Testbericht

Undo-Funktion

Undo-Funktion

PC-Optimierung für Windows XP

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Chaotisch: WinSpeedUp 2.9 enthält viele Tuning- Funktionen und System-Tweaks, ordnet sie aber sehr unübersichtlich an.

Ohne interne Undo-Funktion sollte kein Tuning-Tool an den Start gehen. Schließlich ist eine Sicherheitskopie ein probates Mittel, um Systemänderungen bei ungewollten Folgen wieder rückgängig zu machen.

PC Check & Tuning kommt zwar mit einer Undo-Funktion, legt aber weder vor dem ersten Programmstart noch vor einer Optimierung eine Sicherheitskopie an. Da passt es ins Bild, dass PC Check & Tuning für Registry-Backups kein eigenes Modul besitzt, sondern dazu den Systemwiederherstellungs-Assistenten von Windows aufruft.

Die übrigen Testkandidaten erledigen ihre Undo-Hausaufgeben gewissenhafter und legen vor dem Tuning automatisch eine Sicherheitskopie an. Zudem lassen sich abgesehen von WinOptimizer 6 und Simontools SystemTuning bei allen Tools auch jederzeit manuelle Zwischenstände erstellen.

Kleine Ungereimtheiten gibt es bei XP Master Tuning 4. Das Systemwiederherstellungsmodul stürzte im Test nach einem Klick auf die Schaltflächen Zurücksichern oder Abbrechen regelmäßig ab. Das Erzeugen eines Wiederherstellungspunktes klappte jedoch problemlos. Zur Wiederherstellung greift das XP Master Tuning 4 auf den Systemwiederstellungs-Assistenten von Windows zu.

Fazit

Bewertet man die Tools nach Bedienung, Ausstattung und Umfang der Tuning-Maßnahmen, liegen WinOptimizer 6, Twin XP, TuneUp Utilities 2009 und SystemUp Tuning 2009 vorne. Die vier Testkandidaten überzeugen mit guter Menüführung, liefern Anwendern ausführliche Erklärungen zu den geplanten Optimierungsmethoden überzeugen mit sinnvoll zusammengestellten Modulen.

Demgegenüber stehen eher uninspiriert agierende Programme wie PC Booster 6, XP Master Tuning 4, XP Turbo Tuning, PC Check & Tuning, WinSpeedUp 2.9 und Simontools Systemtuning.

Diese kommen zwar teilweise mit ordentlicher Bedienung, bieten dem Anwender aber kaum mehr Tuning- Funktionen als die Windows- Bordmittel. Iolo System Mechanic 8 steht in der Mitte: Prinzipiell guten Funktionen steht hier eine sehr verschachtelte Bedienung gegenüber. Magix sieht den Schwerpunkt von PC Check & Tuning bei den Analysefunktionen, die Fehlkonfigurationen in Hard- und Software aufspüren - dies ist keine typische Tuningaufgabe und spielt deshalb im Vergleichstest nur eine untergeordnete Rolle.

In punkto Leistungssteigerung sieht es bei allen getesteten Programmen düster aus. Den größten Tempogewinn legt noch SystemUp Tuning 2009 beim Anwendungs-Benchmark OpenSourceMark an den Tag, gewinnt aber wie das übrige Testfeld kaum an Boden gegenüber der Originalkonfiguration. Letztlich schafft es kein Programm, das Testsystem wirklich spürbar zu beschleunigen.

Obwohl nur "Dutzendware", ist der Dual-Core-Testrechner bereits zu schnell, um von kleinen Eingriffen in die Registry, einer Defragmentierung oder von einer Entrümpelungsaktion zu profitieren. Einen echten Testsieger gibt es daher nicht. Ältere Systeme könnten aber durchaus noch von dem einen oder anderen Trick der Tuning-Suiten beschleunigt werden.

Was bleibt, sind die vielen kleinen Systemeinstellungen, die Windows XP nicht zwangsläufig schneller machen, es Anwendern aber erlauben, ihr Betriebssystem ganz gezielt den eigenen Bedürfnissen anzupassen und manch nervige Windows-Funktion auszuschalten. Obwohl einige Tuning-Tools diese Einstellungen ebenfalls bieten, bekommt man das Ganze auch zum Nulltarif. Mit der passenden Freeware gelingt das Systemtuning mindestens ebenso effektiv. Wie das geht, zeigt der Artikel auf Seite 28.

