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High-End-Notebooks über 1.000 Euro im Test

Kaufpreise jenseits der 1000-Euro-Marke sind für ein Notebook durchaus eine Hausnummer. Bei Notebooksbilliger tragen derzeit jedoch bereits mehr als die Hälfte der Geräte ein vierstelliges Preisschild, was ein Indiz dafür sein dürfte, wohin der Trend geht. 

Tatsächlich werden gerade bei günstigeren Preisklassen schmerzhafte Sparmaßnahmen getroffen, um bestimmte, psychologisch relevante Preispunkte treffen zu können. 499 Euro sehen nunmal sehr viel besser aus als 509, und Geräte für 999 Euro verkaufen sich fraglos besser als solche für 1049. 

So greifen die Hersteller lieber zu einer günstigeren Tastatur ohne Beleuchtung, zu einem preiswerteren Gehäuse, oder sie lassen einen Fingerprint-Sensor weg, bevor eine wichtige Preismarke gerissen werden muss. Natürlich sind Preispunkte auch in der Preisklasse über 1000 Euro von Bedeutung. Doch ob ein Notebook am Ende 1399 statt 1299 Euro kostet, ist in diesen Preisregionen nicht mehr ganz so wichtig. 

Folglich gehen die Hersteller in diesem Preisbereich nicht mehr ganz so viele Kompromisse ein und bieten Geräte an, die im großen und ganzen stimmig sind und nur wenige wirkliche Schwächen aufweisen. Der Käufer kann hier also ein Notebook erwarten, bei dem von der Laufzeit über die Optik bis zur Verarbeitung alles stimmt. Dazu gehören schnelle CPUs und SSDs mit genügend Kapazität, ein TPM-Modul, Tastaturbeleuchtung sowie ein sehr gutes Display.

Lenovo Yoga 920

Anders als bei den Rivalen in dieser Geräteklasse handelt es sich beim Yoga nicht um ein Standard-Notebook, sondern um ein Convertible. Das Display des überragend verarbeiteten Rechners ist 13,9-Zoll groß und bietet eine hohe Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten. Leider ist es nicht ganz so hell wie etwa das des MateBook, zudem ist die rechte Seite sichtbar dunkler als die linke. Auch im Yoga kommt der Intel Core i7-8550U zum Einsatz, erhält hier allerdings Gesellschaft von DDR4- statt DDR3-RAM.

© Josef Bleier

Das Lenovo Yoga 920

Bei den Benchmarks machte sich das aber nicht positiv bemerkbar. Bei Convertibles ist die Qualität der Scharniere von höchster Bedeutung. Hier gibt sich das Yoga keine Blöße und überzeugt durch stabile Bauteile und eine gelungene Konstruktion, die eine lange Lebensdauer verspricht. Die Akkulaufzeit liegt mit 244 Minuten im Mittelfeld – ebenso wie das Gewicht, das mit 1334 Gramm fast exakt dem des Huawei MateBook entspricht.

Fazit

Das schicke Yoga lässt bei Display und Akkulaufzeit ein paar Punkte liegen. Es ist nicht günstig, aber hochwertig verarbeitet und gut ausgestattet.

Asus ZenBook S UX391UA

Mit erreichten 80 Punkten erhält das ZenBook ein gut; dazu bescheinigen wir dem Rechner wegen des vergleichsweise niedrigen Preis ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Beides hat sich dieses Standard-Notebook, das sich in Sachen Ausstattung und Verarbeitung nicht verstecken muss und ein hochwertiges Aluminiumgehäuse besitzt, absolut verdient. 

Wie in drei der vier Konkurrenten in dieser Preisgruppe arbeitet auch im ZenBook ein Core i7-8550U, ein 2017 vorgestellter Quad-Core-Prozessor mit Kaby-Lake-Architektur. Asus verwendet beim Zenbook den Onboard-Grafikchip von Intel und verzichtet, anders als etwa Huawei beim MateBook, auf eine zusätzliche, potenziell leistungsstärkere Grafikkarte.

© Josef Bleier

Das Asus ZenBook S UX391UA

Als Massenspeicher kommt eine sehr schnelle SSD von Samsung mit 512 GByte Kapazität zum Einsatz. Insgesamt gibt es bei der Leistung absolut nichts zu bemängeln, wie die 42 Punkte in dieser Kategorie beweisen. Die Schwächen des ZenBook finden sich dagegen eher beim Display, das von allen Kandidaten die niedrigste Helligkeit aufweist. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass es sich hier um ein mattes Display handelt, und sich die Reflexionen somit in Grenzen halten. 

Der Kontrast des Bildschirms erhielt von uns ein sehr gut, lediglich Huawei hat hier besseres zu bieten. Bei der Mobilität ist das ZenBook uneinheitlich. Ein niedriges Gewicht von etwa einem Kilogramm steht einer eher kurzen Akkulaufzeit von 207 Minuten gegenüber. Kein Gerät in dieser Preisklasse machte eher schlapp.

Fazit

Trotz des vergleichsweise niedrigen Preises ist das ZenBook gut ausgestattet. Punktverluste gibt es bei der Akkulaufzeit und beim Display.

Huawei MateBook X Pro

Was Qualität, Verarbeitung und Eleganz angeht, macht dem MateBook X Pro von Huawei niemand etwas vor. Weiterhin besticht das 13,9-Touch-Display mit ungewöhnlichem 3:2-Format durch seine hohe Helligkeit, die allerdings nicht ganz an die des viel teureren EliteBook heran reicht. Die Ausleuchtung ist recht ausgewogen, die unteren Ecken sind allerdings etwas dunkler als die oberen. 

