Vergleichstest

Drei hochwertige AV-Vor-/Endstufen-Kombis im Test

4.12.2012 von Stefan Schickedanz und Andreas Greil

Sie sind größer und stärker als die riesige Herde der Receiver: die Kombination aus Vorverstärker und Endstufe. Aber sind sie auch fortschrittlicher und klingen sie besser? Wir haben drei Giganten gegeneinander antreten lassen.

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AV-Vor-End-Kombis
AV-Vor-End-Kombis
© Hersteller/Archiv

AV-Vor-/Endstufen im Test

Durch die fortschreitende Miniaturisierung ist eine prächtige Spezies vom Aussterben bedroht: Die Gattung der AV-Vor-End-Kombis leidet unter dem Fressneid der bis zum Anschlag mit Mikroelektronik vollgestopften Receiver. Immer erfolgreicher wildern sie im Revier der Giganten. Das hat zur Folge, dass die meisten Hersteller gar keine getrennten Lösungen mehr im Programm haben oder ihre Klassiker durch moderate Überarbeitungen am Leben erhalten.

So kommt es, dass in diesem Testfeld einige Komponenten in ihrem früheren Leben schon einmal im Fadenkreuz der Hörjury standen. Doch seit Arcam und NAD ihre AV-Vorstufen vor zwei respektive fünf Jahren das erste Mal im Testgehege antreten ließen, hielten neue Standards Einzug, die jetzt in den Klassikern implantiert wurden. Sie sind nun gewappnet für HDMI 1.4 und erfreuen mit Features wie CEC-Steuerung, Durchschleifen von 3D-Bildern oder Audio-Rückkanal.

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Das alles verleitet Besitzer aktueller Receiver noch nicht dazu, für eine getrennte Lösung tief in die Tasche zu greifen. Die Trümpfe der Fossilien des AV-Zeitalters liegen zum einen in schierer Kraft und Kontrolle, um so ziemlich jeden Lautsprecher zu unterwerfen. Zum anderen sind bereits die Vorstufen auf optimalen Klang getrimmt.

Bildergalerie

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Bilder: Vor-/End-Komis im Test

Vorstufe Arcam AV888 (6.500 Euro), Endstufe Arcam P777 (5.000 Euro).

Sie verarbeiten die feinen Eingangssignale so sorgfältig, dass beim Klang der drei Kombinationen selbst audiophile Stereo-Verfechter keine Vorbehalte mehr gegen Mehrkanal-Wiedergabe haben werden. Alle drei erzeugten eine größere Bühne und hüllten bereits in Stereo ihre Zuhörer in dreidimensional wirkende Klänge ein. Sie wirkten auch besonders feinzeichnend in den Höhen und zauberten gewaltige Bässe in den Raum. Aber nur ein Hersteller lieferte auch videoseitig stichhaltige Argumente gegen die Verdrängung der stolzen Saurier durch den gemeinen Receiver aus dem AV-Paradies.

Standpunkt

Alle drei Paarungen überzeugten. Klang-Freaks kommen an den Kombis von Arcam oder NAD kaum vorbei. Auch haptisch und optisch können die Außenseiter am meisten punkten. Das harmonischste Gesamtpaket hat allerdings Onkyo geschnürt. Die Japaner sind mit den beiden Neuen auch endlich klanglich wieder auf der richtigen Spur und den anderen auf den Fersen. Deshalb kann die Kombi ihr moderneres Bedienkonzept und ihren überragenden Video-Teil als Trumpf ausspielen.

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