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IP-TV und Web-TV

Fazit und So haben wir getestet

Fazit zu IP- und Web-TV

Bei den IPTV-Angeboten fährt die Telekom souverän den Gesamtsieg ein, auch Vodafone verdient die Note "sehr gut". Der von 1&1 vollzogene Wechsel vom früheren "Digital-TV provided by Telekom" zur neuen Plattform auf Basis des Business-to-Business-Dienstes von Zattoo kostet bei den Messwerten deutlich Punkte. Da das neue Angebot in puncto Funktionen, Endgeräte und Content jedoch deutlich moderner ist, bleibt zu hoffen, dass es auch technisch bald zum Vorgänger aufschließen kann. Davon würden dann auch die diesmal mit getesteten Regionalanbieter NetCologne, EWE und M-net profitieren.

Das Endkundenangebot von Zattoo ist in unserem Web-TV-Test über alle Zweifel erhaben und fährt einen klaren Testsieg in dieser Vergleichskategorie ein.

Ebenfalls rundum überzeugend ist Amazon Prime Video. Youtube und Vimeo beweisen ihre leistungsstarken Ausspiel-Plattformen. Sky Ticket und Netflix leiden technisch ein wenig an ihrem eigenen Erfolg, gefallen jedoch mit insgesamt ordentlicher Bildqualität sowie mit überragenden Inhalten.

So haben wir getestet

Vom 17. September bis zum 14. Oktober 2018 führte zafaco im Auftrag von video einen umfangreichen Test von IPTV- und WebTV-Diensten durch. Die zafaco GmbH mit Sitz in Ismaning betreibt Testanschlüsse in 48 Städten – wobei nicht in jeder Stadt jeder Provider oder jede Anschlusstechnik verfügbar sind. Im genannten Zeitraum nahmen automatisierte Messsysteme rund 770.000 Messungen für IPTV und rund 360.000 Messungen für Web-TV vor. Damit die Anbieter unaufschiebbare Wartungen ohne Nachteil durchführen können, haben wir ein Wartungsfenster vorgesehen – zwischen 2.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens pausierten die Messungen.

IPTV-Test

Für den IPTV-Test steuerten die Testsysteme die für die jeweiligen Dienste gelieferten Set-Top-Boxen fern und erfassten deren Start-, Reaktions- und Umschaltzeiten. Zur Bewertung der Bild- und Tonqualität der per IPTV empfangenen TV-Signale analysierte zafaco die ankommenden Video-datenströme.

Zum Einsatz kam dabei einerseits ein Qualitätsmessverfahren, das die Forschungsgruppe Datennetze der Technischen Hochschule Köln gemeinsam mit zafaco entwickelt hat. Es bewertet sowohl die objektive als auch die subjektive (also von einem menschlichen Zuschauer empfundene) Bild- und Tonqualität auf Basis von Netzparametern wie Delay, Jitter oder Packet Loss, der Quality of Service, Fehlerkorrektur-Mechanismen sowie durch Analyse des Video-Codec-Layers mit "Deep Packet Inspection".

Andererseits findet bei Anbietern mit Adaptive Streaming (den IPTV-Diensten auf Basis der B2B-Plattform von Zattoo) die Qualitätsanalyse nach dem Verfahren "Perceptual Evalua-tion of Streaming Video Quality" (PEVQ-S) der Firma Opticom statt. Dieses Verfahren liefert als Ergebnis sogenannte MOS-Werte ("Mean Opinion Score" – arithmetisches Mittel von Einzelbewertungen von 1 bis 5).

Die in den Messungen berücksichtigten Szenarien sind dabei an die alltägliche Nutzung angelehnt. Die reine IPTV-Leistung ohne gleichzeitigen Abruf weiterer Dienste wird im Szenario "IPTV ohne Last" berücksichtigt.

Ein weiteres Szenario geht von der Annahme aus, dass zeitgleich auch noch telefoniert und/oder gesurft wird. Diese Messungen wurden deshalb bei gleichzeitigen Downloads, Uploads und IP-Telefonaten ("mit Last") vorgenommen.

In einem dritten Szenario werden gleichzeitig zwei IPTV-Streams empfangen. Dazu kommt es in der Praxis etwa beim Ansehen eines TV-Programms und gleichzeitiger Aufnahme eines zweiten Programms im Hintergrund oder bei paralleler Nutzung von zwei IPTV-Empfangsboxen an zwei Fernsehern.

Neu in diesem Jahr ist die Aufnahme von "erweitertem Zapping" in den Testkatalog. Hier erfassen die Testsysteme die Umschaltzeiten bei normaler Kanalweiterschaltung (Fast Zapping), bei direktem Aufruf eines Kanals in der Set-Top-Box (Number Zapping) sowie durch Programmwahl über den EPG der Set-Top-Box (EPG-Zapping).

WebTV-Test 

Zusätzlich testete zafaco die Qualität von WebTV-Angeboten. Die hier ermittelten Videoqualitäts- und Übertragungsparameter repräsentieren den Durchschnitt über alle für den Abruf genutzten Internet-Anschlüsse. So geben sie Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Streamingplattformen und deren Netzanbindungen. Dabei folgt dieser Test einem sogenannten Over-the-top-Ansatz – er spiegelt die Anwendersicht bei Nutzung der Dienste mittels Web-Browser wider. Die Streaminganbieter verfolgen unterschiedliche Ansätze, um das immer weiter steigende Datenvolumen zu managen.

Zur Verbesserung der Qualität und zur Kostenoptimierung streben sie auch direkte Anbindungen zu Internetzugangsanbietern an oder platzieren soweit möglich Server in deren Netzen. Dieses zeigt sich auch in den Ergebnissen und Analysen. Die Qualitätsanalyse findet auch hier nach dem PEVQ-S-Verfahren der Firma Opticom statt. Zusätzlich werden die Reaktionszeit auf den Videoaufruf („Reaktionszeit Netz“), die Pufferzeiten vor der Wiedergabe sowie der Prozentsatz nicht erfolgreicher Wiedergabeversuche erfasst. Eine detaillierte Dokumentation des umfangreichen Testverfahrens steht unter www.zafaco.de whitepaper zum Download bereit.

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