Für Canon, Nikon, Sony & Co.

Capture NX-D von Nikon

10.5.2016 von Florian Mihaljevic

ca. 1:35 Min
Vergleich
VG Wort Pixel
  1. RAW-Konverter Test 2016: Lightroom 6 gegen drei Alternativen
  2. ACDSee Ultimate 9 von ACD Systems
  3. Lightroom 6/CC 2015 von Adobe
  4. Capture NX-D von Nikon
  5. Capture One Pro 9 von Phase One
  6. Fazit

Die aktuelle Version von Capture NX-D, dem hauseigenen RAW-Konverter von Nikon, ist kostenlos erhältlich. Das Programm läuft unter Windows ab Vista und OS X. Die Software arbeitet nur mit Nikon-RAWs zusammen - korrigiert jedoch auch JPEGs und TIFFs. Obwohl es keine datenbankgestützte Bearbeitung gibt, lassen sich Korrekturen und Änderungen verlustfrei in Sidecard-Dateien ablegen, sodass sie später leicht wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Oberfläche orientiert sich an den üblichen Standards: links Navigation, rechts Werkzeuge und in der Kopfzeile Schalter für Ansichtsmodi, Werkzeuge und die Ausgabe. Die Werkzeugleiste ist etwas gewöhnungsbedürftig und bietet alle Bearbeitungsmöglichkeiten, die zur Fotokorrektur nötig sind. Statt einfacher Lösungen setzt Nikon auf Gradiationskurven und Co., kombiniert sie jedoch mit ebenso häufigen guten Automatiken und Vorlagen. "Picture Control" sorgt etwa mit einem Schieberegler und sieben Vorlagen für satte Farben und schöne Kontraste. Details aus hellen und dunklen Bildbereichen bringt das aus Nikon-Kameras bekannte Active D-Lighting wieder zum Vorschein - beziehungsweise können Anwender die Kamera-Einstellung in Capture NX-D nachträglich verändern.

Nikon Capture NX-D
Nikon Capture NX-D bietet im Vergleich zum Vorgänger deutlich weniger Funktionen. Die Bildverwaltung ist nur rudimentär, selektive Korrekturen sind nicht möglich – anders als beim Vorgänger.
© MedienBureau

Lokale Korrekturen fehlen, anders als beim Vorgänger, komplett. Die vorherige Version wurde noch in Zusammenarbeit mit Nik Software (jetzt Google) produziert, die für lokale Anpassungen ihre U-Punkte einsetzte. Die aktuelle Version ist offensichtlich ein abgespecktes und leicht angepasstes Silkypix Developer Studio.

Das Programm zeigt sich in puncto Leistung ambivalent: Die Reaktionsgeschwindigkeit ist je nach Effekt deutlich spürbar. Der Export von 24-MP-RAWs ist mit circa 9 Sekunden pro Bild in Ordnung. Farbrauschen verschwindet aus dem ISO-3200-Foto erst bei relativ hohen Einstellungen komplett. Details erhält das Programm beim Entfernen von Luminanzrauschen gut, doch bleiben selbst in hohen Einstellungen grobe Flecken sichtbar.

Fazit

Die Qualität der RAW-Konvertierung überzeugt, ansonsten fehlen dem kostenlosen Programm Werkzeuge für selektive Korrekturen sowie eine Bildverwaltung. Hier bieten andere kostenlose Lösungen wie RawTherapee oder Darktable deutlich mehr. Die Reaktionsgeschwindigkeit könnte besser sein, der Export geht hingegen gut.

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