Digitale Fotografie - Test & Praxis
APS-C-Kameras

Canon EOS 90D und EOS M6 II: Bildqualität & Fazit

Bildqualität 

Die beiden Canons schneiden im Labor ähnlich ab – was angesichts des gleichen Sensors und Bildprozessors auch nicht überrascht. Im Detail gibt es aber einige Unterschiede. Unterm Strich hat die 90D die Nase leicht vorn. 

Generell legen die Neuen bei der Auflösung kräftig zu: Die 90D erreicht bei ISO 100 2300 LP/BH, die M6 II liegt ca. 50 Linienpaare dahinter. Im Vergleich zur 80D oder M6 sind es 400 bis 500 Linienpaare mehr. Die M6 II baut bei der Auflösung mit steigender Empfindlichkeit stärker ab, bei ISO 1600 messen wir 200 LP/BH weniger.

Die Canon-Kameras mit dem 24-MP-Sensor knickten bei der Auflösung eher eine ISO-Stufe später ein. Ähnliches ist bei den Texturwerten zu sehen: Sie sind höher, bauen aber auch schneller ab. Besonders bei ISO 100 greift Canon sowohl bei hohen als auch niedrigen Kontrasten stark ein, was die Werte nach oben treibt. 

© Canon

Canon EOS 90D und EOS M6 II im Vergleich - EOS 90D Seitenansicht

Von anfänglichen 1400 LP/BH (90D) oder ca. 1300 LP/BH (M6 II) bleiben bis ISO 800 bei niedrigen Kontrasten 1000 bzw. rund 900 LP/BH. Den Verlust an Zeichnung sieht man gut in den Bildern. Auffällig sind die dicken weißen und schwarzen Linien, die die Signalverarbeitung hineinrechnet, um die Kanten zu betonen. 

Bei der M6 II sind nachgezogene Linien stärker ausgeprägt. Das Rauschen ist deutlich stärker als bei den Vorgängern oder vergleichbarer Konkurrenz ausgeprägt. Bereits bei ISO messen wir VN-Werte von 2,0(90D) oder 1,8 (M6 II) – normalerweise sehen wir so hohe Werte erst ab ISO 800/1600 im APS-C Bereich. 

Zumindest steigen die Werte bei den neu- en Canon-Modellen bis ISO 1600 nur um ca. 0,5 VN an. Den Bildeindruck mindert dies trotzdem. Ist das Rau- schen bei ISO 100 noch vergleichsweise wenig störend, fällt es bei ISO 800 schon stark auf, weil auch die Artefakte ebenso zunehmen und die Details weniger klar wiedergegeben sind.

Im Vergleich zur Konkurrenz wie Fujifilm X-T3 oder Sony A6400 können die Canons bei niedrigen ISO-Werten ihren Auflösungsvorteil ausspielen, doch die anderen haben das Rauschen besser im Griff. Ab ISO 1600 und teilweise schon ISO 800 ist vom Auflösungsvorteil kaum noch etwas zu sehen.

Fazit

Sowohl die EOS 90D als auch die EOS M6 II bieten gegenüber den Vorgängermodellen verbesserte AF-Fähigkeiten und höhere Auflösung. Negativ fällt das stärkere Rauschen auf. Dafür funktionieren aber die wichtigen Gesichts- und Augen-AF-Lösungen gut. Beide Modelle punkten mit ihrer sehr guten Verarbeitung. Auch die Bedienung ist einwandfrei.

1300 Euro für die EOS 90D sind ein stolzer Preis – wegen ihres überzeugenden Gesamtkonzepts erhält sie dennoch unseren Kauftipp APS-C. Die M6 II wirkt moderner, ist leichter, kostet „nur“ rund 900 Euro, wobei es mit dem Aufstecksucher doch wieder 1200 Euro werden. 

Ginge es nur um die Kamera, würde die Hälfte der Redaktion zur EOS M6 II greifen. Aber im M-System gibt es kein einziges lichtstarkes Zoom und von den drei Festbrennweiten sind auch nur zwei lichtstark.

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