Testbericht

Weitere Details und Fazit

Prüfbeschleuniger

Das Problem am Prüfsummen-Cache: Bei einem Update der Virendatenbank wird er ungültig, schließlich könnten die neuen Signaturen einen Virus in einer Datei entdecken, der bisher als sauber galt. Da heutzutage stündliche Updates üblich sind, haben die Prüfsummen eine kurze Halbwertszeit, danach muss wieder neu geprüft werden. Und bei Word- oder sonstigen Dokumenten, deren geänderte Version man speichert, greifen sie sowieso nicht.

© Archiv

Die Oberfläche von Norton ist nach kurzer Orientierung leicht zu handhaben, bei Virenfunden führt ein Assistent den Anwender sicher.

Norton legt dagegen eine Whitelist sauberer Programme an, die per Online-Update gepflegt wird. Natürlich sind darin nur die wichtigsten enthalten, etwa Systemdateien. AVG, BitDefender und GData nutzen ebenfalls Whitelists.

Beide Techniken führen bei Messungen zu spürbaren Geschwindigkeitsvorteilen, die aber nur vorübergehend gelten oder nicht alle Dateien betreffen. Als Ausgleich haben AVG, BitDefender, Norton, GData und Kaspersky im Testergebnis einen Bonus von 1 Punkt auf die Performance erhalten.

Webscanner

Eines der größten Einfalltore für Malware auf PCs ist der Webbrowser beziehungsweise dessen verschiedene Plug-ins. Über Sicherheitslücken kann eine bösartige Website Malware auf den PC einfach durch Aufrufen einer Webseite einschleusen. Deshalb sollte der Virenscanner die Inhalte von Webseiten prüfen oder deren Aktionen überwachen. Dafür gibt es mehrere Wege.

Ein HTTP-Scanner überprüft wie ein E-Mail-Scanner die Daten aus dem Internet, bevor sie den Browser erreichen. Wird etwas Gefährliches entdeckt, erscheint statt der Webseite eine Warnmeldung im Browser. Auch bekannte Exploits etwa mit manipulierten Bilddateien oder Flash-Animationen lassen sich so auffinden. Knackpunkt: SSL/TLS-verschlüsselte Verbindungen prüft der Virenscanner nicht. Einen Ausweg hat Kaspersky gefunden, das mit einem eigenen Zertifikat auch gesicherte Webdatenströme prüft.

Browser-Plug-ins sind eine Erweiterung des Browsers und haben so Zugriff auf die browserinternen Daten. Eine SSL-Verschlüsselung ist so kein Thema. Im Moment setzen nur Norton (IE und Firefox) und PC Tools (IE) auf diese Technik. Sie filtern im Browser auch nicht mit Virensignaturen nach bekannten Schädlingen, sondern überwachen die Aktionen der Skripte und anderer Elemente. Führt etwas verdächtige Aktionen durch, stoppt das Plug-in die Ausführung. Nachteil: Für jeden Browser ist ein spezielles Plug-in erforderlich, das der Hersteller bei Updates anpassen muss.

Die dritte Variante verpackt den gesamten Webbrowser in eine Sandbox. Der Browser und alle Programme, die darin laufen, können nicht mehr Dateien auf der Festplatte oder Windows selbst manipulieren.

Aus dem Testfeld setzt alleine Kaspersky eine Sandbox ein, die auch beliebige andere Programme überwachen kann. Nachteil: Die Bedienung des Webbrowsers wird umständlicher, Manipulationen während einer Online-Sitzung verhindert die Sandbox ebenfalls nicht.

Fazit

Zehn der Programme von Avira bis PC Tools sind für den Praxiseinsatz empfehlenswert. An die Spitze haben sich die drei Security Suites mit dem ausgeglichensten Gesamtbild gesetzt: Avira, BitDefender und Norton zeigen gute Virensuchleistungen, bieten gute Performance und sind einfach zu bedienen. Die beste Virensuchleistung zeigt GData mit seinen zwei Virensuchmaschinen, die allerdings viel Arbeitsspeicher beanspruchen.

Kaspersky glänzt mit großem Funktionsumfang, zeigt aber deutliche Schwächen in der Bedienung und ist sehr speicherhungrig. Wer mit Speicherplatz knausern muss, der greift eher zu K7 oder Trend Micro, das mit seinem Cloud-Ansatz innovativere Technologien anbietet und viele nützliche Zusatzfunktionen mitbringt.

Als kostenlose Alternative überzeugt Microsoft Security Essentials nur bedingt. Immerhin ist die Virensuchleistung etwa auf dem Niveau von AVG und gar nicht so weit von der Spitze entfernt.

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