Digitale Fotografie - Test & Praxis
APS-C-Kameras

Canon EOS 90D und EOS M6 II: Autofokus

Baubedingt zeigen sich bei automatischer Scharfstellung deutliche Unterschiede. Die 90D stellt im Sucherbetrieb auf einem externen Sensor scharf, im LiveView auf dem Bildsensor – dies macht die spiegellose M6 II grundsätzlich so. 

Wie die 80D stellt auch die neue SLR im Sucherbetrieb mit 45 Kreuzsensoren scharf und bietet Spot, Einzelfeld, Zonen, Große Zonen und die automatische AF-Feldwahl als Optionen. Im letzten Modus folgt die Kamera den Objekten innerhalb des AF-Rahmens. Spot ist neu und kann durch eine kleinere Feldgröße präziseres Fokussieren ermöglichen. 

© Screenshot & Montage: ColorFoto

Über das Q-(Schnell)-Menü lassen sich beide neuen Canons bequem bedienen. Die Parameter können per Touch oder Tasten verändert werden.

Man sollte jedoch aufpassen, dass innerhalb des Feldes noch genug Struktur vorhanden ist. Neben AF-S und AF-C bietet die 90D neu AI-AF als Betriebsmodus, bei dem die Kamera selbst die Wahl trifft. Bei automatischer AF-Einstellung tendiert die Kamera zu den Motiven in der Bildmitte und größeren Objekten. 

Zwischen den AF-Modi schaltet man auch bei der 90D mit dem Auge vor dem Sucher bequem um, denn dafür ist nur eine Funktionstaste nötig: Sie ist direkt neben dem Auslöser platziert, unten im Sucher werden entsprechende Symbole angezeigt. Die Felder bzw. die Zone steuert man mit dem Joystick oder der Wippe, der Druck auf die Set-Taste zentriert das AF-Feld oder die Zone.

Im LiveView arbeitet die 90D wie die M6 II. Canon verwendet auch in diesen beiden Kameras konsequent seine be-währte Dual-Pixel-AF-Technik, die Phasen-AF-Messung auf dem Aufnah- mesensor ermöglicht. Beide Kameras bieten AF-S und Servo sowie die Aus- wahl zwischen Spot, Einzelfeld, Zonen und Tracking mit Gesichtserkennung. Augenerkennung lässt sich im letztge- nannten Modus zusätzlich bei beiden Kameras dazuschalten.

Die Scharfstellung auf dem Aufnahmesensor hat mehrere Vorteile. Das AF-System reagiert schneller. Die Abdeckung mit den AF-Feldern ist feiner und der AF-Bereich insgesamt größer. Bei Sportaufnahmen oder auch anderen Tracking-Anwendungen ist beides von Vorteil. 

Maximal stehen bei der M6 II bis zu 5481 AF-Felder bereit, doch meist ist die Anzahl auf 142 AF-Messbereiche reduziert. Der neue Bildsensor ist zu 88% in der Breite und 100% in der Höhe abgedeckt. Hinzu kommt die gut funktionierende und präzise Gesichtserkennung – ein Thema, das bei allen Herstellern wichtiger wird. 

© Canon

Guter Griff, viele Tasten – die EOS 90D erfindet das Rad nicht neu, sondern setzt bei der Bedienung auf bewährte SLR-Rezepte.


Beim Testen hatten wir zwar das Gefühl, dass in den meisten Situationen die Panasonic GX9 zum Beispiel noch etwas schneller beim Finden und Verfolgen von Gesichtern arbeitet. Doch grundsätzlich ist die Leistung der beiden Canons in diesem Punkt gut. 

Was fehlt, ist die Erkennung von mehreren Gesichtern, wenn diese gleichzeitig im Bild sind, und eine Möglichkeit zum schnellen Wechsel von einem zum anderen. Tieraugen-AF wäre für viele Fotografen ebenso interessant. 

Die AF-Felder steuert man bei der M6 II per Finger auf dem Display: Das geht sehr schnell, genau und bequem. Auch bei der 90D ist diese Möglichkeit gegeben und man sollte sie nutzen. Theoretisch ließen sich die Felder auch per Joystick oder per Wippe verschieben, doch wegen der höheren Felderdichte reagieren diese im LiveView-Betrieb sehr träge.

Nur die 90D misst die Belichtung auf einem externen Sensor. Dieser hat 220k-Auflösung und ist in RGB und IR-Bereich empfindlich. Neben der Flackererkennung unterstützt der Belichtungssensor auch das AF-System bei der Motiverkennung. Die M6 II belichtet auf dem Aufnahmesensor und bietet ebenso die Flackererkennung.

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