Testbericht

TEST: Kameras mit Film- gegen Camcorder mit Fotofunktion im Vergleich

Kameras die HD-Filme und Camcorder die 12-Megapixel-Bilder aufnehmen - sowohl die Foto- als auch die Videowelt dringen derzeit unaufhaltsam in fremdes Hoheitsgebiet vor. Friedliche Konvergenz oder Verdrängungskampf? Lesen Sie in diesem Test unserer Schwesterpublikation COLORFOTO, wo die Foto/Film-Kombis derzeit stehen.

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Die Testkandidaten von Nikon, Panasonic, Sony und Sanyo.

Kameras die HD-Filme und Camcorder die 12-Megapixel-Bilder aufnehmen - sowohl die Foto- als auch die Videowelt dringen derzeit unaufhaltsam in fremdes Hoheitsgebiet vor. Friedliche Konvergenz oder Verdrängungskampf? Lesen Sie in diesem Test unserer Schwesterpublikation COLORFOTO, wo die Foto/Film-Kombis derzeit stehen.

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Foto- und Filmwelt bewegen sich in letzter Zeit konsequent aufeinander zu: In der Kompaktkameraklasse befindet sich die HD-Videofunktion mittlerweile auf dem besten Weg zum Standard-Feature - nur eine der fünf Testkandidatinnen begnügt sich noch mit 640x480 Pixeln Videoauflösung. Umgekehrt dringen Camcorder mit weit reichenden fotografischen Möglichkeiten in den Kameramarkt ein. Hier ein spannender Wettstreit zwischen zwei Welten, die zunehmend zu einer verschmelzen.

Nikon Coolpix S620

Nur wenige Kompaktkameras bieten wie die Nikon S620 hohe Empfindlichkeiten bis ISO 6400 bei voller Auflösung. Eigentlich konsequent: Denn die winzigen Pixel üblicher Kompakter sind an sich sehr lichtunempfindlich. Deshalb müssen die Kameras das eingefangene Signal schon bei ISO 100 verstärken, bei ISO 6400 aber so massiv korrigieren, dass das damit ebenfalls angehobene Bildrauschen gnadenlos hervortritt. Nicht so bei der S620, zumindest wenn man dem Hersteller Glauben schenkt, der im Zusammenhang mit dem Empfindlichkeitsbereich bis ISO 6400 behauptet: "Dies sorgt für minimales Bildrauschen auch bei höchster Auflösung". Die ColorFoto-Tester sind nicht ganz dieser Meinung, obwohl die Nikon tatsächlich den Visual Noise bei ISO 1600 auf bemerkenswert niedrigen 3,6 VN hält.

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Die S620 beherrscht hohe Empfindlichkeiten bis ISO 6400 bei hoher Auflösung. Ob das bei einem 1/2,3-Zoll-Sensor wirklich Sinn macht, bleibt angesichts der mäßigen Bildqualität ab ISO 800 fraglich.

Die Ausstattung umfasst ein Objektiv mit weitwinkligen 28 mm Anfangsbrennweite (äquivalent Kleinbild) und optischem Bildstabilisator. Das 2,7-Zoll- Display zeigt eine rauscharme, fast exakt stimmige Vorschau. Manuelle Modi gibt es nicht, Einstelloptionen wenige. Dadurch kommt das Aufnahme-menü mit zwei übersichtlichen Seiten aus. Der Autofokus arbeitet auch bei schwachem Licht recht zuverlässig und schnell.

Bildqualität: Die Nikon S620 besitzt wie die anderen Testkandidatinnen einen 1/2,3-Zoll-Sensor und bringt darauf 12 Megapixel unter. Trotzdem fällt das Bildrauschen bei ISO 100 kaum auf und hält sich bis zu einer Empfindlichkeit von ISO 800 im akzeptablen Bereich. Erst ab ISO 1600 überschreitet der Visual Noise die 3-VN-Marke und beeinträchtigt den Bildeindruck erheblich. Allerdings erkauft sich Nikon dieses gute Ergebnis mit einer schwachen Textur. Vor allem bei ISO 6400 bleiben kaum noch feine Strukturen übrig. Die Auflösung schneidet im 12-Megapixel-Vergleich unterdurchschnittlich ab, was vor allem am starken Leistungsabfall zu den Bildecken und im Tele liegt. Wegen der Randabschattung um 1,0 Blenden im Weitwinkel vergeben wir einen halben Minuspunkt. Außerdem krümmen sich Konturen an den Bildrändern um 1,1 Prozent. Fazit: Bei niedrigen ISO-Zahlen macht die Nikon Coolpix S620 ordentliche Bilder. Bei hohen Empfindlichkeiten bis ISO 6400 bei voller Auflösung gibt es dagegen kaum noch Feinzeichnung.

Den Test der Panasonic Lumix DMC-TZ7 lesen Sie auf Seite 2...

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Die Testkandidaten von Nikon, Panasonic, Sony und Sanyo.

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