Tuning-Mythen entlarvt

PC-Optimierung für Windows XP

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Placebo-Effekt: Der RAM-Defragmentierer von Simontools SystemTuning ist unter Windows XP wirkungslos.

Einige der Tuning-Tools im Test hantieren mit Registry-Einträgen und Funktionen, die bei Windows XP schlichtweg überflüssig sind. Doch nach wie vor werden sie allseits fröhlich eingesetzt. Hier einige Beispiele:

Tuning-Mythen

  • PC Booster 6, XP Master Tuning 4, Twin XP und WinSpeedUp 2.9 legen den Schlüssel AlwaysUnloadDLL an und wollen damit nicht mehr benötigte DLLs schneller aus dem Speicher entfernen. Dieser Trick ist aber bereits seit Windows 2000 nicht mehr aktuell, da sich das Betriebssystem und seine Nachfolger automatisch darum kümmern.
  • Abgesehen von PC Booster verwenden die oben erwähnten Übeltäter mit dem Schlüssel SecondLevelDataCache ein weiteres Registry-Relikt. Dieser definiert eine feste Größe für den L2- Cache einer CPU und soll damit mehr Leistung garantieren. Der Eintrag ist jedoch ein Überbleibsel aus Windows 2000/NT-Zeiten und wird von Windows XP nicht mehr berücksichtigt. Das Betriebssystem ermittelt bei Bedarf die Cache-Größe nun automatisch.
  • Noch bunter treibt es PC Booster 6 mit seiner Einstellung Superfetcher aktivieren, die auch unter Windows XP die Vista-Funktion Superfetch verspricht. Der passend dazu angelegte Registry-Key ist allerdings absolut wirkungslos.
  • Der Arbeitsspeicher ist fast komplett belegt, was tun? Nur vier von elf Herstellern verzichten darauf, ihre Tuning-Programme mit einem RAM-Defragmentierer auszustatten. Hört sich gut an, bringt aber nichts, da Windows XP selbst ein leistungsfähiges System einsetzt, um den Arbeitsspeicher zu verwalten. Unter Umständen bremsen die RAM-Defragmentierer sogar den PC, wenn ein Maximum an Arbeitsspeicher immer wieder freigegeben werden soll. Windows XP lagert in diesem Fall einfach mehr Daten auf die Festplatte aus.

Tuning-Tools für Vista

Tuning-Tools für Windows Vista aktivieren einige spezielle Funktionen des XP-Nachfolgers und räumen manch unliebsamen Stolperstein aus dem Weg. Die Tuning-Maßnahmen schalten zum Beispiel die nervigen Nachfragen der Benutzerkontensteuerung ab und kümmern sich um Vista-Features wie Readyboost oder Superfetch.

Weil das Betriebssystem recht speicherhungrig ist, halten die Tuning- Programme außerdem Ausschau nach Performance-Fressern und analysieren dazu beispielsweise die gestarteten Dienste. Etliche der gestesteten Programme unterstützen auch Vista, mehr dazu zeigt die Übersichtstabelle.

Nur für Vista ist TVista 3.0 ausgelegt, das durch Online-Updates ständig erweitert wird und auch die Eintragung eigener Registry-Tweaks erlaubt (Data-Becker.de). Zu den empfehlenswerten Freeware-Tools, die neben Windows XP auch Vista optimieren, zählen TweakVI, XP Antispy und TweakPower 2009.

Gesamtpunktzahl (100) Leistung (40) Ausstattung (30) Bedienung (20) Service&Support (10)
SystemUp Tuning 2009 (83) 37 21 20 5
Twin XP (80) 30 25 20 5
TuneUp Utilities 2009 (70) 22 23 20 5
WinOptimizer (66) 22 21 20 3
Iolo System Mechanic 8 (64) 22 21 16 5
XP Master Tuning 4 (57) 22 18 12 5
WinSpeedUp 2.9 (57) 22 16 16 3
Simontools Systemtuning (52) 20 11 16 5
XP Turbo Tuning (49) 20 18 8 3
PC Check & Tuning (49) 20 13 8 8
PC Booster 6 (43) 21 11 8 3

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