Welcher Hardware passt?

Welche CPU und Grafikkarte? - GPUs von 95 bis 730 Euro

© Square Enix

Wie schnell die DirectX-12.0-Games Rise Of The Tomb Raider (im Bild) und Deus Ex: Mankind Divided auf jeder der 24 CPU-GPU-Kombinationen laufen, haben wir jeweils mit dem internen Benchmark überprüft.

In unserer Testauswahl bieten die Radeon RX 550 und die Nvidia GeForce GTX 1050 den günstigsten Einstieg ins Gaming. Grafikkarten mit der ersteren GPU gibt es teilweise schon für weniger als 100 Euro, etwa die Gigabyte Radeon RX 550 mit 2 GByte GDDR5-RAM für 95 Euro. Etwas mehr muss man für die GeForce GTX 1050 ausgeben. 

Entsprechende Karten wie die KFA² GeForce GTX 1050 OC LP beginnen ab etwa 120 Euro und sind mit 1 GByte RAM ausgestattet. Preislich, aber dafür auch performancemäßig deutlich ambitionierter geben sich die AMD Radeon RX 580 und die Nvidia GeForce GTX 1060, die sich beide in der oberen Mittelklasse einordnen. 

4-GByte-Modelle mit Radeon RX 580 wie die Sapphire Pulse Radeon RX 580 4GD5 kosten um die 400 Euro, während 8-GByte-Modelle wie die ASUS ROG Strix Radeon RX 580 OC mit durchschnittlich 450 Euro zu Buche schlagen. 

Grafikkarten mit der Nvidia-GPU GeForce GTX 1060 sind durchwegs etwas günstiger: Mit 3 GByte RAM kosten sie 300 Euro, mit 6 GByte etwa 370 Euro. High-End-Grafikleistung holt man sich mit der AMD Radeon RX Vega 56 und der GeForce GTX 1080 ins Haus. Die Radeon RX Vega 56 war zum Testzeitpunkt nur vereinzelt in Online-Shops gelistet, eine direkte Folge der Entscheidung von AMD, die Produktion und Auslieferung der Radeon-RX-Vega-Referenzmodelle zu stoppen. 

Stattdessen will AMD nun auf Custom-Designs setzen, also nur noch die GPUs selbst herstellen und an Partner-Unternehmen verkaufen, die ihrerseits dann eigene Grafikkarten produzieren. Bis der Lieferengpass behoben ist, müssen Käufer mit höheren Preisen für die Radeon RX Vega 56 vorlieb nehmen – im günstigs ten Fall waren mindestens 730 Euro fällig. GeForce-GTX-1080-Grafikkarten gibt es dagegen schon für rund 650 Euro.

Benchmarks

Ihre Leistung mussten die CPU-GPU-Gespanne in den DirectX-12-Spielen Deus Ex: Mankind Divided und Rise Of The Tomb Raider sowie dem DirectX-12-Benchmark 3DMark Time Spy unter Beweis stellen. Abgesehen vom deaktivierten VSync liefen beide Games in den Standardeinstellungen und wurden jeweils einmal in Full-HD sowie in der 4K-Auflösung von 3.860 x 2.140 Pixeln gestartet. 

Die Performance der GPUs haben wir anschließend mit den internen Benchmarks ermittelt, die vordefinierte Spielszenen rendern. 3DMark Time Spy arbeitet mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln (WQHD) und gibt eine Gesamtpunktzahl aus, die sich aus zwei Grafiktests und einem CPU-Test zusammensetzt. Die GPUs wurden mit den zum Testzeitpunkt aktuellsten Treiberversionen in Betrieb genommen (18.1.1 bei AMD, 390.77 bei Nvidia).

Freie CPU-Wahl bei Einsteiger- und Mittelklasse-GPUs 

Sieht man von 3DMark Time Spy ab, der in seiner Gesamtpunktzahl auch die CPU-Leistung berücksichtigt, fahren die Einsteiger-Grafikchips AMD Radeon RX 550 und Nvidia GTX 1050 unabhängig vom Prozessor das gleiche Ergebnis ein. Die Frameraten unterscheiden sich nur in den Nachkommastellen voneinander, schwanken also praktisch gar nicht. Damit zeigt sich, dass beide GPUs auf allen Testsystemen an ihre Leistungsgrenzen stoßen und die CPU keine limitierende Wirkung ausübt. Genauso sieht es bei den Mittelklasse-GPUs AMD Radeon RX 580 und Nvidia GTX 1060 aus. Sie laufen auf allen Systemen gleich schnell, können also ihre volle Performance abrufen.

