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Testbericht

Teil 4: Design-Fernseher im Test

Schön, schöner, Sharp

Ein Fernseher der Superlativen: Der flachste, schwerste, kontraststärkste und einer der teuersten, die jemals ihren Weg in die Redaktion fanden. Hat ein Kunstwerk das Zeug zur Referenz?

Schon 2007 gewährte Sharp Blicke in die TV-Zukunft: dass LCD-Fernseher einmal kaum mehr tiefer als einen Finger breit sein, knackige Farben und unvorstellbare Kontraste produzieren würden. Jetzt steht der einstige Prototyp im Video-HomeVision-Labor - noch nicht serienreif, wobei nur noch kleine Änderungen an der Software ausstehen.Die Wirkung dieses Fernsehers ist beeindruckend: Erhaben steht er da in seiner high-endigen Verarbeitung aus gebürsteten Metall-Panelen, gleichsam überlegen mit dem voluminösen Lautsprecher der Firma Pioneer. Dazu wirkt er wie ein Ferrari zwischen Kleintransportern in seinem extrem schlanken Corpus.

© Archiv

Sharp LC-52 XS 1 E

Das Gewicht des Boliden ist gefühlte Qualität. Der gut einen halben Zentner schwere Standfuß spendet dem teuren Panel sicheren Halt. Um Aufbau und Installation braucht sich der Kunde nicht zu sorgen. Denn sowohl Anlieferung, Aufbau als auch Ersteinrichtung übernehmen die wenigen ausgewählten Fachhändler, die Sharps Prestige-Objekt verkaufen dürfen.Zum Panel selbst führen nach der Installation nur zwei Kabel - je eine Netz- und eine HDMI-Strippe. Alle weiteren Anschlüsse sowie die Tuner (Analog, DVB-C/-S/-T) finden sich in einer nicht minder schicken Settop-Box ausgelagert. An der Bedienung ändert sich dadurch nichts. Eine Fernbedienung steuert beide Geräte, die ihre Steuerbefehle über HDMI-CEC (Aquos-Link) austauschen.

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Schon nach wenigen Handgriffen sitzen die Einstellungen auf dem Niveau eines Studiomonitors. Daraus resultierend punktet der LG mit seiner homogenen, ausgewogenen und natürlichen Darstellung.

Maximalkontrast

Doch neben seinem fulminanten Auftritt liegt der Sensationscharakter des Testgerätes in seiner Bildqualität, genauer gesagt in seinem Kontrast: Da er die einzelnen LED-Segmente lokal dimmen kann - und das derzeit besser als die Konkurrenz - durchbricht Sharp in dieser Disziplin die Schallmauer. Da schwarze Bildbereiche so einfach schwarz sind, erreicht dieser Fernseher ein theoretisch unendlich hohes Kontrastverhältnis. Die Greifbarkeit und die Dreidimensionalität von dunklen Innenaufnahmen, wie beispielsweise der Fabrikkampfszene in "Hulk", versetzt selbst routinierte Testeraugen in ungläubiges Staunen. Auch Bissigkeit und Schärfe profitieren von diesen Rekordkontrasten ungemein. Beide Mitbewerber von LG und Philips wirken dagenen wie blasse LCDs aus dem letzten Jahrtausend.

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Erster Spross der Kooperation mit Pioneer: Der Speaker des XS 1 darf sich mit seiner unverfälschten Wiedergabe fast als audiophil bezeichnen.

Zudem wirkt sich das LED-Backlight auf die Farbdarstellung aus. Sowohl Sättigung als auch die Temperierung von Grautönen wird aktiv durch die einzeln ansteuerbaren LEDs gemischt. Letzteres gelingt perfekt. Die Sättigung ist durch den gigantischen Farbraum (siehe "Aus dem Messlabor") nicht ganz so leicht zu zäumen. Zwar gibt Sharp hier zahlreiche Einstellparameter zur Hand, um das richtige Maß für alle Farbtöne zu finden. Doch gerät die Abstimmung im Test zur Flickschusterei. Dreht man am einen Hebel, verschieben sich andere. Am Ende entscheiden wir uns doch für die Voreinstellung, die jedoch zu bunt und zu übersättigt ist. Sharp sagte uns zu, vor Verkaufsstart noch genau an diesen Schrauben - Farbabstimmung und Optimierung der Voreinstellungen - zu drehen.

Testprofil

SharpLC-52 XS 1 E
www.sharp.de
9.000 Euro

52-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

81 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
gut

Weitere Schwächen: Der "100 Hz"-Modus im Menü bleibt nach dessen Aktivierung ohne sichtbare Folgen. Bei dem Preis wünschte man sich hier mehr.

Dennoch: Sowohl im Kontrastverhalten als auch in den Disziplinen Klang und Verarbeitung leistet sich Sharp mit dem XS 1 einen Meilenstein, der die Messlatte für alle zukünftigen LCD-Fernseher ein Stück höher hängt.

Stärken und Schwächen, eine Übersicht und das Fazit finden Sie auf der letzten Seite...

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