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Surround-Sound

Canton GLE 496.2 BT im Test

© Josef Bleier

Zum Preis von 1.500 Euro ist das Preis/Leistungsverhältnis der Canton GLE 496.2 BT überragend.

Pro

  • Klanggewaltiges 2.0-System
  • Virtual Surround
  • Toller Preis

Contra

  • Visuelle Rückmeldung nicht ganz perfekt

Fazit

video Testurteil: gut (72 von 100 Punkten); Preis/Leistung: überragend;

Was würde James Bond wohl dazu sagen? Diese Box lebt nicht nur zweimal, sondern dreimal. Canton präsentierte kürzlich nicht nur eine MK-2-beziehungsweise Punkt-2-Version seiner bewährten GLE 496. Jetzt gibt es den Klassiker sogar auch als Aktiv-Variante. 

Doch Canton gab sich nicht damit zufrieden, die 3-Wege-Bassreflex-Box autark von den Lautsprecherklemmen eines Receivers zu machen und sie dank Virtual Surround Decoding als 2-Kanal-Alternative zu positionieren. Die Hessen spendierten dem GLE 496.2 BT gleich alles, was man zum bequemen drahtlosen Streamen braucht. 

So unterstützt die GLE 496.2 BT Bluetooth mit A2DP-Protokoll und dem klangstarken aptX-Codec. Die 108 Zentimeter hohe Standbox kann aber auch gut mit Kabeln. Das dickste von allen ist sogar essentiell wichtig, denn es verbindet die aktive Masterbox mit dem passiven Slave. 

Damit das Ganze nicht in S&M aus-artet, sondern zu Plug & Play führt, setzt Canton auf eine Speakon-Verbindung aus der Profitechnik. Deren solide XXL-Stecker rasten mit Bajonettverschluss satt ein und lassen keine Verwechslungen zu. Damit vereint die linke Box – zu erkennen am kleinen, dreistelligen Display ganz unten auf der Schallwand – die gesamte Elektronik und bündelt sämtliche Verbindungen zu anderen Komponenten. 

Lesetipp: Dolby-Atmos-Lautsprecher im Test: Canton Chrono vs. Focal Sib Evo

Dazu zählen drei HDMI-Eingänge und ein -Ausgang mit Audio-Rückkanal (Audio Return Channel). Diese gestatten das Durchschleifen von 4K-Videosignalen mit 3D-Bild. Die Canton kann damit den AV-Receiver als Steuerzentrale ersetzen. Die theoretische Möglichkeit zur Ausgabe von Bildschirm-Menüs wird nicht genutzt.

Reduce to the Max 

In Verbindung mit der puristischen Fernbedienung, die mit nur neun Tasten auskommt, schränkt das den Bedienkomfort der Canton GLE 496.2 BT geringfügig ein. Gerade der Zugriff auf Sonderfunktionen wird deshalb kompliziert und macht den Blick in die Anleitung erforderlich, außer man konnte bereits mit den Soundbars aus dem Taunus üben.

© video

Für das Canton GLE 496.2 BT Lautsprecher-Set spricht die video-Redaktion einen Kauftipp aus.

Immerhin lässt sich das Boxen-Duo an die Raumgröße anpassen. Zudem merkt sich die GLE 496.2 BT den zuletzt gewählten Soundmodus für die unterschiedlichen Quellen. Beim nächsten Aufruf schaltet die Canton automatisch auf Stereo oder Surround um. Wer auf die entsprechende Taste drückt, kann die aktuelle Einstellung ablesen. 

Erst beim nächsten Druck wechselt die GLECanton GLE 496.2 BT den Klangmodus. Die Bass-Treble-Regelung macht dagegen bereits beim Nachschauen einen Schritt nach unten oder oben – ein kleines Manko. Als Trost hat Canton die Box lernfähig für die Steuercodes von TV-Fernbedienungen gemacht. 

Das Canton GLE 496.2 BT ​Lautsprecher-Set lässt sich daher mit dem IR-Transmitter des Flatscreens steuern, was vor allem bei der Lautstärkeregelung sehr praktisch ist. Wer Canton kennt, dem dürften die Eigenheiten des Systems nicht neu sein. Der Boxenbauer hat sich schließlich die ausgeklügelte Technik seiner Soundbars zunutze gemacht.

Feine Filter

Canton teilt die Endstufenbereiche wie beim Bi-Amping per Digitalweiche im DSP auf den Bass und die Mittel-Hochtonsektion auf. Eine 18-dB-Passivweiche übernimmt die Trennung des aus der GLE-Serie bekannten 2,5-cm-Alu-Mangan-Hochtöners und des 18-cm-Alu-Mitteltöners. Chefentwickler Frank Göbl setzt einmal mehr auf Filter vierter Ordnung. 

© Josef Bleier

Beim Canton GLE 496.2 BT reichen neun Tasten aus, um mit der Fernbedienung auch auf versteckte Funktionen zuzugreifen.

Der mechanische Roll-off der Chassis trägt zur gewünschten Flankensteilheit die restlichen 6 dB bei. Im Bass genügt als Frequenzweiche ein digitaler 12-dB-Tiefpass. Der 20-cm-Aluminium-Tieftöner fällt nämlich bei 300 Hz mit 12 dB ab – fertig ist die 24-dB-Filterung. Um die GLE 496.2 BT bei hohen Pegeln vor Überlastungsschäden zu bewahren, setzt Canton auf temporäre Strombegrenzung direkt im PWM-Netzteil. 

Im Duett 

So konnten wir die beiden Grenzgänger zwischen Stereo und Surround im Hörtest wirklich hart rannehmen. Wie man es bereits von den Canton-Soundbars kennt, sorgte DTS Tru-Surround, jenes früher als SRS TruSurround bekannte Virtual-Surround- Verfahren, für eine äußerst stabile Räumlichkeit. 

Wer sich perfekt im Zentrum des Stereo-Dreiecks positioniert, kann Phantomschallquellen tatsächlich hinter sich orten. So gelangen durch das Canton GLE 496.2 BT Lautsprecher-Set beispielsweise die Vorbeifahrten in "Tage des Donners" mit Tom Cruise fast so gut wie mit echten Surround-Lautsprechern. 

Wer vorwiegend allein oder zu zweit hört, kann deshalb mit dem vielseitigen Boxen-Paar ein ganzes Surround-Set ersetzen. Auch beim Subwoofer dürfte der Verzicht nicht schwer fallen. Die aktiv geregelte GLE 496.2 BT erzeugt einen kräftigen, konturierten Bass.

Dass sie nicht ganz so tief in den Keller kommt wie die Bassmodule des Hauses, ist in normalen Wohnräumen sogar eher von Vorteil. Die ausgewogenen tonalen Qualitäten der Canton äußerten sich bei Filmdialogen ebenso wie beim Musikhören in Stereo. Beim CD-Hören ohne Surround-Effekte überzeugte die tolle Fokussierung und die immer noch stabile, weiträumige Abbildung – selbst mit Bluetooth. 

Lesetipp: Heimkino-Lautsprecher richtig aufstellen

Nur in hohen Stimmlagen gab es bei der Canton GLE 496.2 BT leichte Übertreibungen, die aber gegenüber den zahlreichen Stärken kaum ins Gewicht fallen, zumal der Preis sich wegen der HDMI-Anschlüsse nicht mal mit normalen Aktiv-Boxen vergleichen lässt. 

Fazit

Die neue Canton GLE 496.2 BT ist ein smarter Alleskönner für zünftiges Surroundvergnügen mit knappem Raum bei knapper Kasse.

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