Testbericht

Windows 7, 64 Bit

Das Grafik-Paket CorelDraw Graphics Suite X5 in Bildern

© Archiv

Feinschliff fehlt: Theoretisch zeichnet sich Photo-Paint durch einen großen Funktionsumfang aus. Praktisch funktionieren Tools wie die Magnetische Maske zu ungenau, um optimal zu helfen.

Beim Versuch zu drucken, gab es im Test unter Windows 7, 64 Bit Fehlermeldungen mit der Aufforderung, die (korrekt installierten) Druckertreiber neu zu installieren. Besser klappte die PDF-Ausgabe, die CorelDraw mit vielfältigen Voreinstellungen anbietet.

Allerdings erfolgte die Eingabe der Schnittmarken fehlerhaft: Draw setzte trotz mehrfach unterschiedlich eingestellter Beschnittzugabe ("Randanschnittgrenze"), etwa von 3 mm die Schnittmarken exakt an den Rand der Grafik - statt 3 mm innerhalb.

Noch nicht richtig überzeugen konnte die integrierte Prüfoption für PDFs: Bei der Ausgabe von PDF X-3, gängig für Offset-Druck, warnte sie vor der Verwendung von Schriftgrößen unter 18 Punkt für die Bildschirmwiedergabe.

Deutlich zugelegt hat CorelDraw hinsichtlich der Zeichenwerkzeuge. Neu sind die Tools Freihand, 2-Punkt-Linie, Polylinie und das aus 3D-Programmen bekannte B-Spline, mit dem sich Kurven sehr intuitiv erzeugen lassen.

Sehen lassen können sich die integrierten Bemaßungswerkzeuge: Neben einer parallelen, horizontalen und vertikalen Bemaßung sind auch die an sich für CAD-Software typischen Winkel- und Segementbemaßungs-Varianten möglich. Hinter dem wohl spektakulärsten neuen Draw-Werkzeug Künstlerische Medien verbergen sich Dutzende Pinselvarianten.

Das Tool Kurven verbinden beschleunigt das Schließen offener Pfade. Das Zeichnen von Kurven gelingt mit X5 genauer.

Da gerade CorelDraw oft für DTP-Aufgaben wie der Produktion von Flyern oder Broschüren eingesetzt wird, hätte dem Programm etwas typografischer Feinschliff gutgetan. Doch auch in Draw X5 ist das Zeichenprogramm dafür schwach gerüstet: Ein ausgeglichenes, optisch überzeugendes Schriftbild in Draw gelingt oft erst mit viel manueller Nachhilfe.

Die Silbentrennung unterblieb im Blocksatz trotz entgegengesetzter Einstellung. Ligaturen (Buchstabenpaare) wie ffi oder tt sind je nach verwendetem Font mal zu sehen, mal nicht - für ein Profiprogramm ein böses Manko.

Photo-Paint stürzt ab

Das Bildbearbeitungsprogramm Photo-Paint enthält viele Filter und für den Export die bereits bei Draw besprochenen Ausgabe-Optionen. Verbessert hat Corel die Konvertierung in Graustufen, die sich nun präziser steuern lassen. Auch Photo-Paint gestattet die Überprüfung von Farben wie CorelDraw. Ganz nett ist der neue Bildsprüher, mit dem sich Fotos aufpinseln lassen.

Dennoch bietet gerade Photo-Paint nur wenige Innovationen: Nach wie vor fehlen wertvolle Retusche- und Montage-Werkzeuge wie die automatische Bereichsreparatur, die der große Konkurrent Photoshop bereits seit mehreren Programmgenerationen bietet.

Testprofil

CorelDrawGraphics Suite X5
www.corel.de
629,51 Euro

Bildbearbeitungs-Tool

Weitere Details

60 Prozent

Testurteil
befriedigend

Und die Präzision der vorhandenen Werkzeuge entspricht in wichtigen Bereichen nicht dem Stand der Technik. So funktioniert die Magnetische Maske nur ungenau, selbst bei einfachen Motiven ist in der Regel viel händische Nachhilfe nötig.

Ärgerlich ist, dass Photo-Paint im Test mehrfach abstürzte beim Versuch, größere RAW-Dateien zu öffnen. Der integrierte RAW-Editor erkannte zwar alle getesteten Varianten, liefert aber nur wenige Grundfunktionen - kein Vergleich zu fortschrittlichen RAW-Konvertern, die z.B. auch objektivspezifische Linsenkorrekturen unterstützen. Die farbliche Temperaturanzeige ist zumindest irreführend.

Fazit:

Das neue CorelDraw-Paket bietet vor allem für Draw wertvolle, teils überfällige Verbesserungen. Leider knüpft die Produktqualität der Suite an überwunden geglaubte alte Zeiten an - X4 lief sehr viel stabiler.

Auf der nächsten Seite finden Sie drei coole Tipps sowie die sieben wichtigsten Neuerungen auf einen Blick...

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