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Der Arcam AV888

Brit for Fun

Arcam-Receiver lehren regelmäßig die Konkurrenz das Fürchten. Mit dem AV888 spielen die Briten auch bei den AV-Vorverstärkern ganz vorne mit. Der schlichte Beau bringt Stereo und Surround perfekt unter einen Hut und lässt sich vorbildlich bedienen.

© Video Homevision

Der Arcam AV888

Die schlechte Nachricht vorweg: Der Arcam AV888 ist noch nicht für 3D-Bilder und andere HDMI-1.4-Finessen gerüstet. Weiterlesen lohnt sich aber trotzdem für alle, denn dieser Prozessor-Pre-Amp zählt zum Feinsten, das man im Mehrkanal-Bereich finden kann.

Das Versprechen, High-End-Klang in dieser Klasse zu bieten, geht voll auf, und die ausgeklügelte Bedienung ist die größte Überraschung schlechthin. Seine On-Screen-Menüs sind logisch aufgebaut, intuitiv erfassbar und reagieren extrem schnell, und die Anschlüsse auf der Rückseite sind übersichtlich gegliedert und gut gekennzeichnet.

Was bei manchen Vorverstärkern in Stress ausartet, geht hier lässig vonstatten: Der AV888 lässt sich besonders für diese Leistungsklasse selbst bei manuellem Grund-Setup vorbildlich leicht in Betrieb nehmen. Und wer seinen Prozessor besser versteht, kann auch sein Potenzial besser ausschöpfen.

© Video Homevision

Selten wirkte ein AV-Vorverstärker so schlicht wie der Arcam, dessen Front lediglich Anschlüsse für Kopfhörer und ein Einmess-Mikrofon bietet. Auch in größerer Entfernung sind Quelle und Lautstärke auf dem Display deutlich ersichtlich.

Der Arcam ermöglicht schließlich die penible Anpassung der Eingänge an die jeweiligen Quellen: Pegelausgleich durch Dolby Volume und sogar individuelle Bass- und Höhenregelung lassen sich für jedes angeschlossene Gerät speichern.

Für Video-Quellen kann man ohne den Blick in die Bedienungsanleitung neben der Tonverzögerung wesentliche Bildparameter wie Helligkeit, Kontrast, Gamma, Kantenverbesserung und drei verschiedene Rauschreduzierungen programmieren.

Verbesserungspotenzial gibt es lediglich bei der Bedienung an der Frontplatte: Die winzigen, fummeligen Tasten für Lautstärke und fürs Scrollen durch die Eingänge dienen eher dem Styling als dem Komfort. Aber das Front-Display ist spitze: Es informiert mit seiner feinen Matrix von fern über Quelle, Klangmodus und Lautstärkepegel.

© Video Homevision

Die Frequenzgang-Verläufe der verschiedenen Hochpegel-Eingänge des mustergültig breitbandigen Arcam verlaufen selbst weit oberhalb des Hörbereichs extrem linear. Weniger glanzvoll: die Störabstände von 93/87 dB (Cinch/XLR) und der hohe Standby-Verbrauch von 4,5 Watt.

Die Ausstattung enthält zwar keine Gimmicks, ist aber umfassend: fünf HDMI-Eingänge und zwei -Ausgänge, jede Menge Ein- und Ausgänge für Digital-Audio-Komponenten und sogar für Video plus S-Video, was die meisten Hersteller inzwischen einsparen. Dazu kommen Phono MM und Internet-Radio sowie bidirektionale Steuerung über RS-232 für Installationen.

Dazu gesellt sich ein Klang, der die Ansprüche von Audiophilen und Kino- Freaks perfekt unter einen Hut bringt. Unterstützt von aufwendigen D/AWandlern vom Typ Wolfson WM8741, zauberte seine Audio-Sektion eine Performance, die süchtig macht. Zart, aber trotzdem detailreich, offen und präzise setzte der Arcam die Darbietung, unterstützt von knackigen, satten Bässen, um.

Schon in Stereo klang der Brite bemerkenswert dreidimensional und brillierte mit exzellenter Abbildungspräzision. Es war, als ob die Musiker frei im Raum stünden. Seine sehr natürliche Stimmwiedergabe zahlte sich auch in Surround aus, wo er einen riesigen zusammenhängenden Raum erzeugte. Der Außenseiter garantiert Gänsehaut.

Testurteil:

Arcam AV888

€ 5.500;

+ hervorragender Klang+ intuitive Bedienung+ 7 HDMI Anschlüsse- kein HDMI-Audio-Rückkanal/keine-3D-Video-Durchschleifung

Gesamtwertung: überragend 93 %

Preis/Leistung: sehr gut

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