Mobile Festplatten im Vergleich

Externe Festplatten im Test: Welche 2,5-Zoll-HDD passt zu Ihnen?

Die PC-Magazin Redaktion hat externe 2,5-Zoll-Festplatten im Test. Welche davon zu Ihnen passt, lesen Sie in unserem Vergleich.

mobile Festplatte

© Josef Bleier

Äußerlich sind mobile Festplatten klein und ihr Gewicht ist gering. Doch was ihre Kapazität anbelangt,  sind die externen 2,5-Zoll-HDD-Zwerge ein Volk mit stolz geschwelter Brust. Unser Labortest  verrät, welche mobiel Festplatte für Sie der richtige Begleiter ist.

Wenn man unterwegs Zugriff auf große Datenmengen braucht, sind die mobilen 2,5-Zoll-Festplatten im Taschenformat perfekt. Zum einen, weil sie natürlich klein und handlich sind, verglichen mit ihren großen 3,5-Zoll-Brüdern, und zum anderen, weil sie kein klobiges Netzteil für den Betrieb benötigen. 

Die mobilen Festplatten funktionieren selbst dann, wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Die über USB zur Verfügung stehende Stromversorgung ist hier ein wesentlicher Vorteil. Im Vergleich zu mobilen Speichern auf SSD-Basis bieten die HDD-Zwerge neben der hohen Speicherkapazität einen weiteren, nicht ganz unwesentlichen Vorteil: Sie sind deutlich günstiger in der Anschaffung. 

Für eine Samsung Portable SSD T5 mit zwei Terabyte werden satte 800 Euro fällig. Den Preis-Leistungs-Sieger aus diesem Vergleichstest, die Seagate Backup Plus, bekommen Sie im Versandhandel schon ab rund 165 Euro. Und die hat sogar fünf Terabyte Speichervolumen. Wie Sie die Leistung der kleinen HDD-Zwerge einordnen können, erklären wir rechts. 

mobile Festplatte

© Josef Bleier

Der Vergleich von zwei mobilen Festplatten zeigt, dass die SSD-Variante (links) nicht nur bei der Zugriffszeit, sondern auch beim Verarbeiten von kleinen Dateien schneller ist als eine HDD (rechts).

Ein genauerer Blick auf das bunte Testfeld

Insbesondere haben wir uns für die mobilen Festplatten interessiert, die mit wenigstens vier Terabyte Kapazität aufwarten können und sich auf die wesentlichen Aufgaben, nämlich das Speichern von Daten beschränken. Hier haben wir sogar interessante ältere Modelle in den Test genommen, die noch verfügbar sind.

  • Den vollständigen Vergleichstest mit allen Werten für die getesteten Geräte finden Sie in der PC Magazin Ausgabe 2/2018, die Sie als Einzelheft in unserem Aboshop beziehen können.

Daneben haben wir auch spezielle Kandidaten berücksichtigt. Das G-Drive ist explizit für Apple-Fans gedacht und hat lediglich ein Terabyte an Kapazität. Die im Gummischutz verkleidete LaCie bietet mit fünf Terabyte deutlich mehr Speicherplatz, ist aber ebenfalls an Apple-Jünger adressiert. Ein ganz spezieller Speicherzwerg ist die diskAshur, denn sie hat ein Hardware-Verschlüsselungssystem an Board und sichert Ihre Daten per Nummernpad.

Die Leistungsfähigkeit der mobilen Zwerge richtig einordnen

Dass diese kleinen Speicherzwerge so eine hohe Kapazität erreicht haben, ist beeindruckend. Bei der Leistung darf man sie jedoch nicht überschätzen. Sie transferieren Filme oder Fotos mit zügiger Geschwindigkeit – solange die Dateien groß sind. Bei sehr kleinen Dateien – das zeigt unser Vergleich mit einer SSD – verlieren sie dramatisch, siehe Vergleichsbilder rechts unten. 

Als Systemplatten wären sie ein echter Bremsklotz. Es wäre also keine gute Idee, eine 2,5-Zoll- HDD aus ihrem Gehäuse zu holen und in einen Windows-PC zu stecken. Mit 5.200 U/min sind sie deutlich langsamer als 3,5-Zoll-HDDs, die mit wenigstens 7.200 U/ min rotieren und so Daten deutlich schneller auslesen können. 

3,5-Zoll-HDDs erreichen Transferraten von über 200 MByte/s, und bei der minimalen Datenrate liegen sie bei über 110 MByte/s – das ist bei den Zwergen ein Top-Wert. Natürlich versuchen Hersteller dieses Manko zu verbessern, indem sie schnelle Zwischenspeicher einbauen.

mobile Festplatte Seagate Backup Plus 5tb

© Josef Bleier

Mit 3,3 Cent pro Gibibyte ist diese Seagate die günstigste 5-TByte-HDD.

Testsieger mit Tricks?

Die Western Digital My Passport Ultra ist zweifelsfrei eine sehr empfehlenswerte Festplatte für den mobilen Einsatz. Insgesamt liefert sie sehr gute Leistungswerte, und zudem ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut, welches wir bezogen auf die Kapazität des Datenträgers berechnen. 

Auffällig ist allerdings, dass die WD Ultra das absolute Standardprogramm für Tests von mechanischen Festplatten, nämlich HD Tune, über listen kann – zwar nur beim Lesen von Daten, aber das genügte ja schon, die übrigen Testkandidaten zu deklassieren, wenn wir denn diese "Testergebnisse" anstandslos übernommen hätten. Das haben wir freilich nicht. Wir haben auf Alternativen zurückgegriffen.

