Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegelreflexkameras und Spiegellose

Panasonic Lumix GH5 im RAW-Test

Panasonic Lumix GH5 vorne

© Panasonic

Die Panasonic Lumix GH5 ist eine sehr gut ausgestattete Kamera mit rasanten AF-Zeiten und beachtlicher Leistung im Videobetrieb.

Für knapp 2000 Euro ist sie die erste GH, die mit 20-MP-Sensor ohne Tiefpassfilter zu haben ist. Ihm zur Seite steht der ebenfalls neue Venus-Bildprozessor mit fünf Kernen. Als erste Fotokamera macht die Lumix auch 6k-Videos. Dabei filmt sie nicht nur mit 30 B/s und 4992 x 3744 oder 5184 x 3456 Pixeln, sondern bietet bei reduzierter Auflösung auch eine Serienbildfunktion mit 30 B/s. 

An Bord sind außerdem die Post-Focus- sowie eine Stacking-Funktion. Bei voller Auflösung macht die GH5 Serien mit 10 B/s – mit 71 RAWs oder unbeschränkt vielen JPEGs in Folge. Dazu kommt ein zuverlässiger, rasanter AF mit rekordverdächtigen Fokussierzeiten von 0,18 s/0,32 s bei 300/30 Lux, der auch im Videobetrieb sauber und zuverlässig die Schärfe nachzieht. Zur Ausstattung gehören ein integrierter Bildstabilisator, ein großer elektronischer Sucher (0,76x, 1 226 667 RGB-Pixel), ein 3,2 Zoll großes Display (405 000 RGBW-Pixel) und ein Doppel-SD-Kartenslot.

Bildqualität

Mit ihrem 20-Megapixel-Sensor erreicht die Lumix eine hohe Auflösung von 1905 LP/BH, bei RAW liegen die Werte über 2000 LP/BH. Auffallend im JPEG-Modus sind die DL-Kurven, die deutlich über den Normalwert 1 ansteigen – ein Indiz für eine starke Kontrastanhebung. Im RAW-Format bleibt weiterhin ein kleiner Hügel übrig, wenn auch insgesamt die Kontraste natürlicher werden – infolgedessen fallen auch die DL-Werte.


Panasonic Lumix GH5 oben

© Panasonic

Video-Spezialistin: Die GH-Baureihe ist vor allem bei Videofilmern bekannt und beliebt – fotografieren kann sie aber auch ausgezeichnet.

Auch die Kantenaufsteilung wird bei RAW reduziert, bleibt aber stärker erhalten als bei Kameras mit größeren Sensoren. Während sich das Rauschen bei niedrigen ISO-Werten in Grenzen hält, muss die GH5 bei ISO 1600 kräftig dagegen arbeiten. Im JPEG rechnet die Signalverarbeitung das Rauschen heraus, allerdings auf Kosten der Detailzeichnung. Gleichzeitig nehmen die Artefakte zu. 

Im RAW-Modus zeigen die Bilder mehr Details, rauschen aber mehr. Moderate Korrekturen bei ISO 1600 hinterlassen zwar noch sichtbares Rauschen (VN 2,3 bei LR2), aber die Kamera kann die Feinzeichnung besser halten. Insgesamt kommt die Panasonic mit RAW bei den niedrigen Empfindlichkeiten nah an APS-C ran, bei höheren ISO-Stufen kann sie nicht mithalten.

colorfoto Testsiegel Kauftipp Four Thirds

© Colorfoto

Diese Kamera erhält von der Colorfoto-Redaktion den "Four Thirds"-Kauftipp.

Fazit 

Die Panasonic Lumix GH5 ist eine sehr gut ausgestattete Kamera mit rasanten AF-Zeiten und beachtlicher Leistung im Videobetrieb. Bei niedrigen Empfindlichkeiten können es gerne JPEGs sein, wenn auch die Signalverarbeitung etwas zu aggressiv arbeitet. Bei höheren ISO-Werten ist RAW eindeutig die erste Wahl. Kauftipp Four Thirds!

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