Intel schlägt zurück

Intel vs. AMD: Ryzen 7 1800X, R7 1700 und Fazit

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Beim Vergleich von AMD Ryzen 7 1800X und Intel i7-7740K gewinnt AMD mit 4.542 Referenzpunkten.

Mit dem Ryzen 7 1800X hat AMD nach jahrelanger Durststrecke endlich wieder einen zu Intel konkurrenzfähigen Prozessor im Angebot. Im Test kann der Ryzen 7 1800X sogar dem aktuellen Performance-Überflieger Intel Core i9-7900X die Stirn bieten. Bei den Cinebench-Durchläufen erreicht der AMD-Chip einen guten zweiten Platz und schafft es beim CPU-Z-Benchmark sogar, den Core i9-7900X zu übertreffen, auch wenn 4.644 gegenüber 4.633 Punkten kaum einen Vorsprung bedeuten. Insgesamt überzeugt der AMD durch eine Spitzenleistung und ist ideal für schnelle Desktop-Systeme.Für das Topmodell der Ryzen-Serie spricht auch sein niedriger Preis: Der Ryzen 7 1800X kostet mit rund 450 Euro nur halb so viel wie der Testsieger und kombiniert das mit praktischen Features wie Hyperthreading und einem freigeschalteten Multiplikator für einfacheres Übertakten. Dass klappt jedoch nur dann, wenn der Mainboard-Chipsatz X370 oder B350 heißt. Alle Ryzen-CPUs verwenden den Sockel AM4, der DDR4-2666-RAM unterstützt.

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AMD Ryzen 7 1700

Mit 8 Cores verfügt der AMD Ryzen 7 1700 über die gleiche Anzahl an Prozessorkernen wie das Ryzen-7-Topmodell 1800X und setzt auch auf den gleichen Hardware-Unterbau. Wesentlicher Unterschied: Der Ryzen 7 1700 ist rund 140 Euro preiswerter, lässt es mit einem Basis- und Turbotakt von 3,0 GHz beziehungsweise 3,7 GHz etwas ruhiger angehen und muss ohne das Übertaktungs-Feature XFR auskommen. Wie die Benchmarks zeigen, wirkt sich das aber nicht großartig auf die Leistung aus.

Im Test schlägt der Ryzen 7 1700 den praktisch gleich teuren Intel-Vierkerner Core i7-7740X deutlich und ist nur etwa 15 Prozentpunkte langsamer als der Ryzen 7 1800X, was in der Praxis kaum bis gar nicht auffallen dürfte. Weil sich der Rechenkünstler über seinen freien Multiplikator übertakten lässt, kann man die Performance-Lücke zum Ryzen 7 1800X leicht schließen.

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Testsiegel

Fazit

Herzlichen Glückwunsch, Intel! Mit dem Core i9-7900X hat der Chiphersteller derzeit den schnellsten Desktop-Prozessor im Angebot. Für den Einsatz im heimischen Rechner ist er jedoch für die meisten Anwender völlig überdimensioniert. Wirklich gefordert wird der Core i9-7900X nur im Business-Bereich, wenn es etwa um die Bearbeitung von 4K-Videomaterial oder um extrem umfangreiche Datenbank-Projekte geht. Streng genommen hinkt daher auch der Vergleich mit dem Ryzen 7 1800X, der sich nicht an professionelle Nutzer, sondern an ambitionierte Heimanwender richtet.

Genau diese Zielgruppe findet ihre Wunsch-CPU gegenwärtig auch viel eher bei AMD als bei Intel, denn nicht jeder wird bereit sein, für einen Prozessor wie den Core i9-7900X fast 1.000 Euro auszugeben. Hinzu kommen die Kosten für die teuren LGA-2066-Mainboards, was die Gesamtkosten im Durchschnitt nochmal um 250 bis 300 Euro erhöht. Ein solches Mainboard benötigt man auch, wenn die Wahl auf den preiswerteren Vierkerner Core i7-7740X aus der Kaby-Lake-X-Serie fällt, da sich Skylake-X und Kaby Lake-X den Sockel LGA 2066 teilen.

Wer ein möglichst schnelles PC-System zum möglichst kleinen Preis aufsetzen will, ist mit den Ryzen-7-CPUs von AMD am besten bedient. Das Topmodell der Serie, der Ryzen 7 1800X, kann gut mit dem Intel-Überflieger Core i9-7900X mithalten, kostet mit 450 Euro aber nur die Hälfte. Entscheidet man sich für den kaum langsameren Ryzen 7 1700, kann man noch mal fast 150 Euro sparen. Mit Einstiegspreisen um die 60 Euro sind auch die Sockel-AM4-Mainboards für die Ryzen-Prozessoren wesentlich günstiger als ihre LGA-2066-Gegenstücke.

Der Intel Core i7-7740X kann in puncto Geschwindigkeit absolut überzeugen und sich mit Fug und Recht zu den schnellsten Desktop-CPUs zählen. Dennoch spricht auch einiges gegen den Vierkerner. Anders als die schnelleren Skylake-X-CPUs hat der Kaby-Lake-X-Prozessor zum Beispiel nicht nur weniger Kerne, sondern auch weniger PCI-Express-Lanes zur Verfügung (16 an der Zahl) und nur Dual- statt Quad-Channel-Speicher zu bieten. Gegenüber den 44 PCI-Express-Lanes der Skylake-X-CPUs lassen sich mit einer Kaby-Lake-X-CPU daher nicht alle Funktionen eines der teuren X299-Mainboards nutzen. Auch die Übertaktungs-Funktion Turbo Boost 3.0 fehlt dem Core i7-7740X. Auf die Minus-Liste gehört eigentlich auch die nicht vorhandene integrierte Grafikkarte, doch die fehlt auch der Konkurrenz.

In der folgenden Tabelle im PDF-Format können Sie sich die Testergebnisse im Detail anschauen

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