Digitale Fotografie - Test & Praxis
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ACDSee Ultimate 9 von ACD Systems

ACDSee gehört zu den Klassikern unter den Bildverwaltungsprogrammen. Inzwischen ist die Software funktional auf der Höhe der Zeit - und die Bildverwaltung nur mehr ein Teil des integrierten Workflows. Das Programm gibt es in drei Versionen: Die 38 Euro teure Standardversion ist funktional eher eingeschränkt, die Pro-Version kostet 80 und die getestete Ultimate-Version sogar 120 Euro. Alle drei Programme laufen nur auf Windows ab Version 7.

Zur besseren Übersicht unterteilt der Hersteller die Arbeitsschritte auf der Oberfläche von ACDSee in Reiter. "Verwalten" bietet Zugriff auf Ordner, aber auch auf katalogisierte Bilder nebst Metadaten. Zudem können Anwender ihre Fotos hier nach Bewertungen, Stichwörtern oder anderen Metadaten filtern. Der Import geht flott, das Erstellen von Vorschaubildern dauert aber deutlich länger als in Lightroom oder Capture One.

Unter "Entwickeln" verbirgt sich die eigentliche Fotokorrektur. Selektive Korrekturen sind mit Pinsel, Verlaufs- oder Radial-Filter möglich, jedoch weniger umfangreich als in Lightroom oder Capture One. Für Objektiv-Korrekturen hat ACDSee eine ganze Menge Profile an Bord.

© MedienBureau

ACDSee 9 Ultimate bietet eine starke Verwaltung und viele Funktionen. Einzig die Reaktionsgeschwindigkeit könnte besser sein – besonders beim Bearbeiten von Bildern. Pfiffige neue Funktionen wie etwa die „Fotos“-Übersicht gefallen gut.

Anders als Lightroom oder Capture One speichert ACDSee Änderungen nicht als Metadaten, sondern legt jeweils neue Dateien an. Das wirkt sich nachteilig auf die Arbeitsgeschwindigkeit aus - die Reaktion auf Änderungen an Reglern braucht teils deutlich länger als eine kurze Bedenkzeit. Eine History-Anzeige, in der man zu jedem beliebigen Schritt zurückgehen kann, fehlt - immerhin lassen sich sogenannte Momentaufnahmen anlegen. Die Originale bleiben bei ACDSee unangetastet.

Der Export von Fotos mit 24 Megapixeln dauert auf einem Vierkern-Laptop (Core i7 2670, AMD-Grafik, 8GB RAM) gut 20 Sekunden pro Bild - das ist eher gemütlich. Die Reaktionszeit beim Bearbeiten kann je nach Effekt bis zu einigen Sekunden erfordern. Farbrauschen entfernt ACDSee beim ISO-3200-Foto zwar, größere Flecken bleiben weiterhin sichtbar. Die sieht man jedoch nur, wenn das Luminanzrauschen komplett herausgerechnet wird - auch hier bleiben wahlweise grobe Flecken oder kaum noch Details.

Fazit

ACDSee Ultimate 9 punktet mit einfacher Bedienung und großem Funktionsumfang. Dank der Ebenen-Werkzeuge hat es den namhaften Konkurrenten die eine oder andere Funktion voraus. Etwas störend fallen im Vergleich die immer wieder auftretenden Verzögerungen bei der Korrektur auf. Das Entrauschen könnte deutlich besser sein.

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