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LG OLED 65 E 7 V im Test: 6000 Euro

© LG

Die LG-Designer brachten das Panel dieses TVs auf einer Glasscheibe an, wodurch das Gerät sehr elegant und schlank wirkt. Den Oberklasse-TVs spendiert LG eine größere Fernbedienung mit Metallgehäuse. Funktionell besteht gegenüber den Befehlsgebern der günstigeren Modelle kein Unterschied.

Pro

  • unterstützt Dolby Vision
  • ausgewogenes, natürliches Bild

Contra

  • schwer zu findende Funktionen
  • Mediaspieler taugt nicht für Musik

Fazit

Testurteil: überragend; Preis/Leistung: sehr gut 91%

Chic kostet, guter Ton auch: Die elegante Glasrückwand dieses LG-TVs lässt sich der Hersteller bezahlen, das in den Gehäusesockel integrierte Tonsystem (neudeutsch: Soundbar) ebenso. Trotzdem ist der OLED 65 E 7 V nicht der teuerste Kandidat des Testfelds – diesen Platz nimmt der Metz ein. Wer auf Glas und Klang verzichten kann, wird vom Hersteller mit dem OLED 65 C 7 D stramme 1000 Euro günstiger bedient. Da fragen sich nicht nur Schnäppchenjäger, welcher der bessere Kauf ist. Immerhin: Der aktuelle Kandidat aus Korea rechtfertigt nicht nur mit äußeren Werten seinen Preis. Das Gerät bringt neben einem 1,64-Meter-Display auch digitale Dreifach-Doppelempfangsteile mit, ist also für DVB-T 2 HD ebenso geeignet wie für DVB-C und -S. Oder anders gesagt: Egal, auf welchem Weg klassisches Fernsehen ins Wohnzimmer kommt: Dieser LG empfängt und zeigt es.

Viel Multimedia 

Vier HDMI-Buchsen und drei USB-Kontakte sind in der Oberklasse selbstverständlich – an Letztere angeschlossene Festplatten speichern TV-Mitschnitte. Wie bei vielen Mitbewerbern auch lassen sich die Aufnahmen an anderen TVs oder PCs nicht nutzen. Mit gleich acht Streamingdiensten – darunter Amazon, Google, Maxdome und Netflix – ab Werk haben LG- Nutzer die Qual der Wahl. 

Zusätzlich gibt es noch den „LG Content Store“. Per virtueller Tastatur oder in der Fernbedienung eingebautem Mikrofon plus Spracherkennung sucht der Fernseher im aktuellen TV-Programm, bei Youtube und den Streamingdiensten nach dem Gewünschten. 

Zwiespältig präsentiert sich der Medienspieler dieses OLED-TVs: In Fotos kann der Betrachter fast beliebig den Bildausschnitt verschieben und vergrößern; auf Wunsch zeigt der Fernseher ganz normale Fotos als 360-Grad-Ansicht, in der sich mit der Maus der Fernbedienung wandern lässt.

In MPEG-2- wie MPEG-4-Programmstrom-Videos wechselt der Player ohne Murren zwischen mehreren Tonspuren; alte Letterbox-Mitschnitte vergrößert er zwar theoretisch bildschirmfüllend – ein simples 14:9- oder 16:9-Zoom hat der Mediaplayer des LG aber nicht.

Und mit Musik hat es der OLED 65 E 7 V gar nicht: Auf USB-Medien erkennt er zwar im verlustfreien FLAC-Format gespeicherte Titel, gibt sie aber nur stockend wieder. MP3-Musik stottert zwar nur zum Beginn jedes Titels – aber auch das mag man nicht unter Musikgenuss verbuchen.

Vielfältige Bedienung

PC- und Smartphoneaffine Nutzer dürften an der Fernbedienung mit Drehrad und virtueller Maus ihre helle Freude haben – nachdem sie einmal die für sie passende Reaktionsgeschwindigkeit des Mauszeigers justierten. Nicht so gelungen: einige holprige oder schlicht falsche Übersetzungen. Im Menü für den Weißabgleich gibt es nicht etwa, wie bei der Konkurrenz, RGB-Steller für Gain und Offset – stattdessen muss der Anwender mit einer „Muster außen“ beziehungsweise „innen“ genannten Funktion zwischen Hoch- und Tiefeinstellungen wechseln. Davor stehen selbst Kenner ratlos. Dass sich das pfiffige Sendermenü öffnet, wenn man mit der Maus ein paar Sekunden rechts oben in den Bildschirm zeigt, muss der Nutzer auch wissen.

Brauchbarer Klang 

Im Vergleich zu externen Soundbars fällt die Audiosektion des OLED 65 E 7 V etwas schmal aus. Das wirkt sich auch auf den Klang aus: Der TV tönt füllig, mit durchaus sattem Bass. Ein klein wenig gepresst spielt er bei komplexen Musikwerken oder Filmsoundtracks aber auf; die Maximallautstärke ist nicht überragend – in dieser Hinsicht bietet die Konkurrenz aus Franken mehr. Dennoch: Im Test gehört dieser LG zu den Meister-Klingern. Die Dolby-Atmos-Unterstützung hört man zwar – gegen echte Deckenlautsprecher kommt sie aber nicht an. Pünktlich zum Bildtest traf bei video die erste Dolby-Vision-UHD-BD ein: „Ich – einfach unverbesserlich“. Was dem Zuschauer aus dem LG-Panel entgegenstrahlt, ist schlicht überwältigend: Die Animationswelt funkelt, die Figuren zeigen sich in leuchtenden, satten, aber keinesfalls übetriebenen Farben. Auch mit öffentlich-rechtlichen wie privaten HD-Kanälen wirkt das Bild natürlich, gut ausgeleuchtet und in dunklen Partien fein durchgezeichnet – besser geht’s zur Zeit einfach nicht. 

Fazit 

Unter allen Kandidaten bietet dieser LG-OLED-TV das stimmigste Paket aus Bild- und Tonqualität, Ausstattung und Bedienung – sein Testsieg ist verdient. Wer bereits ein Surroundsystem hat, kann mit dem 65 C 7 D des Hauses 1000 Euro sparen.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel OLED LG 65E7V 08-2017

Aus dem Messlabor

© video-magazin.de

Bildmessung HDTV: Mit minimalen Korrekturen am Weißabgleich zeigt der OLED 65 E 7 V ein perfektes, neutrales Weiß (rechts oben). Der Einbruch des Gammawerts bei hoher Helligkeit sieht dramatischer aus, als er ist (unten) und ist dem OLED-Panel geschuldet. Die Farbpunkte (links) liegen schlicht perfekt.

© video-magazin.de

Bildmessung HDR10 mit erweitertem Farbraum BT.2020: So geht HDR! Die Helligkeitskurve des LG-OLEDs (rechts oben) weicht nur minimal vom Soll ab, die Weißbalance (unten) ist wieder perfekt. Den erweiterten Farbraum deckt dieser OLED-TV messtechnisch nicht ganz perfekt ab (links) – aber es gibt zur Zeit kein Panel, das es besser könnte.

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