Android-Plattform in klassiches Kameragehäuse

Zeiss ZX1: Display & Bedienung

25.2.2021 von Reinhard Merz und Erich Baier

ca. 2:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Zeiss ZX1 im Test
  2. Zeiss ZX1: Display & Bedienung
  3. Zeiss ZX1: Autofokus und Belichtung
  4. Zeiss ZX1: Bildqualität & Fazit

Display und Bedienung

Nachdem wir jetzt das äußere Drumherum gebührend gelobt haben, kommen wir zum Herzstück der Zeiss ZX1: dem Bedienkonzept. Denn darin unterscheidet sie sich ziemlich grundlegend von allem, was Sie von Kameras kennen. Außer dem Betriebssystem der Kamera hat die ZX1 als zweites Betriebssystem auch noch Android an Bord, samt Apps für Bildbearbeitung und Bildsharing.

Rund um das integrierte Adobe Lightroom CC erlaubt die ZX1 nicht nur die umfassende und bequeme Bildbearbeitung direkt in der Kamera, sondern auch gleich das Teilen der Bilder auf Social-Media-Kanälen. Das Android-Ökosystem wird über Updates aktuell gehalten. Einen Play Store kann man aber nicht nachrüsten.

Zeiss ZX1: Bedienelemente
Das minimalistische Design ist konsequent umgesetzt. Oben gibt es lediglich Ein/Aus-Schalter, Auslöser sowie Rädchen für ISO und Verschlusszeit – fertig.
© Erich Baier

Welche Apps auf der Kamera installiert sind, entscheidet allein Zeiss – schade. „Adobe Photoshop Lightroom macht mehr aus Ihren Bildern“, schreibt Zeiss groß auf der Website. „Registrieren Sie Ihre Zeiss ZX1 und erhalten Sie ein Jahr den Adobe Photoshop Lightroom™ Plan inklusive“, steht da.

Was im Umkehrschluss heißt: Nach einem Jahr verlangt Adobe dafür eine Gebühr. Auch die Fußnote „einige Funktionen erfordern ein Adobe Creative Cloud Foto-Abo“ deutet durchaus auf Zusatzkosten hin. Das sollte beim Anschaffungspreis von 6000 Euro kein K.o.-Kriterium sein, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack.

Hardwareseitig heißt das Bedienkonzept „Back to the Roots“. Wo andere Kameras den gesamten Kamerabody mit verstreuten Bedienelementen wie Knöpfen, Vierwegetastern, Hebelchen, Rädchen und Joysticks dekorieren, kommt die ZX1 ganz puristisch daher: mit Auslöser, einem Drehrad für die Verschlusszeit, einem Ein/Aus-Schalter darunter und dem Video/Foto-Hebelchen. Dann gibt es noch ein weiteres Drehrad für den ISO-Wert, dahinter eine versenkte Fn-Taste für Sonderaufgaben. Fertig.

Das Display ist mit 4,3 Zoll tatsächlich größer als das meines immer noch heißgeliebten iPhone SE der ersten Generation. Hinzu kommt eine hohe Auflösung von 921 600 RGB-Bildpunkten. Trotzdem gehen die Anpassungen nicht von Anfang an schnell von der Hand, denn mit den Fingerbewegungen und Wischgesten ist das so eine Sache.

Zeiss ZX1 im Test
Zeiss ZX1 im Test
© Erich Baier

Da schieben sich schon mal Menüs übereinander, wenn man vom unteren Ende eines Untermenüs wieder in dessen Mitte möchte. Dann bringt sich wie aus dem Nichts das Sucherbild in Erinnerung und überlagert just die Mitte, die man gerade bedienen wollte.

Positiv ausgedrückt, könnte man sagen, dass man nicht den eingetrampelten Bedienungspfad der Smartphones weitergehen wollte. Realistisch formuliert, mag das in sich alles logisch sein, stellt aber einiges vom Kopf auf die Füße.

Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig, aber ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft in diesem Fall. Auch einen Sucher gibt es an der ZX1. Er misst 0,74 Zoll, hat eine sehr hohe Auflösung von 2 073 000 RGB-Bildpunkten und basiert auf moderner OLED-Technologie. Und dennoch kann der Sucher beim Durchschauen nicht überzeugen.

Ein kleines Rädchen am Sucher dient dem Dioptrienausgleich, der Einstellbereich reicht von -3 bis +3. Die Abbildung im Sucher ist mit der Displayanzeige identisch. Beim Blick durch den Sucher schaltet sich das Display ab.

Trotz schwarzer Bildfläche ist es möglich, an der rechten Displayseite zu wischen. Man sieht im Sucher, welche Position der Finger dort eben einnimmt. Somit ist es nicht erforderlich, die Kamera vom Auge zu nehmen – eine sehr durchdachte Lösung.

Zeiss ZX1: Menü-Screenshots
Die Kamera verfügt zwar über ein Android-Betriebssystem für die Lightroom-App, die Systemeinstellungen bleiben dort aber außen vor. Trotzdem sind Systemeinstellungen natürlich möglich. Wenn gewünscht, kann die Kamera hier zum Beispiel auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Speicherort und Art der Verbindung werden ebenfalls hier eingestellt.
© Erich Baier

Das System arbeitet mit vier Ebenen, die nach einem Daumenwisch am linken Displayrand zur Anzeige kommen. Zur Auswahl stehen der App-Modus, Galerie-Modus, Aufnahme-Modus und der Einstellungs-Modus. Jede der vier Ebenen bietet an der rechten Displayseite eine weitere Leiste mit Einstellmöglichkeiten.

Erfreulicherweise hat sich Zeiss dabei mit Optionen sehr zurückgehalten. Nur die für Fotografen wichtigen Einstellungen werden angeboten, aber keine eigenen Menüpunkte für Katzenaufnahmen im Winter bei Dämmerlicht oder Ähnliches.

Sobald die Kamera mit dem Lightroom-Account verknüpft ist – der zugleich eine Cloud-Lösung ist – kann man die gespeicherten Aufnahmen kabellos auf den Rechner beamen. Den ftp-Account für die Redaktion konnten wir leider nicht einrichten – der enthält im Usernamen ein Sonderzeichen, das Zeiss nicht erlaubt.

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links

Marvel-Filme- und -Serien: Das ist die richtige Reihenfolge

Neuerscheinungen in der Übersicht

Netflix: Neue Filme und Serien

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights

Amazon Prime Video: Neuheiten

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Galaxy Camera EK-GC100 im Test: Wir testen Samsungs Mischung aus Android-Tablet und Digitalkamera.

Testbericht

Samsung Galaxy Camera EK-GC100 im Test

Die Galaxy Camera EK-GC100 von Samsung ist eine Kreuzung aus Android-Mini-Tablet und Kompaktkamera. Ideal für die Generation Facebook, aber nicht für…

Zeiss Objektiv

Kamerasysteme

Sony Vollformat-NEX immer wahrscheinlicher

Die Hinweise auf eine Sony NEX mit Vollformat-Sensor verdichten sich immer mehr. Jetzt sind erste Daten für ein entsprechendes Zeiss-Objektiv bekannt…

Samsung Galaxy GC110

Samsung GC110

Galaxy Camera erscheint in "Special Edition" mit…

Mit der neuen GC-110 bringt Samsung eine "Special Edition" der Galaxy Camera auf den Markt - ohne Mobilfunk, dafür mit mehr Zubehör.

Nikon Coolpix S810c

Kompaktkamera

Nikon Coolpix S810c im Test

Mit der Coolpix S810c wendet sich Nikon vor allem an Android-Fans, die statt einem Smartphone eine echte Kamera suchen. Wir haben den Hybrid im Test.

HTC One A9 Lifestyle

Am Smartphone oder Tablet

RAW-Fotos bearbeiten unter Android: So geht's

Unser Ratgeber erklärt, wie Sie auf einem Android-Smartphone oder -Tablet Fotos im RAW-Formate aufnehmen und die Rohdaten bearbeiten.