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Testbericht

JVC DLA-X7

Neue Dimensionen

JVC hat seine komplette Projektor-Serie überarbeitet. Alle drei Modelle zeigen auch 3D auf großer Leinwand. Video-HomeVision bestellte das mittlere Modell DLA-X7 zum Test. Der Beamer bietet bereits die Vollausstattung.

© Video Homevision

Der JVC DlA-X7

Auf seiner jährlichen Herbstpräsentation verkündete JVC überraschend: "Alle neuen JVC-Projektoren können 3D!" Mutig, obwohl die neue X-Serie nur aus drei Modellen besteht, die alle auf der gleichen optischen Einheit aufbauen.

Der X7 und der X9 bieten im Vergleich zum Basismodell X3 ein aufwendigeres Farbmanagement, einen gut nach Norm voreingestellten THX-Modus und die Vorbereitung für eine ISF-Kalibrierung. Die Top-Modelle unterscheiden sich nur im optischen Feintunig und daher im Kontrast und im Preis. Das Basismodel X3 ist wahlweise in Schwarz oder Weiß erhältlich, die großen Brüder nur in edel glänzendem Schwarz.

Die Redaktion hat sich den DLA-X7 genauer angeschaut. JVC ist zum symmetrischen Aufbau zurückgekehrt und platziert das Objektiv wieder zentriert. Die Kühlluft wird nun hinten angesaugt und vorne an beiden Seiten ausgeblasen. Das Anschlussfeld wanderte wieder an die Rückseite.

Neben den üblichen Eingängen mit doppeltem HDMI-1.4-Anschluss besitzt der Beamer einen LAN-, eine RS-232- und eine Infrarot-Repeater- Schnittstelle. Hinzu kommt die Mini-DIN-Buchse "3D Synchro", an die der Infrarot-Sender zur Synchronisation der 3D-Brillen angeschlossen wird. Er heißt PK-EM1 und gehört wie die Shutterbrillen zum 3D-Zubehör.

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Der JVC DLA-X7 bietet extrem viele, kombinierbare Voreinstellungen und sehr detaillierteJustage-Möglichkeiten. Der Farbraum ist passend zu bekommen,…

Die Fernbedienung der Projektoren ist unverändert geblieben. Die Belegung hingegen wurde deutlich verbessert: Man kann jetzt direkt zwischen den Bildformaten umschalten, die Bewegungsverbesserung "Clear Motion Drive" erhält den Platz der Mute-Taste, und der 3D-Bildmodus tritt an die Stelle von Dynamic.

Bei der praktischen Handhabung kommt schnell ein vertrautes Gefühl auf. Der Aufbau geht flott vonstatten, denn der DLA-X7 bietet ein fast schon unglaublich weit in Lensshift und Zoom verstellbares Objektiv, das sich zudem sehr feinfühlig motorisch einstellen lässt. Die Kühlung erfolgt geräuscharm - wie bei den Vorgängern.

Die Menügestaltung wurde beibehalten, es sind aber viele neue Punkte hinzugekommen. Gleich im ersten Hauptmenü fällt der neue Parameter "Dark/Bright Level" auf. Damit lässt sich das oberste und unterste Ende der Gammakurve verstellen, um mal schnell etwas Umgebungslicht zu kompensieren oder im finsteren Horrorfilm die dunkelsten Bildstellen ein wenig hervorzuheben.

Zu den großen Neuerungen im 2D-Modus gehört das komplett erneuerte "Clear Motion Drive". Der Bewegungsverbesserer kennt nun fünf Einstellungen. Stufe 1 und 2 fügen unterschiedlich lange Schwarzphasen zwischen die Bilder, ähnlich wie es damals Röhrengeräte darstellten. Da hierbei weder eine Bildneu-noch eine Zwischenbildberechnung stattfindet, sind diese beiden Modi frei von Artefakten.

Bei Videos mit 50 oder 60 Hertz gefielen diese Modi den Testern sehr, der Helligkeitsverlust war minimal, genau wie das Flackern, das nur bei großen Flächen auffiel. Die Bewegungsdarstellung war knackscharf.

Bei 24-Hz-Zuspielung nahm das Flimmern leider deutlich zu. Stufe 3 und 4 verdoppelten 50 und 60 Hz und vervierfachten 24 Hz per Zwischenbildberechnung. Dabei erhielt Stufe 3 den Filmlook noch sehr gut und gefiel den Testern auch bei 24 Hz. Nur hier und da trat ein Interpolations-Artefakt auf.

Stufe 4 berechnet chronologisch equidistante Zwischenbilder, was zwar in jeder Bewegung glatte Konturen erzeugt, aber deutliche Artefakte bildet. Sehr gut kam im Test der sechste Modus "NTSC/24p" an, der etwa aus US-Film-DVDs ruckelfreie 24 Hz perfekt zurückrechnet.

Dann kam 3D an die Reihe. Dafür haben die Entwickler - den Filtereigenschaften der JVC-Brillen entsprechend - Bildmodi programmiert, die die Farben und das Gamma kompensieren. Zur Kompensation des durch die Shutterbrille auftretenden Helligkeitsverlusts schaltet die Lampe auf Vollgas.

Als die 3D-Blu-ray im Player startete, waren die Tester begeistert: Das war 3D, wie sie es aus dem Kino kannten. Bei subjektiv noch guter Helligkeit zeigte der DLA-X7 ein kristallklares Bild und das "Grand Canyon Adventure" verblüffend plastisch.

Vom gefürchteten Scherenschnitt-Effekt keine Spur: Dieser tritt bei Fernsehern gerne auf, er staffelt Objekte zwar in der Tiefe, die selbst aber flach aussehen. Das JVC-Bild war wirklich zum "Hineingreifen". Und das Beste: Der Projektor zeigte fast kein Übersprechen und bewies das auch im Labor mit Rekordwerten.

Fazit

Der JVC DLA-X7 bringt endlich das wirkliche 3D-Kino-Erlebnis ins Haus. 2D und 3D zaubert er mit Bombenkontrast und satten Farben kristallklar auf die Leinwand. Ein Traum. Es fehlt nur noch ein Stapel 3D-Blu-rays im Regal.

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