Digitale Fotografie - Test & Praxis
Bildqualität, Kamera-App und mehr im Test

HTC U12+ vs. Nubia Z17S: Autofokus, Bildqualität und Fazit

Inhalt
  1. HTC U12+ vs. Nubia Z17S: Smartphone-Kameras im Vergleich
  2. HTC U12+ vs. Nubia Z17S: Autofokus, Bildqualität und Fazit

© Hersteller / Screenshot WMP

Im Pro-Modus kann der Fotograf ISO-Empfindichkeit, Zeit und Weißabgleich selbst bestimmen und manuell fokussieren. Die Symbole sind grau unterlegt, aber sie drehen sich beim Formatwechsel nicht mit. Gezoomt wird mit der Zwei-Finger-Geste.

Autofokus 

Die Scharfstellung erfolgt beim HTC per Phasenmessung und laserunterstützt. Grundsätzlich analysiert das HTC die Szene und bestimmt den Fokusbereich selbstständig – tendenziell die Bildmitte. Den gewählten Ausschnitt markiert es mit einem kurz aufblinkenden weißen Kreis. 

Diesen kann der Fotograf durch kurzes Antippen beliebig verschieben. Außerdem gibt es eine Gesichtserkennung, die auch mit mehreren Personen funktioniert und die gefundenen Gesichter weiß umrahmt. Dabei kann der Fokus den Gesichtern auch folgen, bei leblosen Objekten steht das Tracking dagegen nicht zur Verfügung. 

Eine AF- und AE-Sperre findet sich bei HTC ebenfalls – im Foto-Modus. Leider sind beide an einen festen Punkt gebunden, was ihren Einsatzspielraum einschränkt. Darum ist die AF-Messung mit Belichtungkorrektur (langes Drücken auf Display im Foto-Modus) meist praktischer. Nubia sagt nicht, welche AF-Methode zum Einsatz kommt. 

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Im Pro- und Foto-Modus erkennt das Z17S automatisch Gesichter – auch mehrere – und trackt sie. Außerdem kann man die AF-Felder einblenden lassen. Grundsätzlich kann auch das Nubia ausschließlich Personen oder Tiere verfolgen. Im DNG-Modus ist die Gesichtserkennung nicht verfügbar, nur AF-S über touch. Immerhin besteht in allen drei Aufnahmemodi die Möglichkeit, die Messpunkte für Fokus und Belichtung voneinander zu trennen. In der Praxis stellte HTC in der Regel etwas schneller und zuverlässiger scharf als Nubia.

© Hersteller / Screenshot WMP

Mit dem kleinen grauen Kreis über dem Auslöser zoomt man von Faktor 1 zu 2, indem man kurz drauftippt. Wer stärker oder um einen Dezimalwert mit einer Nachkommastelle zoomen will, muss den Kreis zur Seite bewegen. Über Faktor 2x zoomt man immer digital.

Bildqualität: Weitwinkel und RAW 

Die Bildqualität bewerten wir wie immer anhand der DNG-Bilder. Bei viel Licht verlieren die 12-MP-DNGs aus dem U12+ gegen die 23-MP-RAWs des Nubia bei der Detailzeichnung. Das Z17S schöpft hier den Vorteil seiner höheren Sensorauflösung voll aus. Außerdem rauscht der 23-MP-Sensor des Z17S bei Helligkeit weniger als der HTC-Sensor mit 12 MP. 

Bei der Auflösung erreicht das Nubia mit circa 2000 LP/BH fast 500 LP/BH mehr als das HTC-Modell. Nur das Huawei P20 Pro lieferte bisher noch bessere Ergebnisse in unserem Test. Auch die Dead-Leaves-Werte sind sowohl bei hohen als auch niedrigem Kontrast gut. Das Nubia kann das Abbildungsniveau recht lange halten. Erst bei der niedrigsten Lichtstufe baut es deutlich ab. 

Dagegen liegt die Leistung der 12-MP Kamera im HTC auf dem Niveau der aktuellen Konkurrenz mit gleicher Auflösung, z. B. Samsung S9+ oder Apple iPhone X, die allerdings weniger rauschen und einen Hauch mehr Details erfassen. Weiteres Manko bei HTC-RAW: Es neigt zu einem blaustichtigen Weißabgleich. 

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Richtig schade ist, dass das U12+ im RAW-Modus bei viel Licht nicht die Abbildungsleistung seines Vorgängers U11+ erreicht. Dessen 12-MP-Einheit mit f1,7/4,3 mm liefert höhere Auflösung in den Ecken, weniger Artefakte und geringeres Rauschen. Wird es dunkel, erhöht die 23er-Einheit des Nubia die ISO-Empfindlichkeit früher als das HTC. 

