Digitale Fotografie - Test & Praxis
Testverfahren

Vignettierung, Rauschzunahme, verschiedene Kameras

Inhalt
  1. Objektive: Neues Testverfahren
  2. Vignettierung, Rauschzunahme, verschiedene Kameras
  3. Siemenssterne
  4. Farbfehler, Verzeichnung
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© colorfoto

Die extrem gleichmäßig beleuchtete Milchglasscheibe wird abfotografiert (rechts). Die Abdunkelung der Ecken ist im Beispielfoto (unten) gut erkennbar. Bei 90 % des Bildfeldradius wird der Wert ermittelt, der in die Tabellen kommt.

Wie bisher misst IE die Vignettierung, indem sie eine gleichmäßig beleuchtetet Milchglasscheibe fotografiert, deren Helligkeit um weniger als eine zwanzigstel Blendenstufe schwankt. Angegeben wird der größte Lichtabfall, der im Bild bis maximal 95 Prozent Bildfeldhöhe gemessen wird.

RauschzunahmeUm diverse Bildfehler auszugleichen, greifen die Signalverarbeitungen der Kameras immer stärker in das Bild ein. Einige Fehler wie Vignettierung oder Verzeichnung lassen sich sehr gut herausrechnen, wenn die Firmware die Abbildungsfehler der Objektive kennt. Das Gleiche gilt für den Randabfall des Kontrasts. Auch der lässt sich per Bildbearbeitung zumindest mindern. In der Vergangenheit erfolgte manche Korrektur eher pauschal anhand der dem Objektiv von der Kamera mitgeteilten Brennweite. Heute

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© colorfoto

greifen immer mehr Kameras auf in der Firmware abgelegte Objektivprofile mit spezifischen Korrekturwerten zu, die der Fotograf auch nachträglich für neue Objektive in seiner Kamera ergänzen kann. Das Ergebnis sind immer besser korrigierte Abbildungsfehler, aber auch "Kollateralschäden" wie Rauschanstieg in den Bildecken. Die Zunahme des sichtbaren Rauschens (Visual Noise) stellen wir in einem Diagramm dar.

Objektivmessung an verschiedenen Kameras

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© colorfoto

Die dreidimensionale Grafik zeigt die Abdunkelung über das Bildfeld (Vignettierung). Je tiefer die Ecken absacken, um so dunkler wird es. Oben das Resultat eines guten Teles, unten ein Standardzoom in der Weitwinkelstellung. Die meisten Objektive liefern in den Ecken einen nachlassenden Kontrast. Hinzu kommt die Vignettierung. Um beides auszugleichen, greifen die Kameras teils deutlich in die Bilder ein und bearbeiten die Bildecken. Dies erfolgt immer häufiger objektiv- und brennweitenspezifisch. Zugleich kann der Eingriff zu einem verstärkten Rauschen führen, das wir ebenfalls messen und in einer weiteren Trendlinie (rechts) darstellen. Wiederum sind die Einzelwerte als Quadrate eingezeichnet.

Grundsätzlich testet ColorFoto Objektive an Kameras, da nur dies zu praxisrelevanten Aussagen führt. Natürlich sind manche Kameras sehr ähnlich, sodass sich die Ergebnisse von Modell A der Tendenz nach auf Modell B übertragen lassen - entsprechende Hinweise finden Sie in unserer Bestenliste. Doch die Idee "Gute Kamera und gutes Objektiv ergibt auch gute Bilder" mag zu Zeiten des Silberfilms gegolten haben, für digitale SLRs ist die Welt deutlich komplizierter.

Pixel-Pitch: Die Kameras unterscheiden sich in ihrem Pixel-Pitch, also dem Abstand zwischen den Sensorpunkten. Je kleiner der wird, umso besser muss ein Objektiv auflösen, um die entsprechende Bildqualität zu erreichen. Manche altgedienten Kleinbildobjektive schlagen sich an einer Vollformatkamera eventuell noch akzeptabel, können aber die Auflösung, die eine Canon EOS 7D mit ihrem winzigen Pixelraster erfordert, nicht liefern.

Sensor-Format: Ein Objektiv, dass an einer Vollformatkamera Schwächen in den Randbereichen zeigt, wie Unschärfe oder Vignettierung, kann am kleineren APS-C-Sensor ausgezeichnet funktionieren.

Schärfung: Alle Digitalkameras schärfen die Bilder. Dabei greift die Schärfung vor allem "mittlere Frequenzen" an. Sehr niedrige Frequenzen werden schwer erkannt, hohe Frequenzen werden durch die Optik limitiert, und das Rauschen würde noch stärker angehoben als so schon. Wie die Schärfung der jeweiligen Kamera sich mit der abfallenden Kurve der Optik überlagert, hängt vom Einzelfall ab.

Ein Sensor ist kein Film: Die Oberfläche des Sensors ist nicht flach, sondern strukturiert. Vor allem bei Weitwinkelobjektiven mit ihrem großen Bildwinkel können schräg auf den Sensor fallende Strahlen zu kameraabhängigen Problemen führen. Ein anderer Faktor ist die spiegelnde Oberfläche des Sensors, die

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