Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemcheck

Olympus: Belichtung, Autofokus, Tasten & Bidqualität

Vergleichstest - Olympus MFT-Kameras

© Olympus

Für die Belichtungsmessung stehen neben den üblichen Modi (Mitte, Matrix, Spot) zwei Spot-Messvarianten für vorwiegend hellere beziehungsweise dunklere Bildkompositionen zur Verfügung.

Der mechanische Verschluss ermöglicht Belichtungszeiten von 1/8000 bis 60 s. Alternativ dazu bieten die Olympus-Kameras einen elektronischen Verschluss an, der zum einen geräuschlos arbeitet, zum anderen den Einstellbereich auf bis zu 1/16 000 (Pen-F, M5II) bzw. 1/32 000 s (M1II) erweitert. 

Bitte beachten: Bei bewegten Motiven und im Kunstlicht begünstigt der elektronische Verschluss das Auftreten von Bildfehlern. Zu den Spezialitäten der Olympus-Kameras zählt auch die Live-Bulb-Funktion. Dank ihr kann der Fotograf schon während einer Langzeitaufnahme am Monitor mitverfolgen, wie sich das Bild entwickelt und die Belichtung dadurch genau zum richtigen Zeitpunkt stoppen.

Autofokus und Performance

Pen-F und M5 II setzen zwar auf einen klassischen 81-Feld-Kontrastautofokus ohne Phasenerkennung, schneiden aber im Performance-Test sehr ordentlich ab. So brauchte die Pen-F im Labor je nach Umgebungslicht nur 0,16 bis 0,33 s zum Scharfstellen und Auslösen.

Trotzdem legt die M1 II mit ihrem speziellen On-Chip-Phasenerkennungs-AF-System und 121 Kreuzsensoren beim Tempo vor, ganz besonders in abgedunkelter Umgebung: Die gemessene Auslöseverzögerung beträgt 0,13 s bei 300 Lux und 0,14 s bei 30 Lux – spitze. 

Zudem verbessert der Hybridautofokus der M1 II die Kompatibilität von Four-Thirds-Objektiven. Hintergrund: Die per Adapter anschließbaren Four-Thirds-Objektive sind für einen Phasenautofokus optimiert. Daher bremsen sie in der Regel den Autofokus von MFT-Kameras aus, die typischerweise eine Kontrastmessung beherrschen.

Olympus OM-D E-M1 Mark II

© Olympus

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II

Im Serienmodus meistert die M1 II mit elektronischem Verschluss 18 RAW- Bilder/s, und das bei voller Auflösung und eingeschaltetem Autofokus. Ohne Schärfe- und Belichtungsanpassung schafft sie 60 B/s – rekordverdächtig. Pen-F und M5 II liegen mit rund 10 B/s weit zurück, obwohl auch sie durchaus zu den richtig schnellen Systemkameras gehören.

Tasten, Wahlräder, Touchscreen

Olympus kombiniert bei allen Top-Modellen eine Vielzahl von klassischen, teils definierbaren Bedienelementen mit einem Touchscreen, der beim Positionieren des AF-Messfelds und bei Eingaben im Quick-Menü hilft. Es gibt aber auch kleinere und größere Unterschiede zwischen Pen-F und den beiden OM-Ds. 

So besitzt die Pen-F neben dem Auslöser ein Belichtungskorrekturrad, das der M1 II fehlt. Dafür hat Letztere links des Sucherbuckels zusätzliche Tasten für HDR-, Drive- und AF-Modus. Zudem wurde für sie das typische Olympus-Menü grundlegend modernisiert; als Neuerung umfasst es nun u.a. ein komplexes Untermenü für Videoaufnahmen. 

Während die M5 II am Modusrad einen Schnellzugriff auf Motivprogramme bietet, machen die anderen beiden hier stattdessen drei (M1 II) bzw. vier (Pen-F) benutzerdefinierte Profile direkt zugänglich. 

Highlight der Pen-F: das vordere Kreativ-Einstellrad für Filter, Farbabstimmung und Monochrom-Modus mit Feinjustage von Gradationskurve, Filmkörnung und Mitteltönen.

Bildqualität

Vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten bringt der neue Micro-Four-Thirds-Sensor ein Plus an Auflösung und Bildqualität: Die M5 II schafft mit dem älteren 16-Megapixel-CMOS bei ISO 200 eine Auflösung von 1679 LP/BH; bis ISO 3200 sinkt der Wert auf 1466 LP/BH. 

Die beiden 20-Megapixel-Modelle kommen im gleichen ISO-Bereich auf 1891 bis 1717 (M1 II) bzw. 1885 bis 1693 LP/BH (Pen-F). Bei den DL-Werten sind die Unterschiede geringer. Sie sprechen aber zumindest bis ISO 800 tendenziell für eine bessere Feinzeichnung des neueren 20-Megapixel-Sensors. 

Zwischen ISO 800 und 1600 lässt die Darstellung feinster Details sichtlich nach. Wir empfehlen den Wechsel zu RAW. Erfreulich: Der Visual Noise steigt bis ISO 3600 nur moderat von 0,8 (Pen-F) beziehungsweise 0,9 VN (M1 II, M5 II) auf 1,7 VN. An dieser Stelle profitieren die Kameras unter anderem von ihrer sehr ordentlichen Dynamik:

Diese startet bei ISO 200 oberhalb von 11 Blenden und fällt bis ISO 3200 nicht unter 9,7 Blenden ab. Alles in allem liegen M1 II und Pen-F in der Punktewertung relativ nah beieinander und mit etwas mehr Abstand zur M5 II.

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