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Wo gibt es die beste Bild- und Tonqualität?

Streaming in 4K, HDR10+ & Co.: Benötigte Geräte und Stolpersteine

Inhalt
  1. Streaming in 4K, HDR10+ und mehr: Netflix vs. Amazon & Co.
  2. Streaming in 4K, HDR10+ & Co.: Benötigte Geräte und Stolpersteine
Shutterstock 318898679 Beamer Heimkino

© Shutterstock - Space_Microbe

Um ein Heimkino für "High-End-Streaming" vorzubereiten, gibt es einiges zu beachten.

Streaming hat den großen Vorteil, einfach und flexibel zu sein. Sobald ein Internetanschluss vorhanden ist, kann es mit wenigen Tasten, Klicks oder Wischern und Fingertipps losgehen. Soll aber die beste Qualität aus dem Angebot herausgeholt werden, kann es schon etwas komplizierter werden.

Hürde: Zusammenspiel

Laufen die Apps der Streaming-Anbieter direkt auf dem Smart-TV, gibt es in der Regel keine Probleme. UHD-Geräte unterstützen auch die UHD-Streams der Anbieter. Liegt das Bild in HDR vor, gibt die Streaming-App das korrekte Format aus, das der Fernseher unterstützt. Anders ist das bei den Zuspielern: Nicht jeder UHD-Blu-ray-Player unterstützt die Netflix-Wiedergabe mit Dolby Atmos, obwohl der Player das Format generell versteht und zum Beispiel von einer Disc korrekt wiedergibt. So ist es mit dem über 500 Euro teuren DMP-UB900 von Panasonic nicht möglich, Netflix ein Atmos-Signal zu entlocken.

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Vermutlich liegt es hier am Update-Willen seitens Netflix’. Die App steht für unzählige Endgeräte bereit – von Smartphones über Tablets und Spielekonsolen bis hin zu Blu-ray-Playern und Smart-TVs gibt es zahlreiche proprietäre Betriebssysteme auf unterschiedlichster Hardware. Dementsprechend existiert eine große Anzahl unterschiedlicher Versionen der Netflix-App, die mit Updates versorgt werden müsste. Dass es nicht am Player liegt, zeigt nicht nur die klassische Disc: Auch Maxdome gibt auf dem DMP-UB900 ein astreines Atmos-Signal aus. Schade, dass nicht überall lückenlos sauber gearbeitet wird. Damit bleibt vor der Neuanschaffung nur, nachzulesen oder direkt beim Hersteller anzufragen, ob die gewünschten Features der Streaming-Dienste auf dem jeweiligen Gerät wirklich nutzbar sind.

Sonderfall PC

Es ist zwar eine Nische, aber gelegentlich sind noch Heimkino-PCs (HTPC, für Home Theatre Personal Computer) zu finden. Immerhin sind sie softwareseitig einfach nachrüstbar, solange die Hardware ausreichend Leistung bietet. Ausgerechnet in dieser sonst so flexiblen Umgebung schiebt der Kopierschutzstandard HDCP 2.2 einen Riegel vors Geschehen. Er sorgt für ungewöhnlich hohe Ansprüche an die installierte Hard- und Software. Wer zum Beispiel Netflix in UHD und HDR sehen möchte, braucht Windows 10 ab dem Creators Update 2017. Dort bieten sowohl Netflix im Edge-Browser von Microsoft als auch die App aus dem Windows-Store die Möglichkeit zum High-End-Streaming.

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Zusätzlich müssen der Grafikchip sowie der dazugehörige Treiber den Kopierschutz unterstützen. Das ist bei Intel ab der 7. Generation der Core-i-Prozessoren der Fall (Core i3/ i5/i7 7XXX), bei Nvidia-Grafikkarten schafft es nur die 1000er-Serie ab der Treiberversion 381.74. Zusätzlich darf beim Streamen kein Display ohne HDCP-Unterstützung eingeschaltet sein. Wer das Bild etwa auf einen angeschlossenen Fernseher wirft, muss einen älteren Computer-Monitor, der sich ebenfalls am Rechner befindet, ausschalten. Im Praxisversuch mit Dolby Atmos musste der Monitor sogar über den Grafikkartentreiber deaktiviert werden, damit das 3D-Tonformat korrekt ausgegeben wurde. Andernfalls brach die Wiedergabe mit einer Fehlermeldung ab.

Von wegen Plug and Play

Streaming in 4K

© video

Links: die klassiche Variante, Geräte im Heimkino anzuschließen: Rechts: Anschlussmöglichkeit, falls Ihre Hardware eARC unterstützt.

