungen und Möglichkeiten zur Automatisierung.

Genau andersherum verhält es sich mit Philips Hue, dem leider ziemlich teuren Alleskönner. Auch komplexe Lichtszenarien lassen sich mit dem Branchenprimus dank starker App und großer Produktauswahl leicht umsetzen. Zudem unterstützt das ZigBee-basierte Hue Produkte vieler anderer Smartlicht-Anbieter und eignet sich ideal für die Hausautomation. Das meiste Geld muss man für die Nanoleaf Light Panels investieren, bekommt dafür aber auch die mit Abstand eindrucksvollsten Lichteffekte geboten

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Tipp: Ikea Trådfri mit Firmware 1.2 fit für Hue

Einfache Bedienung, große Auswahl an Lampen, aber leider ziemlich teuer: Wer Philips Hue günstig erweitern will, kann sich mit preiswerten Drittanbieter-Lösungen behelfen, beispielsweise Ikea Trådfri. Weil beide Systeme über ZigBee kommunizieren, lassen sich die Trådfri-Leuchten auch unter Hue weiter nutzen, indem man sie mit der Philips Hue Bridge koppelt.

Voraussetzung für Ikea Trådfri: Die LEDs müssen der Chargen-Version 1721 oder neuer entstammen (auf der Verpackung aufgedruckt), weil sie erst dann die Firmware-Version 1.2 und damit die gleiche ZigBee-Version wie Philips Hue verwenden. Bei älteren Trådfri-Lampen muss man die Firmware über das 30 Euro teure Trådfri-Gateway auf den neuesten Stand bringen. Weitere Alternativen: Auch die Zigbee-Leuchtsysteme Osram Lightify, Innr Lightning und Nanoleaf sind kompatibel zu Philips Hue.

Smartlicht-Systeme: Drei weitere Anbieter

© Osram

Osram Lightify

Weitere Alternativen zu Philips Hue und Co.

Osram Lightify

Das Hue-kompatible Osram Lightify empfängt Kommandos per App, Sprache und Fernbedienung. Geboten wird eine große Auswahl an E27- und E14-LEDs sowie Leuchtstreifen und Outdoor-Lampen. Lightify unterstützt die Sprachassistenten Alexa, Siri und Google Assistant.

Elgato Eve

Anders als ZigBee-Lösungen wie Philips Hue brauchen die LEDs von Elgato​ keine Bridge, sondern werden per Bluetooth 4.0 LE und Apple-Mobilgerät gesteuert. Jüngster Sproß ist die Apple-HomeKit-, also Siri-kompatible Eve Flare, die batteriebetrieben läuft und sich überall aufstellen lässt.

Smartlicht-Systeme: Drei weitere Anbieter

© Elgato

Elgato Eve

Innr Lightning

Innr Lightning​ ist ein Smartlicht-System mit E14- undE27-Leuchten, Halogen-Spotlights sowie LED-Streifen. Kompatibel ist es zu Philips Hue, Osram Lightify und Ikea Trådfri. Auch Amazon Alexa wird unterstützt, Apple HomeKit jedoch nicht.

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