Digitale Fotografie - Test & Praxis
Für DSLRs von Canon, Nikon, Sigma & Co.

Brennweite, Lichtstärke, Abbildungsfehler

Brennweite auf Objektiv

© philippe Devanne - Fotolia.com

Brennweiten auf einem Objektiv - angegeben in Millimeter.

Was bedeuten die Angaben bei Objektiven?

Es sind vor allem zwei Angaben, die ein Objektiv eindeutig kennzeichnen. Die Brennweite und die Lichtstärke. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und bedeutet, streng genommen die Entfernung zwischen der Aufnahmeebene (Sensor) und der Hauptebene des Objektivs. Durch bewegliche Linsengruppen in den Objektiven sind Brennweite und Baulänge eines Objektives aber nicht mehr wirklich aneinander gekoppelt.

Was sagt die Brennweite aus?

Je größer die Brennweite, desto enger wird der Bildwinkel und somit der Bildausschnitt. In anderen Worten: Mit zunehmender Brennweite nimmt auch der Vergrößerungsfaktor zu. Objektive, bei denen die Brennweite verändert werden kann, heißen Zoomobjektive oder einfach Zoom. Bei Zoomobjektiven geben die Hersteller jeweils die Werte für die kleinste und die größte einstellbare Brennweite an, etwa 28-85 mm.

Was bedeutet Lichtstärke bei Objektiven?

Die Lichtstärke ist die zweite Zahl, die ein Objektiv charakterisiert. Die Lichtstärke des Objektivs entspricht dem Kehrwert der kleinsten Blendenzahl, also der größten relativen Öffnung. Eine kleine Zahl steht also für eine große Lichtstärke. Alle möglichen Blendeneinstellungen eines Objektivs zusammen nennt man eine Blendenreihe. Benachbarte Werte stehen immer im Verhältnis 1:V2, da sie sich auf den Durchmesser der Öffnung beziehen. Die offene Fläche ändert sich also im Quadrat dieser Werte.

Was sind Blendenstufen?

Als "ganze Blendenstufen" bezeichnet man folgende Reihe: 1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11- 16 - 22 - 32. Von jeder Stufe zur nächsten wird die einfallende Lichtmenge halbiert. Ein Objektiv mit der Lichtstärke 2,8 ist also 4mal lichtstärker als eins mit der Lichtstärke 5,6.

Was ist der Crop-Faktor?

Der dritte Wert, der ins Spiel kommt, ist der Crop-Faktor. Er hat nichts mit dem Objektiv selbst zu tun, aber mit dem Kameragehäuse oder besser gesagt dem dort verbauten Sensor. Ein Sensor im APS-C-Format ist kleiner als der Sensor bei Vollformat-Kameras, aber größer als ein Four-Thirds- oder 1-Zoll-Sensor. Da man bei kleinerer Sensorfläche nur einen Ausschnitt des Bildes erhält, das bei gleicher Brennweite auf einen Vollformatsensor  aufgenommen würde, spricht man auch von einer Brennweitenverlängerung. 

Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, denn die Brennweite selbst ändert sich nicht, nur ihre Wirkung. Wir bevorzugen deshalb die englische Bezeichnung Crop-Faktor (Beschnittfaktor). Für das klassische Vollformat konstruierte Objektive liefern auch an Kameras mit kleinerem Sensor eine gute Abbildungsqualität, umgekehrt geht es aber nicht. APS-C-Objektive füllen keinen Vollformatsensor mit ihrem Bild aus, können aber wie Vollformatobjektive mithilfe eines Adapters oft an Kameras mit noch kleineren Sensoren eingesetzt werden.

Weitere Angaben für Bildstabilisator, Autofokusmotor und mehr

Neben den Zahlen gibt es noch eine ganze Reihe von Kürzeln, mit denen die Hersteller die Eigenschaften ihrer Produkte beschreiben. So heißen Objektive, die speziell für das APS-C-Format gerechnet wurden, bei Canon EF-S, bei Nikon DX oder bei Sigma DC. OS, IS, VC oder VR stehen für einen optischen Bildstabilisator, APO für eine besonders hochwertige (apochromatische) Korrektur von Bildfehlern und USM, S, USD oder HSM für schnelle und leise Ultraschallfokussierung. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, ein Blick auf die jeweilige Herstellerseite verrät, was die Buchstabenkürzel bedeuten.

Welche Abbilfungsfehler gibt es bei Objektiven?

Auch Wechselobjektive sind nicht frei von Abbildungsfehlern. Objektive biegen gerade Linien durch. Je nach Motiv stört das mal mehr, mal weniger. Werden gerade Linien am Bildrand nach außen gebogen, heißt die Verzeichnung tonnenförmig, sind die Linien nach innen durchgebogen spricht man von einer kissenförmigen Verzeichnung.

Lesetipp: So entstehen Verzeichnung und Vignettierung

Ein weiterer typischer Abbildungsfehler ist die Vignettierung, eine unerwünschte Abdunkelung zum Bildrand hin. Während das Problem der Verzeichnung bei jeder Blendeneinstellung gleich ist, kann der Grad der Vignettierung durch eine Änderung der Blendeneinstellung abgeschwächt werden. Bei offener Blende ist die Randabschattung für gewöhnlich am stärksten; durch Abblenden um ein bis zwei Stufen reduziert die Vignettierung.

Weitere Abbildungsfehler sind ein Schärfeverlust an den Bildrändern und unschöne Farbsäume (chromatische Aberration) an Kanten im Bild.

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