Google-Router

TP-Link OnHub im ersten Test

TP-Link und Google haben die Köpfe zusammengesteckt und einen schicken Router entwickelt, der ein bemerkenswertes Bedienkonzept aufweist. Wir konnten den Google-Router ausprobieren und einen Ersteindruck gewinnen.

© Google / TP-Link

Neuartiges Design: Der TP-Link OnHub Router unterscheidet sich im Aussehen deutlich von klassischen Router-Gehäusen.

Pro

  • Einfache Einrichtung
  • Frisches Design
  • Komfortable Bedienung vom Smartphone aus

Contra

  • System noch auf Beta-Niveau
  • Kein WPS-Support

Beim aktuell nur in den USA und Kanada vertriebenen Google-Router OnHub – in Europa kommt er im Frühjahr 2016 – haben sich die Designer etwas Neues einfallen lassen: Anders als die meisten Konkurrenzprodukte überrascht der OnHub mit einem eleganten, schlichten Gehäuse in Form einer Vase. Hat man das Gerät aus der Verpackung gepellt, folgt gleich die nächste Überraschung.

Kopplung per Tonabfolge

Ein Webmenü für Router-Einstellungen über die IP-Adresse des Onhub gibt es nicht. Stattdessen läuft die Einrichtung des Routers ausschließlich am Smartphone oder Tablet über die Google-App On, der man zunächst ein Google-Konto zuweist.

Die anschließende Kopplung zwischen Smartphone und OnHub erfolgt, indem man das Mikrofon des Smartphones an die mit einem Lautsprecher ausgestattete Oberseite des Routers hält. Der OnHub sendet nun an das Smartphone ein kurzes Tonsignal, das ein wenig an den kleinen Starwars-Droiden R2D2 erinnert – und schon sind beide Geräte miteinander gekoppelt.

© TP Link

Der OnHub besitzt einen WAN- und nur einen GBit-LAN-Port sowie einen nicht aktivierten USB-3.0-Port.

Im Anschluss wählt man eine SSID und ein WPA2-Passwort fürs OnHub-WLAN. Untermalt von einer Klangwolke richtet der Google-Router nun das WLAN-Netz ein und ist dann voll einsatzbereit. Als Konto-Inhaber ist man Owner des Google Onhub und kontrolliert alle On-Hub-Einstellungen vom Smartphone aus.

Lesetipp: WLAN-Standard 802.11ac im Detail

Der Fernzugriff auf den OnHub, zum Beispiel aus dem Mobilfunknetz heraus, funktioniert nun ebenfalls schon. Mit unserem Testsample hatten wir im 5-GHz-Band Verbindungsprobleme, da der für Nordamerika bestimmte OnHub auf den in Deutschland nicht zulässigen Kanälen 149 bis 161 funkte. Kanaleinstellungen sind im Menü der On-App nicht vorgesehen – und auch viele andere Router-typische Einstellungsmöglichkeiten nicht. Denn OnHub soll möglichst alles automatisch machen.

Wir raten aus diesen Gründen dazu, auf den offiziellen Release der OnHub Router in Detuschland zu warten und keine US-Modelle zu importieren.

© Google

Mit der Google-App On dauert die Einrichtung des OnHub-Routers nur etwa 2 bis 3 Minuten, die weitere Verwaltung und Steuerung des Routers läuft ebenfalls ausschließlich über die Smartphone-App.

Doch eine WPS-Taste zur Anbindung weiterer WLAN-Geräte bietet OnHub leider nicht. Das nervige Passwort-Eintippen in Webradios oder TV-Fernbedienungen bleibt einem nicht erspart. Lästig auch, dass der USB-3.0-Port des OnHub noch nicht funktioniert. Das Gleiche gilt für die Hardware-seitig bereits integrierte Smarthome-Funktionalität (ZigBee) des Routers, die ebenfalls erst per Firmware nachgerüstet werden soll.

Fazit

Der TP-Link OnHub beweist, dass ein Router keine hässliche Kampfdrohne sein muss und von jedem eingerichtet werden kann. Google sollte die stark beschränkte Funktionalität und den aktuellen Beta-Status (USB 3.0, Zig-Bee) des OnHub schleunigst aufheben.

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