Mobile HDDs für spezielle Aufgaben

Die LaCie Rugged richtet sich an Apple-Nutzer. Die Festplatte ist für Mac mit zwei Partitionen vorformatiert. Für Windows kann man die Partitionen ohne Probleme löschen und neu formatieren. Die Leistungsdaten der LaCie sind sehr gut, der Transportschutz ist attraktiv. 

Doch der Preis ist sehr hoch. Auch das G-Drive von G-Technology ist für Apple-Freunde produziert, lässt sich für Windows aber ebenfalls umformatieren. Den Datenzwerg gibt es lediglich mit einem Terabyte Kapazität. Dafür ist er im Alu-Kleid besonders schick. Und "schick" ist auch der USB-Type-C-Anschluss, den außer der LaCie sonst keine weitere Platte in diesem Test vorweisen kann. 

Die Transferraten sind super, allerdings ist der Preis von 100 Euro völlig überzogen. Mit 300 Euro ist die diskAshur2 von iStorage mit Abstand die teuerste Platte im Test – natürlich bezogen auf die Kapazität. Für diesen Datenzwerg sollten Sie sich nur dann erwärmen, wenn Sie wirklich großen Wert auf eine hohe Datensicherheit legen. 

Denn ist die disk Ashur einmal mit einem Passcode versehen, kommt niemand mehr ohne den Code an die Daten heran. Wird das Passwort zu oft falsch eingegeben, dann löscht die Platte die Daten. Alternativ kann man Microsofts Bitlocker-Verschlüsselung verwenden, hier müssen Sie sogar einen Wiederherstellungsschlüssel erstellen. Ohne diese Vorsichtsmaßnahme verschlüsselt Microsoft den Datenträger erst gar nicht.

mobile Festplatte WD my Passport Ultra 4 TB

© Josef Bleier

Die WD Ultra ist am ausgewogensten und verdient den Testsieg.

Sehr gut und günstig

Die drittplatzierte Seagate Backup Plus ist eine gute Wahl, wenn Sie nicht mehr als vier Terabyte Datenspeicher benötigen. Wenn es allerdings fünf Terabyte sein müssen, dann ist der rund 30 Euro teurere Zwergenbruder die bessere Wahl. Bei den Leistungsdaten liegen beide sehr nahe aneinander, im Praxiseinsatz ist dieser Unterschied nicht wahrnehmbar. 

Die Verbatim liefert gute Transferraten und mit fünf Terabyte Kapazität den derzeit maximal möglichen Speicherplatz bei den 2,5-Zoll großen HDDs. Doch der Preis ist mit 250 Euro und damit 5 Cent pro GByte unter Windows (Gibibyte) ziemlich aus dem Ruder gelaufen. Bei Verbatim liegt das Tool Nero Backitup bei. 

Den deutlichen Aufpreis zu den anderen Zwergen rechtfertigt das aber nicht. Vereinzelt  findet man noch die Maxtor M3 Portable bei  einschlägigen Online-Händlern. Wir haben  Sie mit in den Test geholt, da sie mit 3,1  Cent ein wirklich attraktives Angebot für  Sparfüchse ist, denen maximale Leistungsdaten nicht ganz so wichtig sind. 

Fazit: Unterschiede sind gering

Die wichtigste Entscheidung, die Sie vor  einem Kauf treffen, ist, ob Sie einen spezialisierten Datenzwerg benötigen, zum Bei- spiel für Hardware-Verschlüsselung oder  für ein Apple-Gerät. Für diese Sonderwünsche müssen Sie dann deutlich mehr Geld  ausgeben. 

Wenn das nicht der Fall ist, entscheiden Sie sich für Ihr Wunschmodell mit  vier oder fünf Terabyte Speicherkapazität.  Bei den Datentransfer raten sind die Unter- schiede im praktischen Einsatz so gering,  dass Sie diese auch gerne zweitrangig betrachten können.

Siegel Testsieger PC-Magazin

© PC-Magazin

Unter der getesteten Hardware, trägt die WD Festplatte my Passport Ultra 4 TB im PC-Magazin Test den Sieg davon.

Testverfahren mobile HDDs

Mobile Festplatten testen wir an einer Skylake-Testplattform mit Windows 10 Professional, einer Intel Core i7-6700K CPU, einem Asus Z170-Pro Mainboard und insgesamt 16 GByte Crucial-Ballistix-Speicher. Zum Einsatz kommen diverse Benchmark- Tools. 

Der wichtigste Benchmark ist HD Tune 5.60 Pro, der uns nicht nur Maximal-, Minimal- und Durchschnittswerte liefert, sondern auch eine Datentransferkurve, anhand derer wir erkennen können, ob die HDD ein typisches Verhalten zeigt oder ob beispielsweise schnelle Zwischenspeicher verbaut wurden. Die Temperaturzunahme messen wir mit dem Infrarotthermometer Raynger ST von der Firma Raytek.

Expertenmeinung

Die tägliche Datenflut steigt bei Menschen stetig an, die aktiv am digitalen Leben teilnehmen. Musik, Filme, selbst gedrehte Videos, gerne auch in hoher 4K-Auflösung, und Fotos nehmen einen sehr großen Speicherplatz in Anspruch. Da ist es wirklich gut, dass die großen Speicherhersteller nach wie vor auch an der Erhöhung der Kapazität der kleinen 2,5-Zoll- HDDs arbeiten. 

Nur sie sind die perfekte Kombination aus hoher Kapazität und angenehmer Mobilität. Zugegeben, die Transferraten sind, verglichen mit modernem SSD-Speicher, geradezu lahm. Aber dafür bekommt Ihr Geldbeutel auch keinen Weinkrampf beim Kauf.

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