Testbericht

Top-Ten-Features & Direktvergleich Premiere Pro vs Final Cut Pro

Inhalt
  1. Adobe Creative Suite 5 Production Premium
  2. Die Features im Überblick
  3. Top-Ten-Features & Direktvergleich Premiere Pro vs Final Cut Pro
  4. Fazit & Kommentar

Viel Lärm, wenig Neues: Soundbooth

© PC Magazin

Filter-Bremse: Einzelne Filter in Premiere Pro erzwingen zwischenzeitliches Rendern.

Das Soundbearbeitungs-Programm Soundbooth eignet sich gut, um etwa Störgeräusche zu beseitigen. Die Software ist recht übersichtlich.

Im Vergleich zu dem deutlich leistungsfähigeren Audition aus gleichem Hause - eine Weiterentwicklung des im Mai 2003 gekauften Cool Edit Pro - ist Soundbooth aus professioneller Sicht jedoch ein Rückschritt. Soundbooth CS5 bietet gegenüber CS4 so wenig Neuerungen, dass sogar die bisherige Online-Dokumentation weitgehend identisch lokal verfügbar ist.

Beim Programmstart legt Soundbooth ein Mehrspurprojekt mit drei Spuren an, es gibt 6000 neue Soundeffekte (etwa Fahrgeräusche). Die Spurhöhe lässt sich über die Trennlinie zwischen Spuren einstellen. Dateien aus Resource Central lassen sich per Drag&Drop in den Editorbereich legen.

Weiterhin fehlt Soundbooth eine Schnittstelle für VST-Plug-ins - eigentlich ein Standard.

Schussbereit: OnLocation

Das Zusatzprogramm OnLocation bietet umfassende Aufzeichnungs-Optionen. So lassen sich darüber Kameraprofile speichern und einfache Korrekturen wie Helligkeitsanpassungen anwenden. Shotlists mit Voreinstellungen sparen Zeit. Die Formatunterstützung entspricht weitgehend der von Premiere Pro, einschließlich bandloser Formate wie P2.

Sehr gut funktioniert die Übernahme von enthaltenen Metadaten. Ärgerlich ist, dass nur zwei Audio-Spuren (also nicht 5.1 etc.) importiert werden können, wie bei Premiere Pro werden nicht alle gängigen Band-gestützten Dateiformate vollständig unterstützt.

Mit OnLocation lassen sich Produktionsnotizen, Anmerkungen und weitere Metadaten ergänzen. Neu ist, wie in Premiere Pro, das Media-Browser-Fenster, das laut Adobe die Inhalte aller mobilen Datenträger und Festplatten des Systems zeigt. In der Realität waren jedoch nur die Ordner, nicht die Thumbnails der Streams von AVCHD-Daten zu sehen.

Top-Ten-Features

  1. After Effects, Photoshop, Premiere Pro: 64-Bit-Unterstützung und Mercury Playback Engine sowie GPU-Beschleunigung führen zu einer merklich höheren Performance
  2. Generell: erweiterte Metadaten-Unterstützung
  3. Encore: AVCHD-Unterstützung ohne Umrechnen verlinkter H.264-Dateien
  4. After Effects, OnLocation, Premiere Pro: umfangreiche native Unterstützung bandloser Dateiformate
  5. Premiere Pro: "stressfreie" Bearbeitung von Red-Dateien
  6. Soundbooth: leichte Anpassbarkeit der Spurhöhe von Mehrspur-Projekten
  7. After Effects: nochmals aufgebohrte, ausgezeichnete Filterausstattung
  8. After Effects: Roto-Pinsel für Freisteller
  9. Erweiterungen: zusätzliche Dienste wie ein Skript-Tool online
  10. Premiere Pro: Projektdaten-Austausch (Rohschnitt) mit Final Cut Pro und Avid Media Composer

Direktvergleich: Production Premium vs. Final Cut Studio

© PC Magazin

Filter-Bremse: Einzelne Filter in Premiere Pro erzwingen zwischenzeitliches Rendern.

Einen direkten Mitbewerber zur Creative Suite Production Premium gibt es nicht. Am ehesten lässt sich das Final Cut Studio von Apple mit der Adobe-Suite vergleichen. In beiden Paketen tummelt sich Software ohne Gegenspieler: Adobe liefert Photoshop, Flash und Illustrator sowie als Online-Angebot den Drehbuch-Spezialisten Adobe Story. Apple hat dafür mit Color einen Color Grader im Programm.

  • Videoschnitt: Premiere Pro vs. Final Cut Pro

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Premiere punktet durch die weitaus umfangreichere native Dateiformatunterstützung. So kann Final Cut AVCHD-Dateien nicht direkt weiterverarbeiten, sondern muss sie Zeit raubend und Speicher fressend erst umkodieren. Für Final Cut sprechen die noch intuitivere Bedienung, der klarere Programmaufbau sowie die bessere Dokumentation. Auch die hervorragenden ProRes-Codecs sind in der Profi-Praxis wichtige Pluspunkte. In Sachen Performance hat Premiere massiv aufgeholt.

  • Compositing: After Effects vs. Motion

Motion hat in Version 4 deutlich an Funktionalität zugelegt und schöne 3D-Effekte erhalten. Dennoch bietet er insgesamt nicht annähernd so viele Möglichkeiten wie After Effects. Auch das Bedienkonzept von After Effects ist in sich stimmiger und schneller zu durchschauen.

  • Authoring: Encore vs. DVD Studio Pro

Encore ist klar leistungsfähiger, aber auch weitaus weniger intuitiv zu bedienen. DVD Studio enthält immer noch mehr brauchbare und schönere Vorlagen. An DVD Studio nervt, dass fast alle Dateiformate umkodiert werden. Dafür geht DVD Studio zügig ans Werk.

  • Sound: Soundbooth vs. Soundtrack Pro

Soundbooth liefert mehr vorgefertige Sounds mit, Soundtrack Pro hat insgesamt mehr in den Paletten zu bieten inklusive noch ausgefeilterer Effekte.

  • Konvertierung: Media Encoder vs. Compressor

Bisher lieferte der Media Encoder hervorragende Qualität, genehmigte sich dafür aber unerträglich viel Zeit. Die neue Version merzt diesen Nachteil weitgehend aus und glänzt durch noch größere Formatunterstützung.

Der Compressor ist wie der Media Encoder gut in die Suite integriert. Die einzelnen Tasks lassen sich schnell festlegen und einfach anwenden. Die Codec-Qualität gerade von MPEG-2 ist aber nur durchschnittlich.

Die Programme beider Hersteller liegen eng beieinander, daher hängt die Entscheidung an persönlichen Vorlieben: Insgesamt arbeitet die Testredaktion auf dem Mac nach wie vor lieber mit Final Cut Pro als mit Premiere Pro - es sei denn, sie bearbeitet ausschließlich AVCHD- oder Red-Material.

Gegen Motion ist After Effects klarer Sieger, das Apple-Programm Soundtrack Pro würde man jederzeit dem weiterhin nicht überzeugenden Soundbooth vorziehen. Dagegen hat sich Encore so gut entwickelt, dass es sich trotz der weniger intuitiven Bedienung erstmals sogar eher als das DVD Studio anbietet. Für die Kodierung ist der Media Encoder das Programm der Wahl.

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