Ähnliches gilt beim Rauschen: Das ist zwar auf den HTC Fotos bei niedrigen ISOs stärker, doch dafür hat HTC das Rauschen bei schwachem Licht besser im Griff und liefert die bessere Zeichnung. Da auch das 12-MP-Modul DNGs aufnimmt, haben wir es ebenfalls gemessen: Es ist dem 23er-Modul insgesamt deutlich unterlegen. Lediglich bei wenig Licht rauscht das 12-MP-Modul weniger und bietet auch mehr Details. 

© Hersteller / Screenshot WMP

Im DNG-Modus kann der Fotograf selbst entscheiden, mit welchem Foto-Modul er arbeiten möchte: "Richtig" ist 12 MP, "Übrig" ist 23 MP. Leider gibt es im DNG-Modus keine Gesichtserkennung.

Bildqualität JPEG 

JPEGs liefern beide Geräte, sowohl im Pro- als auch Foto-Modus; das Nubia nimmt außerdem im DNG-Betrieb zu jedem DNG auch ein JPEG auf. Wie bei den meisten Smartphone-Kameras ist die Signalverarbeitung der JPEGs von Aufnahmemodus zu Aufnahmemodus unterschiedlich. 

Doch HTC und Nubia haben eines gemeinsam: Sie stimmen die Bilder im Pro-Modus aggressiver ab als im Foto-Modus. Die Aufnahmen zeigen höheren Kontrast, stärkere Kanten und mehr Schärfe. Der Unterschied ist bei HTC jedoch geringer, insgesamt hauen die Taiwaner weniger auf die Pauke als Nubia. Fertig aus der Kamera haben uns die JPEGs des HTC besser gefallen. Bei Nubia erhält man die saubersten JPEGs im DNG-Modus.

Bildqualität Tele 

Wenn es ums Tele geht, so fehlt dem Nubia trotz zweier Optiken die längere Brennweite, da beide Kameras mit ähnlich weitwinkligen Bildwinkeln arbeiten. Das Nubia muss also immer die Bildmitte hochrechnen – auf 12 MP. Das gelingt mit dem 1,8/4,69-mm-Modul weniger gut, da dessen 12-MP-Sensor eine kleinere Basis für die Bildinterpolation zur Verfügung stellt. Zudem sind die JPEGs des 12er-Moduls viel zu stark "optimiert" und strotzen nur so von Artefakten und kaputten Strukturen. 

In der Praxis sahen selbst gemachte Crops der DNG-Aufnahmen mit 23 MP besser aus. Das U12+ zoomt im Pro-Modus mit der Hauptweitwinkeloptik. Man sollte besser darauf verzichten, denn das Gerät cropt das Bild entsprechend der Zoomeinstellungen und rechnet es neu auf 12 MP hoch. Dabei erhält man stets leicht verwaschene Aufnahmen und verliert viele Details.

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Die bessere Option ist das Zoomen im Foto-Modus. Hier greift U12+ fast immer zur 6-mm-Optik, man enthält also ein optisches Zweifach-Zoom – und überzeugende Ergebnisse. Alle anderen Optionen liefern Interpolationen in entsprechend schlechter Qualität. Schön, dass HTC auch bei den JPEGs mit dem Tele recht zurückhaltend bei der Signalverarbeitung bleibt.

© colorfoto

Colorfoto vergibt für das HTC U12+ einen Kauftipp.

Fazit

Das Nubia Z17S hinterlässt im Test einen gemischten Eindruck: Das 2/3,79-mm-Modul mit 23 MP ist toll und kann durchaus mit den meisten Top-Smartphones anderer Hersteller mithalten. Die 1,8/4,69-mm-Einheit ist dagegen eigentlich nur bei wirklich wenig Licht sinnvoll nutzbar. Wären nicht die vielen Übersetzungsfehler, könnte man die App auch als gut bezeichnen.

HTC liefert eine überzeugende Performance: gute Technik, gute App, gute Bildqualität. Die Kamera hält mit den aktuellen 12-MP-Smartphone-Kameras von Samsung, Google oder Apple mit und übertreibt es nicht bei der JPEG-Abstimmung. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die Tele-Optik der große Gewinn des U12+, während sich die Weitwinkelkamera nicht verbessert hat.

HTC U12+ Kamera: Testergebnisse

  • Punkte Bildqualität 1.000/250/63 Lx/Tele 1.000 Lx: 51,5/43/34,5/0
  • Punkte Bedienung / Performance: 14
  • Gesamtpunktzahl: 57 Punkte

Nubia Z17S Kamera: Testergebnisse

  • Punkte Bildqualität 1.000/250/63 Lx/Tele 1.000 Lx: 56/43/29,5/0 
  • Punkte Bedienung / Performance: 5
  • Gesamtpunktzahl: 48 Punkte

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