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Core i9-7900X bremst High-End-GPUs 

Bei High-End-GPUs wie der AMD Radeon RX Vega 56 und der Nvidia GTX 1080 ist die Wahl der CPU schon wichtiger, allerdings auch nur dann, wenn es darum geht, bei geringeren Auflösungen wie Full-HD das Maximum an Frames herauszuholen. Wer in 4K spielen will, kann dagegen ohne Weiteres einen günstigen Prozessor wie den AMD Ryzen 5 1500X mit einer High-End-GPU wie der Nvidia GTX 1080 kombinieren. Hier fallen die Frameraten nicht geringer aus als auf einem System, in dem ein Prozessor-Schwergewicht werkelt, weil die GPUs deutlich schneller als bei Full-HD an ihr Limit stoßen. Im Test machte es jedoch einen großen Unterschied, ob die CPU von AMD oder Intel kommt. Mit dem Core i9-7900X schneidet ausgerechnet die schnellere der beiden Intel-CPUs schlechter ab. Bei dem 900 Euro teuren Zehnkerner ergeben sich mit Rise Of The Tomb Raider in der Full-HD-Auflösung lediglich 126 fps, während der eigentlich langsamere Intel Core i5-8400 mit 130 fps einen leichten Vorsprung einfahren kann. Noch viel deutlicher fällt das Ergebnis bei Deus Ex: Mankind Divided aus: rund 134 fps beim Core i5-8400 gegenüber nur 117 fps beim Core i9-7900X. Der Grund für diesen Ausreißer nach unten ist die neue Architektur des Core i9-7900X, die seine zehn Kerne mit anderen CPU- Komponenten wie dem Speichercontroller oder dem Cache nicht mehr wie beim Vorgänger Broadwell-E ringförmig miteinander verbindet, sondern über eine netzartige Struktur, das sogenannte Mesh. Damit setzt die CPU zwar Bestmarken bei Mehrkern-Anwendungen und gehört zu den schnellsten Desktop-CPUs, die man derzeit bekommen kann. Das spezielle CPU-Design kann sich aber negativ auf die Leistung mancher Anwendungen auswirken, zu denen auch die beiden DirectX-Games Deus Ex: Mankind Divided und Rise Of The Tomb Raider gehören.

Performance-Sieger Intel Core i5-8400 

Weil der Intel Core i9-7900X bei der Spieleauswahl schwächelte, heißt der Perfor- mance-Gewinner unter den vier CPUs Intel Core i5-8400. Auf keinem anderen Prozes- sor laufen die High-End-GPUs AMD Radeon RX Vega 56 und Nvidia GTX 1080 so schnell, wenn man sich bei den Spielen auf die Full- HD-Auflösung beschränkt. Bei 4K-Settings ist dann aber kein Unterschied mehr zu den übrigen Prozessoren feststellbar, weil beide High-End-GPUs mit jeweils rund 44 fps bei Rise Of The Tomb Raider und Deus Ex: Man kind Divided an ihre Grenzen stoßen. Im Zusammenspiel mit den beiden High-End- GPUs verhielten sich nur die AMD-Systeme wie erwartet, nämlich nach dem Motto: viel hilft viel. Auf dem Ryzen-5-1500X-Testsystem bringen die AMD Radeon RX Vega 56 und die Nvidia GTX 1080 Rise Of The Tomb Raider in Full-HD mit 106 beziehungsweise 97 fps zum Laufen. Greift man zum Intel- Core-i7-Äquivalent Ryzen 7 1800X, steigen die Frameraten auf knapp 127 respektive 107 Frames an. Ähnlich verhält es sich bei Deus Ex: Mankind Divided.

Fazit und Empfehlungen

Bei den Einsteiger- und Mittelklasse-GPUs spielte es in unserem Testsetup keine Rolle, ob eine Mittelklasse- oder High-End-CPU im PC rechnet, da sie nicht vom Prozessor ausgebremst wurden. Schnellere Grafikkarten mit AMD Radeon RX Vega 56 oder Nvidia GTX 1080 bringen zwar bei Full-HD-Settings noch etliche Frames mehr, können aufgrund der limitierten CPU-Performance aber nicht mehr ihre volle Leistung entfalten, sodass man hier wertvolle GPU-Reserven verschenkt.

Sollen die Spiele auch flüssig in 4K laufen, führt kein Weg an den High-End-GPUs vorbei. Dafür bilden sie auch mit der kleinsten CPU im Vergleich ein gutes Gespann, allerdings mit leichten Einbußen bei der Full-HD-Performance.Geht es um maximale Frameraten bei 4K-Auflösungen, lässt sich das am günstigsten mit dem Gespann aus High-End-GPU und Mittelklasse-CPU erreichen, zum Beispiel AMD Ryzen 5 1500X und Nvidia GeForce GTX 1080.

Um flüssig in Full-HD zu spielen, kann man beim Prozessor das Budget ebenfalls niedrig ansetzen, sollte aber idealerweise zu einer Mittelklasse-GPU wie der AMD Radeon RX 580 greifen, um noch genug fps-Reserven zu haben. Die teuerste Lösung braucht man eigentlich nur, wenn bei niedrigeren Auflösungen wie Full-HD maximale Bildwiederholraten herauskommen sollen. Dann müssen CPU und GPU beide aus dem High-End-Bereich kommen.

Mit 150 Euro ist der AMD Ryzen 5 1500X am günstigsten, doch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Intel Core i5-8400. Der kostet in der Boxed-Version nur rund 180 Euro, liegt in puncto Spiele-Performance aber praktisch gleichauf mit dem AMD Ryzen 7 1800X (320 Euro) und dem Core i9-7900X (890 Euro). Diese CPU gehört zwar zu den schnellsten Desktop-CPUs, kann aber wegen ihrer speziellen Systemarchitektur mitunter nicht die volle Leistung abrufen, so wie bei unseren Spielebenchmarks.

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