Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegellose Systemkameras

Nikon Z6 v. Sony A7 III: Bedienung und Performance

© Nikon / Montage: ColorFoto

Das monochrome Status-Display an der Oberseite ist als zusätzliches Anzeigeinstrument willkommen. Rechts davon befindet sich ein Einstellrad, das zweite ist dem Auslöser vorgelagert. Das Belichtungsprogrammrad links hat eine Entriegelungstaste.

Hat eine Kamera viele Tasten, darf man mit zahlreichen Direktzugriffen auf wichtige Funktionen rechnen: Bei Nikon zählen wir stolze 17 Tasten inklusive der OK-Taste im Richtungsschalter und der Druckfunktion des AF-Joysticks. Bei Sony sind es nach dieser Lesart elf Tasten, darunter die Videostarttaste. Jedoch bietet die Sony mehr Flexibilität beim Umwidmen von Tasten: Vier Funktionstasten sind frei belegbar, zwei bei Nikon. 

Letztere bedient man, wenn der Zeigefinger auf dem Auslöser liegt, mit dem Mittel- und Ringfinger der rechten Hand – gewöhnungsbedürftig. Die vier Richtungstasten des Multifunktionswählers lassen sich bei Sony individualisieren, bei Nikon nur die OK-Taste. Reich bestückt ist die Sony auch bei den Einstellrädern. Es gibt eins für den Daumen, ein zweites für den Auslösefinger und ein drittes als Bestandteil des Multifunktionswählers. 

Obligatorisch bei der A7-Reihe ist ein rastendes Einstellrad für Belichtungskorrekturen. Am Z6-Gehäuse findet man nur zwei Einstellräder für Daumen und Auslösefinger. Doch die Nikon hat einen Joker parat: Dem Fokusring des Objektivs lässt sich die Blendeneinstellung oder Belichtungskorrektur zuweisen – praktisch! Ein sehr ähnlich gestaltetes Bedienwerkzeug beider Kameras ist das Schnelleinstellmenü, bei Sony Funktionsmenü genannt. 


© Sony / Montage: ColorFoto

Das Moduswahlrad für die Belichtungsprogramme ist zwar nicht verriegelbar, aber relativ klein und so platziert, dass man es kaum unabsichtlich verstellen kann.

Aufgerufen wird es mit der i-Taste (Nikon) bzw. Fn-Taste (Sony), die zwischen AF-Joystick und Multifunktionswähler liegt: Auf zwölf Funktionsfeldern im Live-Bild kann man mittels Drehrad direkt Einstellungen verändern oder in ein Untermenü wechseln. In beiden Fällen ist das Schnelleinstellmenü frei konfigurierbar. Wer von einer semiprofessionellen Nikon-SLR auf die Z6 umsteigt, wird viel Bekanntes vorfinden, z. B. das Status-Display oben am Gehäuse. Die Sony zeigt sich flexibler beim Individualisieren der Tasten und Räder; die Bedientasten sind bei der Nikon größer und griffiger. Zudem hat Nikon die Menüs besser strukturiert, vor allem bei den „Individualfunktionen“ (bei Sony „Einstellungen"), unterteilt in sieben Rubriken.

Unterschiede gibt es auch bei der Touch-Funktionalität: Der Monitor der Z6 reagiert auf Berührung, Touch-AF mit und ohne Auslösung ist möglich. Bei der Bildwiedergabe kann man blättern und zoomen, auch das Navigieren in den Menüs funktioniert mit der Fingerspitze. Der Sony-Monitor erlaubt Touch-AF (leider ohne Auslöse-Option) oder das Aktivieren der MF-Lupe per „Doppelklick“ mit der Fingerspitze. Navigieren in den Menüs durch Berühren ist dagegen nicht möglich. Ein Nachteil vor allem, wenn man zur Einrichtung eines FTP-Serverzugangs Passwörter eingeben oder eine WLAN-Verbindung konfigurieren muss.

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