Es könnte so einfach sein: Im Idealfall verfügt der Fernseher über die nötigen Streaming-Apps, sodass er das Bild direkt in UHD und dem besten verfügbaren HDR-Format darstellt. Gibt es eine Atmos-Tonspur, gibt er diese per HDMI an einen entsprechenden AV-Receiver weiter. Der Haken: Hierfür müssen sowohl TV als auch AVR den eARC (enhanced Audio Return Channel) unterstützen, was bisher nur bei einigen sehr neuen Modellen der Fall ist. Wer Dolby Atmos hören möchte, technisch aber nicht auf dem neuesten Stand ist, spielt deshalb oft von einem UHD-Player zu. Der gibt Bild und Ton an den AVR weiter, der wiederum den Atmos-Ton decodiert und wiedergibt und das Bild in UHD mit HDR zum Fernseher leitet (im oberen Bild, linke Seite). Komplizierter wird es, wenn der Atmos-AVR HDR nicht unterstützt. Hier muss der Zuspieler, meist ein UHD-Blu-ray-Player, wie im genannten Bild rechts über getrennte HDMI-Ausgänge für Bild und Ton verfügen. Erst dann gibt es Atmos-Sound und das Bild kommt trotzdem in voller Pracht mit UHD- und HDR-Qualität am Fernseher an.

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Es ist nicht einfach, sich das „perfekte“ Heimkino einzurichten. Die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ ist im TV-Markt nicht von Erfolg gekrönt. Ultra-HD gibt’s bei jedem Hersteller und bereits zu niedrigen Einstiegspreisen. Das gewöhnliche HDR 10 ist ebenfalls für unter 1000 Euro zu haben. Schwerer fällt die Entscheidung bei den dynamischen HDR-Formaten. Wer nach Dolby Vision sucht, wird bei Sony und LG (Bild) fündig. Neben Netflix bieten einige UHD Blu-rays das Format. Mit Dolby hat es auch einen starken Konzern im Rücken, der allerdings Lizenzgebühren verlangt. Samsung und Philips setzten dagegen auf HDR 10+. Neben Amazon Prime gibt es einige Scheiben von 20th Century Fox, die das Format unterstützen. Bisher ist es wenig verbreitet. Da es keine Lizenzgebühren kostet, könnte sich das aber schnell ändern. Es stellt sich hier also die Frage: Kauft man den Fernseher passend zum Streaming-Anbieter, oder wählt man das Abo zur Bild-Technologie?

Die Sache mit den FPS

Liegt auf Blu-ray Disc ein Film mit 23,976 Vollbildern oder mit 50 Halbbildern vor? In der Regel muss sich der Benutzer keine Gedanken darüber machen, denn Blu-ray-Player und Fernseher stimmen sich in der Regel aufeinander ab, sodass die Bildwiederholfrequenz (FPS, Frames Per Second) zum Quellmaterial passt. Beim Streaming ist das nicht selbstverständlich. Viele Blu-ray-Player und Streamer geben ein Signal mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde aus. Je nach Bildwiederholrate resultiert das in einem mehr oder weniger sichtbaren ungleichmäßigen Ruckeln, dem Motion Judder. Oft hat der Benutzer keine Möglichkeit, das zu ändern.

Läuft die App direkt auf dem Fernseher, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die korrekte Bildzahl ausgegeben wird. Garantiert ist es jedoch nicht: Auf einem älteren Sony-TV gab es im Test auch sichtbaren Motion Judder. Dabei gilt: Je größer das Bild, desto stärker ist das Ruckeln wahrnehmbar. Auf einem Smartphone zum Beispiel beeinträchtigt der Motion Judder die Wahrnehmung kaum. Am PC gab es bislang den Trick, sich Infos zum Stream mittels einer  Tastenkombination (Win + alt + umschalt + D) anzeigen zu lassen. Dort fand sich auch die Bildwiederholrate, die Benutzer eines Heimkino-PCs anschließend im Treiber einstellen konnten – am HTPC läuft Netflix also im Idealfall in Ultra HD, mit Dolby Atmos und der richtigen Bildwiederholfrequenz. Zum Testzeitpunkt funktionierte die Anzeige der FPS in den Stream-Details jedoch nicht mehr – ob vorübergehend oder dauerhaft, ist bisher noch unklar.​

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Fazit

High-End-Streaming für einen Anbieter einzurichten, ist möglich, das Material ist aber noch begrenzt. Momentan bietet Netflix die besten Möglichkeiten auf technischer Seite, spart aber viele beliebte Produktionen jenseits der eigenen Studios aus. Die richtige Technik zu finden und alles korrekt zu konfigurieren, kann zur Herausforderung werden. Der Markt bietet derzeit nicht das „ultimative Gerät“, das alle Formate unterstützt. Mit diesem Problem haben aber UHD-Disc und Streaming gleichermaßen zu kämpfen. Die ersten Schritte sind immerhin gegangen, aber am Ende des Weges sind wir noch lange nicht angelangt.​

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