Testbericht

TEST: Fotofunktion von HD-Camcordern - JVC GZ-HM400E im Check

Die meisten Kompaktkameras können mittlerweile nicht nur fotografieren, sondern auch filmen, viele von ihnen sogar in HD-Auflösung. Doch wie sieht es umgekehrt mit Camcordern und ihrer Fotofunktion aus? Können sie die Kompaktkamera ersetzen? Stellvertretend tritt hier der 850-Euro-Camcorder JVC GZ-HM400E mit seiner 9-Megapixel-Standbildaufnahme an.

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JVC HM400

Die meisten Kompaktkameras können mittlerweile nicht nur fotografieren, sondern auch filmen, viele von ihnen sogar in HD-Auflösung. Leider ist die maximale Länge eines Videoclips oft auf wenige Minuten beschränkt und die Videoqualität mäßig bis schlecht. Doch wie sieht es umgekehrt mit Camcordern und ihrer Fotofunktion aus? Können sie die Kompaktkamera ersetzen? Stellvertretend tritt hier der 850-Euro-Camcorder JVC GZ-HM400E mit seiner 9-Megapixel-Standbildaufnahme an.

In Sachen Ausstattung kann sich der JVC-Camcorder sehr gut behaupten: Er sammelt 6 Punkte, was er unter anderem seinem 10-fach-Zoomobjektiv mit mechanischem Bildstabilisator, den vielen manuellen Einstellmöglichkeiten und dem ausklapp- und schwenkbaren 2,8-Zoll-Display verdankt. Die Vorschau rauscht nur schwach und stimmt recht genau mit dem Bild überein. Während des Fotografierens informiert der HM400 über die gewählte Auflösung, Kompression, Empfindlichkeit, Belichtungskorrektur wie auch über Belichtungszeit und Blende. Die Schärfe lässt sich anpassen, nicht aber der Kontrast und die Farbsättigung. Videos nimmt der Camcorder mit bis zu 1920 x 1080 Pixeln, 25 B/s und H.264/AVD oder MPEG 4 auf; per miniHDMI-Anschluss gelangen sie direkt zum HD-Fernseher.

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JVC HM400

Der 68 x 72 x 140 mm große, 480 g schwere HM400E liegt zwar dank einer Schlaufe sehr stabil in der rechten Hand, die Haltung und generell das Bedienkonzept kommen jedoch mehr dem Filmer als dem Fotografen entgegen. Um das eben aufgenommene Bild in einer Lupenansicht prüfen zu können, bedarf es der Fernbedienung. Nur Porträts, bei denen der JVC ein Gesicht erkennt, vergrößert er durch Berühren einer Taste. Der Autofokus blieb im Test fehlerfrei, agiert aber sehr langsam: Im Weitwinkel löste der Camcorder nach 2,58 s, im Tele sogar erst nach 3,2 s aus - da sind die aktuellen Fotokameras in aller Regel deutlich schneller.

Bildqualität: Auf dem 1/2,3-Zoll-Sensor des HM400 müssen nicht wie bei vielen Kompakten 12, sondern nur 9 Megapixel unterkommen. Das lässt auf ein rauschärmeres Bild hoffen, drückt aber die Auflösung: Der JVC-Camcorder erreicht bei ISO 100 und im Weitwinkel nur maximal 985 LP/BH (Linienpaare pro Bildhöhe), hält die Leistung dafür aber an den Bildrändern und bei ISO 400 recht konstant (905 bis 948 LP/BH). Im Tele schafft der JVC lediglich 744 bis 899 LP/BH. Leider profitiert das Rauschverhalten nicht von der geringeren Pixelzahl (1,9/4,3 VN bei ISO 100/400), obwohl die interne Bildbearbeitung merklich eingreift: Die gemessenen Kurtosis-Werte (1,9/1,6 bei ISO 100/400) sprechen für deutliche Texturverluste. Zudem treten ausgeprägte Artefakte auf, die an extrem überschärfte Fotos erinnern.

Fazit: Der JVC HM400 bietet beim Filmen einen wesentlich besseren Bedienkomfort als klassische Fotoapparate. Die lange Auslöseverzögerung erschwert jedoch Standaufnahmen bewegter Motive, und die Bildqualität schneidet im Vergleich zur aktuellen Kompaktkamerageneration unterdurchschnittlich ab. Wohlgemerkt: Die in diesem Test bewertete Bildqualität bezieht sich ausschließlich auf Fotos und lässt keine Rückschlüsse auf die Videofunktion des HM400 zu.

Wertung GZ-HM400

JVC GZ-HM400
JVC
850 Euro

www.jvc.de

Weitere Details

37,5 Punkte

Fazit:Die Fotofunktion des HM400E kann die Kompaktkamera nicht vollständig ersetzen - zum einen wegen des langsamen Autofokus, zum anderen wegen der mäßigen Bildqualität.

4/5
gut
Preis-/Leistung
gut

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