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Testbericht

Yamaha Cinema-DSP

Gewiefter Rechner

"Nicht verwenden" Test Stereo & Surround: Sound-Projektor 05/10

© Archiv

Yamahas YSP-5100 bietet einen Vorverstärker- Ausgang für 7.1, der jedoch vermutlich bei einem Gerät dieser Art kaum genutzt wird.

Yamahas Cinema-DSP-Programme stellen eine Spielwiese für Sound-Freaks dar. Gerade beim Sound-Projektor sind Einstellungen wie "5Beam Plus2" für 7.1-kanalige Wiedergabe oder "5Beam" sinnvoll. "5Beam" etwa gibt nicht nur alle Kanäle bei 5.1 wieder, sondern erlaubt auch eine breitere Basis und trotzdem präziseste Center-Position. Hier macht sich Yamahas langjährige Erfahrung mit Raumakustik-Nachbildungen anhand von ausgetüftelten Schallfeldern bemerkbar.

Ein nettes Feature ist "Uni-Volume": Wer hat sich noch nicht über die Lautstärke-Unterschiede bei Film und Werbung geärgert - erst recht, wenn nebenan ein kleines Kind schlafen soll? "Uni-Volume" begrenzt den Pegel auf ein Maß, das unabhängig vom Programm konstant bleibt.Eine Eingangssignalanzeige gibt Aufschluss über das Format. Ob 2-Kanal- Stereo, 5.1, 6.1 oder 7.1, man ist immer informiert.

Dann wären da noch die nötigen Audio-Decoder wie Dolby TrueHD oder DTS-HD. Der Sound-Beamer hat eigentlich mehr, als man von einem Gerät dieser Kategorie erwarten darf. Bedenkt man, dass der YSP-5100 auch noch über einen UKW-Tuner verfügt, so kann man guten Gewissens sagen, dass er einen AV-Receiver mitsamt der fünf beziehungsweise sieben Lautsprecher eines Heimkinos ersetzt.

Einen Subwoofer sollte man hingegen noch einplanen, wenn es darum geht einen vollwertigen Ersatz für eine komplette Heimkino-Beschallung zu suchen. Womit wir auch schon bei der klanglichen Beschreibung sind.

Selbst ohne Subwoofer macht man mit dem Yamaha-Balken gegenüber dem schnöden Fernsehton einen riesigen Schritt in Richtung Entertainment. Die Illusion, mitten drin anstatt nur dabei zu sein, wiegt zunächst einmal deutlich mehr als das fehlende Bass-Fundament bei Action-Szenen.

Zunächst fällt die hervorragende Sprachverständlichkeit auf - und das auch außerhalb der Mitte. Dies ist schon mal die halbe Miete, denn der größte Anteil des Filmtons läuft über den Center-Lautsprecher. Und wenn der nicht nur gute Sprachverständlichkeit bietet, sondern auch tonal im Lot ist, hat man viel gewonnen.

Als Nächstes ist man versucht, Filme abzuspielen, die irgendwie geartete rückwärtige Schallanteile mitbringen, um herauszufinden, ob das mit den Reflexionen auch funktioniert.

Und tatsächlich, es klappt erstaunlich gut. Ob in "U-571" die stählernen Wände knarzen und die Wasserbomben um das U-Boot herum explodieren oder bei "Master and Commander" die Matrosen übers Deck poltern, der Soundbar projiziert die Geräusche korrekt, so dass man tatsächlich glaubt, es wären Schallquellen im Rückraum hinter einem.

Auch der Stereoton kann sich hören lassen. Klar und nahezu unverfärbt artikulieren Sänger wie Christian Willisohn bei "Heartbroken Man" oder David Roth bei "Vincent" aus der Mitte des Balkens.

Hier lassen sich interessante Einstellungen wählen, um die Stereobasis zu verbreitern, aber dennoch eine exakte Mittenlokalisierung zu erhalten. Zwar ersetzt der Sound-Projektor keine edle Hi-Fi-Anlage, dennoch ist er in der Lage, Musik auf hohem Niveau zu reproduzieren.

Noch einmal zurück zum Thema Heimkino: Als am Anfang des Action- Thrillers "Password: Swordfish" eine lebende Splitterbombe einen halben Straßenzug durchsiebt und die Geschosse an den Zuschauern nur knapp vorbeistreifen, kommt die Surround-Kulisse recht gut zur Geltung, doch lernt man ebenfalls die Grenzen des Balkens kennen. Das sind - wie schon erwähnt - nur die tiefen Frequenzregionen.

Also stellten wir kurzerhand einen Subwoofer dazu - und siehe da, schon kam der Klang richtig erwachsen herüber. Alle Erwartungen an großes Heimkino wurden erfüllt. Es ist immer wieder erstaunlich, was ein sattes, potentes Tiefbass-Fundament so ausmacht. Damit klingt auch gleich der Rest der Anlage, in diesem Fall also der Sound-Projektor, deutlich souveräner.

Rechnen Sie mal: 1500 Euro für ein 5.1-Boxenset sind schnell zusammen, 500 Euro für einen AV-Receiver ebenfalls - aber damit haben Sie Ihren Wohnraum "zugepflastert". Mit Yamahas YSP-5100 unter Ihrem Fernseher plus einem Subwoofer daneben jedoch nicht.

Aus dem Messlabor

"Nicht verwenden" Test Stereo & Surround: Sound-Projektor 05/10

© Archiv

Der Frequenzverlauf gibt Aufschluss darüber, ob ein Subwoofer dem Klang-Beamer gut täte. Unter 90 Hertz passiert beim YSP-5100 nicht mehr viel. Des Weiteren fällt im Stereobetrieb - also lediglich mit der Zwei-Wege-Bestückung im Spiel - eine schmalbandige Mittenbetonung um zwei Kilohertz auf. Ansonsten ist auf Achse und unter geringen horizontalen Winkeln gemessen eine relativ ausgewogene Übertragungsfunktion zu sehen. Erst deutlich außerhalb der Achse lässt die Höhendosis stark nach.

Fazit

Der YSP-5100 steht jedem größeren Flachbildschirm gut zu Gesicht. Wer keine fünf oder sogar sieben Boxen bei sich aufstellen kann oder will, aber dennoch nicht auf Heimkino-Feeling verzichten möchte, der kommt an Yamahas neuester Kreation kaum vorbei. Uns ist kein Sound-Projektor bekannt, der dem originären Heimkino-Klang so nahe kommt wie der Yamaha-Balken. Hut ab!

Testprofil

YamahaYSP-1500
Yamaha-Hifi
1.500 Euro

Sound-Projektor

Weitere Details

75 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Wissen: Ladestation

"Nicht verwenden" Test Stereo & Surround: Sound-Projektor 05/10

© Archiv

Auch Yamaha möchte ein Stück weit vom Erfolg der Amis mit dem angebissenen Apfel als Logo profitieren. Also gibt es optional von den Japanern eine Ladestation für das iPod oder iPhone, die Steuersignale oder auch Musik über Funk entgegennimmt und an den Klangbalken weiterleitet.Damit ist die Anlage komplett. Fernsehton vom Kabel- oder Sat-Receiver beziehungsweise Heimkino vom Blu-ray-Player und Musik drahtlos vom iPod, mehr braucht man eigentlich nicht.

Bildergalerie

Yamaha YSP-5100
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TV & Video

Der Yamaha YSP-5100

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