Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemcheck

Panasonic-Kameras im Test: 4K-Video, Bildqualität und mehr

Panasonic Lumix GX81, GH5 und GX8 im Test

© Panasonic

Panasonic-Kameras im Test: Der kleine Sensor und die Konstruktion ohne Klappspiegel ermöglichen im MFT-System die extrem kompakte Bauweise von Gehäusen und Objektiven.

Dass G81, GX8 und GH5 neben dem Full-HD- auch das 4K-Videoformat unterstützen und den Fokus während des Filmens zuverlässig nachziehen, ist für sich betrachtet schon längst keineBesonderheit mehr. Mit der GH5 hat Panasonic jedoch einmal mehr seine Rolle als Vorreiter auf diesem Gebiet unter Beweis gestellt: Die GH5 beherrscht mit der neuesten Firmware die professionelle 4:2:2-Farbverarbeitungmit 10 Bit; außerdem kann sie die Videodaten mit bis zu 400 Mbit/s auf SD-Karte schreiben, sprengt das sonstübliche Zeitlimit von 30 Minuten undermöglicht das Aufzeichnen von Log-Profilen. Für diejenigen Anwender, denen die Auflösung der 4K-Videos nicht genügt, ermöglicht die GH5 zudem Serienaufnahmen mit 18 Megapixeln und 30 B/s (6K-Foto). Zu Panasonics Spezialitäten zählt auch die „Post Focus“-Funktion. Damit erstellen G81, GX8 oder GH5 eine Reihe von 8- (GX8, G81) bzw. 18-MP-Bildern(GH5), während der Autofokus den gesamten Bereich von unendlich bis zum für ihn gerade noch möglichen Aufnahmeabstand durchfährt. Anschließend kann sich der Fotograf im Wiedergabemodus die besten Treffer aussuchen.

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Autofokus und Performance

Die Panasonic-Modelle nehmen zum Scharfstellen eine Kontrastmessung am Aufnahmesensor mit bis zu 49 (G81,GX8) bzw. 225 Feldern (GH5) vor und nutzen dazu die „DPD“ (Depth from Defocus)-Technik: Anhand zweier unscharfer Bilder schätzt das System die wahrscheinliche Motiventfernung und fokussiert dann nach – die Trefferquote überzeugt. Am schnellsten funktioniert der überarbeitete Autofokus der GH5. Sie löst mit zugeschaltetem Einzel-AF nach nur 0,18/0,32 s aus (300/30 Lux). Die G81 kommt auf 0,19/0,37 s, die GX8 benötigt 0,21/0,39 s. In Sachen Serienbildgeschwindigkeit liegt die GH5 mit 10 B/s ebenfalls vorne; die G81 folgt mit 9, die GX8 mit 8 B/s. Praktisch: Bei der Aufnahme von JPEG-Serien halten die drei Lumix-Kameras dieses Tempo durch, bis die Karte voll ist.

Tasten, Wahlräder, Touchscreen

Als gehobene Systemkameras haben alle drei Lumix-Modelle eine ganze Reihe von klassischen Bedienelementen, unter anderem zwei multifunktionale Rädchen oben, einen AF/MF-Schalter und ein Modusrad. Die GH5 bringt allerdings mit Abstand die meisten Direktzugriffe mit, als Extras beispielsweise ein weiteres Wahlrad an der Richtungswippe und einen Joystick, der unter anderem beim Positionieren des Autofokusmessfelds und beim Navigieren im übersichtlichen Haupt- und Schnellmenü hilft.

Wie von Lumix-Kameras gewohnt, funktioniert all das auch sehr komfortabel per Touchscreen – ein durch und durch gelungenes Bedienkonzept, flexibel und intuitiv verständlich.

Bildqualität

Die GH5 holt aus ihrem Micro-Four-Thirds-Sensor die höchste Auflösung heraus (bis 1905 LP/BH), vor allem aber eine deutlich überlegene Feinzeichnung und Textur. Im DL-Vergleich liegt sie vor der älteren GX8 (bis 1326 statt 1161 LP/BH), was sie allerdings auch der relativ starken Kontrastanhebung verdankt. GX8 und G81 greifen im Gegensatz dazu weniger an Kontrasten, dafür stärker an harten Kanten ein. Das verleiht den Bildern eine besondere, stellenweise auch überzogene Schärfe.

Die G81 kommt mit 16 MP nicht ganz an die Auflösung der größeren Schwestermodelle heran (bis 1787 LP/BH), zeigt aber das bessere Rauschverhalten und einen deutlich größeren Kontrastumfang: Zwischen ISO 100 und 800 steigt der Visual Noise von 0,7 auf 1,1 VN statt von 1,1 (GH5) bzw. 0,9 (GX8) auf 1,4 VN. Dazu kann die G81 die Dynamik bis ISO 800 unverändert auf 13 Blenden halten – das ist top.

Bei GH5 und GX8 sinkt der Kontrastumfang moderat von rund 10 (ISO 100) auf 9,3 bzw. 9,7 Blenden (ISO 800). In der Gesamtwertung landet die G81 trotz ihrer Stärken auf einem guten dritten Platz hinter den beiden 20-MP-Varianten – nicht nur wegen der Auflösung, sondern auch wegen der Dead-Leaves-Werte, die bereits bei ISO 800 auf signifikante Einbußen an feinsten Strukturen hindeuten.

Ab ISO 1600 haben es alle drei Micro-Four-Thirds-Modelle mit sichtbaren Detailverlusten zu tun und gegenüber Kameras mit größeren Sensoren das Nachsehen. Grundsätzlich empfehlen wir, im 4/3-System das RAW-Format auch schon bei niedrigeren Empfindlichkeiten zu nutzen. Sie erhalten damit eine sichtbar bessere Detailzeichnung und können überzogen harte Kantendarstellungen vermeiden.​

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