Kompaktkameras

Autofokus, Bildqualität und Test-Fazit

24.5.2017 von Sabine Schneider

ca. 2:50 Min
Vergleich
VG Wort Pixel
  1. Fujifilm X100F und Canon Powershot G9 X Mark II im Testduell
  2. Autofokus, Bildqualität und Test-Fazit
Fujifilm X100 Tasten
Alle Bedienelemente befinden sich rechtsseitig, sodass die Kamera mit Blick durch den Sucher gut bedient werden kann.
© Fujifilm

Autofokus

Die X100F verfügt nun über 91 AF-Punkte statt wie bisher 49, wobei ihre 40 zentralen AF-Punkte von Phasendetektionspixeln unterstützt werden. Diese decken 40 Prozent der Bildfläche ab. Der Kontrastautofokus, der nun bis -3 EV arbeitet, deckt 85 Prozent des Bildfelds ab. Canons G9 X II verwendet zum automatischen Fokussieren einen Kontrast-AF mit 31 Feldern, der als Einzelbild oder kontinuierlicher Autofokus konfigurierbar ist. Damit meisterte sie im Labor schnappschusstaugliche Zeiten von 0,17/0,29 s bei 300/30 Lux beim Fokussieren und Auslösen. Sehr gute Leistungen zeigte auch ihre Serienbildfunktion mit 8,1 JPEGs pro Sekunde beziehungsweise RAWs und davon 39 und 21 am Stück.​

Vom Off-Betrieb auslösebereit ist die Canon nach 1,3 s – beim Einschalten arbeitet die Fujifilm X100F mit 0,8 s aber noch schneller. Zugleich schießt sie 8 B/s in Serie, JPEGs bis die Karte voll ist und 23 RAWs am Stück. Etwas langsamer arbeitet die X100F beim Fokussieren und Auslösen: Dazu braucht sie 0,26 s bzw. 0,23 s bei 300 und 30 Lux.​

Bildqualität

Überzeugen kann die X100F mit ihrem APS-C-Sensor: Dieser liefert eine überdurchschnittlich hohe Auflösung von 2288/2284 LP/BH bei ISO 200/400. Das Objektiv hält dieser Sensorleistung jedoch nur in der Bildmitte stand. Genau dort messen wir die Auflösung mit einem Siemensstern. Unsere Testfelder für die Dead-Leaves-Messung befinden sich seitlich des Siemenssterns und sind damit moderat zum Rand verschoben. 

Objektivbedingt messen wir an den DL-Stellen für Fujifilm völlig atypische niedrige DL-Werte im HighContrast-Feld von 713 LP/BH bei ISO 200. Da die X100F den gleichen Sensor nutzt wie die X-T20 – siehe Seite 24 –, haben wir das DL-Feld für eine Kontrollmessung in die Bildmitte geschoben: Das Ergebnis sind 1941 LP/BH. Offenbar führt der starke Randabfall des Objektivs zu einer derart schwankenden Bildqualität im Bildfeld, dass wir für unterschiedliche Bildhöhen auch unterschiedliche Werte zu Auflösung, DeadLeaves, Kantenschärfung, etc. ermitteln müssten. Darauf haben wir verzichtet und streichen stattdessen die Punktewertung.​

Fujifilm X100 black top
Klassische Bedienung Das Zeitenrad der X100F wurde mit der ISO-Einstellung kombiniert. Neu auf dem Rad für Belichtungskorrektur ist eine Einstellung „C“ , die nun eine Anpassung um ± 5 Stufen erlaubt.
© Weka/Archiv

Der 1-Zoll-Sensor der G9 X Mk II liefert in seiner Klasse konkurrenzfähige Werte: Bei ISO 100/400 erreicht er 1696 und 1539 LP/BH. Allerdings fällt gleichzeitig eine sehr hohe Kantenschärfung auf, die zu unschönen Doppelkonturen führen kann. Das Kantenprofil dokumentiert zudem einen starken Undershot, sodass die Aufnahmen teils plakativ wirken. 

Das Rauschen nimmt kontinuierlich pro ISO-Stufe zu und ist bereits ab ISO 400 leicht, danach deutlich sichtbar. Bereits ab ISO 400 stößt der 1-Zoll-Sensor im JPEG-Modus offensichtlich an seine Grenzen: So lässt die Feinzeichnung kräftig nach, und spätestens bei ISO 800 verschwinden feine Details sowohl in Hoch- als auch in Niedrigkontrastbereichen. Wir empfehlen deswegen den RAW-Modus.​

Fazit

Die Powershot G9 X Mark II ist superleicht und passt in die Jackentasche. Ihr Handling ist mit wenigen Tasten sehr einsteigerfreundlich, die Bedienung per Touchscreen erfolgt für Smartphone-Benutzer quasi intuitiv. Was gefällt, sind die schnellen Reaktionszeiten, hier schlägt die G9 X II auch die Fujifilm. Fokussieren und Auslösen per Fingerzeig machen richtig Spaß. Die Bildqualität bleibt im typischen Bereich des 1-Zoll-Standards: Bei ISO 100 ist die Leistung wirklich gut, nimmt aber rapide ab ISO 400 ab.

Fujifilm liefert einen schnappschusstauglichen Autofokus mit ultrakurzen Verschlusszeiten, verpackt in einem schicken, wertigen Gehäuse. Die neue Anordnung der Bedienelemente ist sinnvoll, zumal Fujifilm auf ein klassisches Handling mit Tasten, Rädern, Blendenring und Sucher setzt. Auch der verbesserte Hybridsucher überzeugt – nicht nur beim manuellen Fokussieren. Es gibt einen integrierten Blitz, einen Systemschuh und WLAN-Funktion. Die X100F ist eine großartige Kamera. Das fest verbaute Objektiv verliert aber von der Bildmitte zum Rand bei Blende 5,6 1000 LP – was die Empfehlung kostet. Gerade von Fujifilm kennen wir viele absolut überzeugende Objektive, auch als Test in diesem Heft – deshalb: Bitte bringt eine X100F II mit einem dieser Kamera würdigen Objektiv!​

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