Digitale Fotografie - Test & Praxis
Systemkameras

5 kompakte Systemkameras im Vergleich: Bildqualität

© Canon

Mit der EOS M5 ist Canon endlich eine spiegellose Systemkamera gelungen, die konkurrenzfähig ist. Das Gehäuse hat einen deutlichen Griff und liegt gut in der Hand.

Der 24-Megapixel-X-Trans-Sensor der Fujifilm ist das Maß der Dinge in der APS-C-Klasse. Bei ISO 200/400 erreicht die X-E3 eine hohe Grenzauflösung um 2100LP/BH, bis ISO 12 800 konstant um 1900LP/BH. Hohe DL- Werte – bis zu 1160 LP/BH für hohe Kontraste, 1090 LP/BH für niedrige – belegen die gute Wiedergabe von Texturen. Das Rauschen bleibt bis ISO 3200 unterhalb der VN-2,0-Marke, also moderat. 

Alle anderen Modelle verwenden Sensoren mit Bayer-Pattern, die konstruktionsbedingt über eine etwas weniger hohe Auflösung verfügen. Die Panasonic GX9 schafft bei ISO 100 für MFT sehr gute 1894 LP/BH und die Werte bleiben bis ISO 1600 über der 1800er-Marke und bis ISO 6400 über 1700 LP/ BH. Die Dead-Leaves-Kurven steigen bei ISO 100 und 400 über 1, der Kontrast in der JPEG-Bildverarbeitung wird also deutlich angehoben. 

Die VN-Messung liegt bei ISO 100 bei 1,1 und steigt bis ISO 1600 auf 1,8 an. Allerdings werden die Detailverluste ab ISO 800 deutlich sichtbar, sodass wir JPEGs dann nur noch eingeschränkt empfehlen. Wer höhere Empfindlichkeiten braucht, ist mit RAW besser bedient, bei ISO 100 und 400 können auch die JPEGs durchaus überzeugen. 

Auch Canon liefert bei der EOS M5 mit mehr als 1800 LP/BH bei ISO 100 eine solide Auflösung, die bis ISO 1600 oberhalb der 1700er-Marke bleibt. Auch die DL-Werte fallen zumindest bis ISO 800 sowohl bei hoch- als auch niedrigen Kontrastbereichen ordentlich aus. 

Und selbst bei der Kantenanhebung hat Canon die Kirche dieses Mal im Dorf gelassen – bei niedrigen ISO-Stufen insgesamt eine gute Leistung. Spätestens ab ISO 3200 kommt der APS-C-Sensor aber an seine Grenzen. Die Signalverarbeitung hängt bei Canon jedoch stark am aufgesetzten Objektiv. 

Auch die Sony Alpha 6300 erreicht nicht ganz die hohe Auflösung der Fujifilm E-X3, macht das aber bei Feinzeichnung und Kontrastdarstellung wieder wett. Ihre Auflösungskurven zeigen einen etwas anderen Verlauf als die der Konkurrenz. Zunächst fallen sie ausgehend vom Optimalwert 1,0 ab und stabilisieren sich dann bei 0,8. Die A6300 erreicht bis ISO 6400 gute Werte zwischen 1892 und 1632 LP/BH. Dass die Kurven für starken Kontrast und schwachen Kontrast nah beieinanderliegen, spricht für eine homogene Bildabstimmung. Auffallend auch die moderat ausgeprägten Kurvenspitzen des Kantenprofils. 

In der Disziplin Auflösung bleibt für die Olympus E-M5 II mit ihrem 16-MP-Sensor erwartungsgemäß nur der letzte Platz. Bei ISO 200 reizt sie mit 1679 LP/BH die Nyquist-Grenze aber sehr gut aus und fällt bis ISO 6400 nur moderat auf 1544 LP/BH ab. Die Kehrseite ist eine aggressive Signalverarbeitung: Die Dead-Leaves-Cross-Kurven gehen deutlich über 1 hoch und zeigen zugleich einen merklichen Abstand zwischen den Messungen für hochkontrastiges Details sowie für Details mit niedrigem Kontrast. Die Kantenmessung bestätigt die DL-Ergebnisse. Beim Rauschen kommt sie auf sehr gute Werte von 0,9 bei ISO 100 bis noch unkritischen 1,7 bei ISO 3200.

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