Testbericht

TEST: Nikon Coolpix S640 - Digicam mit schneller Auslösung

Die Coolpix S640 soll so schnell und benutzerfreundlich sein, dass der Fotograf mit ihr nicht mehr den entscheidenden Augenblick verpasst, so verspricht Nikon. Benutzerfreundlich ist die neue Weitwinkelkamera allemal, nicht zuletzt wegen ihres übersichtlichen Funktionsumfangs.

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Nikon Coolpix S640

Die Coolpix S640 soll so schnell und benutzerfreundlich sein, dass der Fotograf mit ihr nicht mehr den entscheidenden Augenblick verpasst, so verspricht Nikon.

Benutzerfreundlich ist die neue Weitwinkelkamera allemal, nicht zuletzt wegen ihres übersichtlichen Funktionsumfangs: Für die acht Einträge im Aufnahmemenü reichen zwei Menüseiten, trotz der angenehm großen Schrift. Nikon sieht eine separate Taste zum Wechsel in den Wiedergabemodus und eine für die Aufnahme vor. Letztere führt auch zur Modusübersicht, aus der man schnell die Automatik, Szenenprogramme (inkl. Panorama), Porträt, Motivverfolgung oder den Videomodus wählen kann.

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Nikon Coolpix S640

Die Vierrichtungswippe ist mit Belichtungskorrektur, Makrofunktion, Timer sowie Blitz belegt und mit einem Drehrad für die Feineinstellungen eingefasst. Ganz so schnell, wie Nikon glauben machen will, ist die S640 indes nicht. Unser Messlabor stellte eine Auslöseverzögerung inklusive Autofokus von 0,32 s im Weitwinkel und 0,39 s im Tele fest - gut, doch das hohe Tempo etwa der Casio EX-Z300 (0,14/0,37 s bei WW/Tele) kann die Coolpix S640 damit nicht ganz toppen. Ohne Autofokus, der im Lowlight-Test übrigens nur jedes zweite Mal die richtige Schärfe fand, braucht die Coolpix 0,15 s zum Auslösen. Einen manuellen Fokus gibt es nicht.

Die Ausstattung umfasst wie bei den meisten aktuellen Digitalkameras in der Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro einen 12-Megapixel-Sensor mit 1/2,3 Zoll Diagonale, außerdem ein 5-fach-Zoomobjektiv mit 28 bis 140 mm äquivalenter Kleinbildbrennweite und beweglichen Linsen, die leichte Zitterbewegungen ausgleichen. In besonders schwierigen Situationen soll auch die hohe Empfindlichkeit bis ISO 3200 bei voller und ISO 6400 bei reduzierter Auflösung gegen verwackelte Aufnahmen helfen. Ob diese Option allerdings angesichts der dann erheblich schlechteren Bildqualität wirklich Sinn macht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das 2,7-Zoll-Display liefert eine passable Vorschau, die sich jedoch an sonnigen Tagen nur noch schwer erkennen und beurteilen lässt. Außerdem täuscht die Anzeige bei schwachem Umgebungslicht in der Regel ein zu dunkles Bild vor.

Bildqualität: Die Nikon Coolpix S640 löst im Weitwinkel mit bis zu 1350 LP/BH (Linienpaare pro Bildhöhe) relativ hoch auf und hält die Leistungen an den Ecken über 1000 LP/BH. Im Tele schafft sie diese Marke allerdings nicht einmal bei ISO 100 und in der Bildmitte, wo sie gerade einmal 933 LP/BH darstellt. Das Rauschverhalten liegt auf dem guten Niveau der neuesten Kamerageneration: 1,6 VN bei ISO 100 und 2,1 VN bei ISO 400 - das fällt im Bild nur bei genauem Hinsehen auf. Ganz im Gegensatz zum starken Texturverlust, der sich hier in schlechten Kurtosis-Werten von 2,8 (ISO 100), 6,1 (ISO 400) beziehungsweise 12,9 (ISO 3200) und einer entsprechend mäßigen Feinzeichnung manifestiert. Gut schneidet die Coolpix S640 dagegen in Sachen Dynamik ab: Zwischen hellstem und dunkelstem darstellbaren Bereich liegen 9,5 Blenden, und zwar bei ISO 100 wie bei ISO 400.

Testergebnisse

Nikon Coolpix S640

Nikon

www.nikon.de

Weitere Details

48,5 Punkte

Fazit:Kompakte, schnelle Kamera, die sich intuitiv bedienen lässt. Negativ fallen dagegen der wenig treffsichere Autofokus und der starke Texturverlust auf.

Fazit: Die Nikon Coolpix S640 löst für eine Kompaktkamera schnell aus und lässt sich intuitiv bedienen. Allerdings bekam der Autofokus im Dämmerlicht Probleme, und der interne Rauschfilter führt zu einem deutlichen Verlust feiner Strukturen.

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