Im Kontrast übertrifft der glänzende Bildschirm die gesamte Konkurrenz, was die starken Reflexionen ein wenig wett machen kann. Im MateBook arbeitet der gleiche i7-Prozessor wie im Lenovo, HP und Asus; allerdings verwendet Huawei zusätzlich eine GeForce MX150-Grafikkarte von Nvidia. Im Vergleich zur integrierten Intel-Grafik laufen 3D-Games bei gleicher Auflösung flüssiger, was aufgrund der hohen Auflösung des Huawei-Displays von 3000 x 2000 Pixeln auch nötig ist. Der Einsatz der dedizierten Grafikkarte ist also schon aus diesem Grunde sehr sinnvoll.

© Josef Bleier

Das Huawei MateBook X Pro

Die Akkulaufzeit des MateBook lag im PC Mark 8 Battery Life bei durchwachsenen 209 Minuten. Aufgrund des niedrigen Gewichts von lediglich 1330 Gramm kann das schicke MateBook dennoch viele Mobilitätspunkte abräumen. Alles in allem landet das Gerät im Vergleichstest auf dem Bronzerang, preislich liegt es auch in der Mitte des Feldes.

Fazit

Das MateBook X ist ein gut gelungener Allrounder im edlen Gewand. Große Schwächen sucht man bei diesem Notebook vergeblich.

Dell XPS 13

Zusammen mit dem Asus ZenBook ist das XPS 13 von Dell das preisgünstigste Notebook in diesem Testfeld. Das macht sich auch an einigen Stellen bemerkbar: Als Taktgeber werkelt hier ein Core i5 statt eines Core i7, und die SSD bietet lediglich 256 GByte Kapazität. In der Praxis erreichte der i5 des XPS gleiche Benchmarkergebnisse wie der i7 der diversen Rivalen, musste aber des öfteren den Turbo zuschalten und die Taktfrequenz erhöhen.

Daher dreht der Lüfter des XPS gelegentlich etwas höher und ist am Ende ein wenig deutlicher wahrnehmbar. Der in die CPU integrierte Grafikchip ist mit dem der i7-CPUs identisch und sorgt auch für die gleichen Benchmarkergebnisse. Die Akkulaufzeit des XPS kann sich mit 305 Minuten im PC Mark 8 Battery Life gut sehen lassen. Im etwas weniger anspruchsvollen MobileMark lief das Gerät sogar knapp 13 Stunden durch.

© Josef Bleier

Das Dell XPS 13

Das Display ist in der Mitte recht hell; die Helligkeit fällt jedoch zu den Rändern hin überdurchschnittlich stark ab. Wie das Asus ZenBook ist auch das XPS ein 13,3-Zöller, wiegt jedoch etwa 200 Gramm mehr als der Konkurrent. Ein Grund dafür dürfte der stärkere Akku sein, der sich auch deutlich auf die Laufzeit auswirkt. Ausdrücklich zu loben ist die Verarbeitung des Dell-Notebooks, denn die könnte alles in allem kaum besser sein.

Fazit

Beim XPS 13 bekommt der Käufer sehr viel Notebook fürs Geld. Besonders für unterwegs ist das Gerät wegen seiner Akkulaufzeit eine tolle Wahl.

HP EliteBook 840G5

Eine Sonderrolle nimmt das EliteBook 840G5 von HP in diesem Testfeld ein, denn es ist der bei weitem teuerste Rechner. Tatsächlich bekommt der Käufer für den Preis des EliteBook das XPS 13 von Dell und das Asus ZenBook und hat noch fast 200 Euro zusätzlich in der Tasche. Lohnt sich dieser gravierende Aufpreis? Die klare Antwort: Es kommt darauf an. 

Tatsächlich räumt der 14-Zöller von HP ziemlich locker den Sieg bei den Highendern ab und offenbart so gut wie keine Schwächen. Das beginnt mit der phantastischen Verarbeitung, setzt sich beim mit einigem Abstand hellsten Display fort und endet mit Highlights wie einer TeraByte-SSD sowie einem integrierten LTE-Modul. 

Das EliteBook verfügt über ein TPM-Modul, Fingerprint-Sensor, Infrarot- Kamera, Helligkeitssensor, Smartcard-Reader und eine sehr praktische mechanische Kameraabdeckung, die das Hantieren mit Post-its erspart. All das wiegt natürlich einiges, und so bringt das Gerät knapp 1,5 Kilogramm auf die Waage. Der integrierte Lüfter meldet sich gelegentlich, aber nicht besonders laut zu Wort.

© Josef Bleier

Das HP EliteBook 840G5

Was die Laborergebnisse betrifft, so arbeitet das HP in etwa auf dem gleichen Niveau wie die Konkurrenten mit identischer CPU. Beim PC Mark sind die Scores etwa 15 Prozent besser, was in großen Teilen auf die üppige Ausstattung mit 32 GByte Hauptspeicher zurückzuführen ist. Und hier liegt auch, neben der tollen Qualität, die größte Stärke des EliteBook: Eine Nachrüstung von Speicher oder größerer SSD wird auch in weiterer Zukunft kaum nötig werden.

Fazit

Das bei weitem teuerste Notebook im Feld holt souverän den Testsieg. In jeder Kategorie, von der Mobilität abgesehen, liegt das HP vorn.

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